Hinter den Kulissen

Man nehme eine NDR Kultur Karte, einen Gleitzeitarbeitsplatz (alternativ einen freien Nachmittag) und ein wenig Losglück und voilà! Ist man im Fernsehen. Also, quasi.

Der Ton macht die Musik
Der Ton macht die Musik
Hamburg Journal
Hamburg Journal
Prompter
Prompter
Wahr. Schön. Gut.
Wahr. Schön. Gut.
Obacht!
Obacht!
Es werde Licht
Es werde Licht
Das rote Sofa
Das rote Sofa
ARD Brennpunkt
ARD Brennpunkt
Auswahl
Auswahl
"Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der:"
“Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der:”

Nur ins Tagesschau-Studio durften wir leider nicht, dazu braucht man nämlich eine Sicherheitseinweisung. Der Kameraroboter wegen.

In Concert: Das Tingvall Trio in der Alten Reithalle in Elmshorn

Jetzt war ich schon bei einigen Konzerten des Schleswig-Holstein Musik Festivals, sogar auch schon in Schleswig-Holstein, aber das echte SHMF-Gefühl war bisher nicht dabei. Ich meine damit die ganz und gar ländlich geprägten Veranstaltungsorte, wie z. B. das Kuhhaus in Altendorf, die Scheune in Wulfshagen oder den Rinderstall in Haseldorf. Das hat viel damit zu tun, daß ebengerade diese Orte für Menschen ohne Teilnahme am motorisierten Indiviualverkehr schlecht bis gar nicht zu erreichen sind.

Anders verhält es sich mit der Alten Reithalle in Elmshorn – na gut, es sind rund zwanzig Minuten Fußweg vom Bahnhof, aber das rangiert bei mir noch unter “gut erreichbar”. Dazu kommt: Für einen Auftritt des Tingvall Trio nehme ich gerne eine längere Anreise in Kauf. Ich kenne die Setlist des aktuellen Tourprogramms zwar inzwischen rauf und runter, aber es wird nicht langweilig. Im Gegenteil.

Und dann waren da noch die Gastgeber!

Konzert mit Pferd

Nächstes Mal nehme ich Möhrchen mit.

In Concert: Martha Argerich und Daniel Barenboim in der Laeiszhalle

Als mittlerweile regelmäßige Besucherin von klassischen Konzerten weiß ich inzwischen, wie der Hase läuft: Wenn Stars zusammen mit einem Orchester angekündigt werden, bestreiten sie höchstens einen kleinen Teil des Programms. Sol Gabetta spielt Schostakowitsch und verschwindet anschließend, um dem NDR Elbphilharmonie Orchester mit Dvořáks neunter Sinfonie das Feld zu überlassen, bei Daniel Hope ist es Alban Bergs Violinkonzert, der Rest des Abends gehört den Philharmonikern und Johannes Brahms.

Daß allerdings beim Konzert vorletzte Woche in der Laeiszhalle zu Anfang weit und breit kein einziger Flügel zu sehen war, erzeugte bei mir einen Anflug von schlechter Laune. Schließlich war es nicht zuletzt dem Staraufgebot geschuldet, daß mein übliches Ticketbudget nur für einen sichteingeschränkten Platz im zweiten Rang gereicht hatte.

Aber dann kamen Guy Braunstein, Alisa Weilerstein und Rafael Payare mit den Symphonikern, begannen das Doppelkonzert “à la mémoire d’un grand artiste” nach dem Klaviertrio op. 50 von Tschaikowsky und spätestens bei der zweiten Variation – streng genommen sind es vermutlich Sätze, aber dieser Terminus paßt besser zu dem, was ich gehört habe – verschwand dieser Anflug restlos. Bis heute ist mir nicht eingefallen, in welchem Zusammenhang mir Rafael Payare zuvor begegnet ist, aber der Mann hat jetzt mindestens einen Fan mehr. Grandios!

Im zweiten Konzertteil tauchten dann die Flügel auf und mit ihnen die Stars des Abends. Leider erwies sich bei den leiseren Tönen, daß nicht allein der Elbphilharmonie das zweifelhafte Privileg zukommt, benimmbefreite Konzertbesucher zu beherbergen. Ich hätte rundherum Schienbeine eintreten mögen, da oben im zweiten Rang, auf den billigen Plätzen. Dennoch werden mir die drei Werke von Schumann und Debussy als ganz besonderes, ja unvergeßliches Konzertereignis im Gedächtnis bleiben. Eine zauberhaftere Version von “Prélude à l’après-midi d’un faune” werde ich wahrscheinlich nicht mehr zu hören bekommen.

Das Festival “Rendezvous mit Martha”, so hörte ich, wird wohl im nächsten Jahr wiederholt. Für die Neuauflage der Begegnung Argerich/Barenboim in Hamburg, sollte es dazu kommen, werde ich mir einen besseren Platz gönnen. Ich weiß nun: Es lohnt sich. Selbst für eine Konzerthälfte.

In Concert: Radiophonic Workshop in der Elbphilharmonie

Das war ja vorhin ein, hm, ziemlich exklusives, wenn auch dafür umso enthusiastischeres Zuhörergrüppchen im kleinen Saal der Elbphilharmonie. Mir völlig unverständlich! Was ist schon ein simples (und, wie sich obendrein herausstellte, verkorkstes) WM-Gruppenspiel der deutschen Fußballherrennationalmannschaft gegen einen der raren Liveauftritte des Radiophonic Workshop in Deutschland?

Sollte es doch etwas wie Wiedergeburt geben und dabei weder Raum noch Zeit eine Rolle spielen, dann träte ich gerne nochmal als Mitglied dieser Veteranentruppe an. Ich meine, wie cool sind die denn bitte; erst bei der BBC Kultstatus erlangen und dann im fortgeschrittenen Alter mit ehemaligen Kollegen und neuen Mitstreitern die Bühne erobern: “The electronic Buena Vista Social Club”.

Ach ja, und ich möchte das Theremin spielen. (Bitte.)

Schreibfaul

Zu “12 von 12” hat meine Motivation heute nicht gereicht. Es war ein herrlich stinknormaler Arbeitstag – nach den Turbulenzen der vergangenen zwölf Monate weiß ich solche Tage sehr zu schätzen -, zum Mittag gab es Spaghetti Bolognese und am frühen Abend bin ich in der Hamburger Mönckebergstraße zum wiederholten Male spektakulär an zwei kleineren Einkaufsvorhaben gescheitert.

Wo wir gerade dabei sind: Über Max Richter, das 12ensemble und Sarah Sutcliffe mit “Infra” und “The Blue Notebooks” in der Elbphilharmonie habe ich auch noch nichts berichtet. Dabei war das Konzert sehr schön und bewegend. Das Ticket hat fast ein ganzes Jahr an meiner Pinnwand verbracht – ein neuer Rekord. Allein, manche Abende sind es wert. Dies war einer davon.

Aus unerfindlichem Grunde lösten Richters deutsch-englische Ansagen bei mir eine akute Londonsehnsucht aus. Für Sekundenbruchteile stellte ich mir vor, nicht in der Elbphilharmonie, sondern im Rang des Barbican Centre zu sitzen, um mich herum das klassiknerdige, britische Publikum, auf der Bühne neben dem Komponisten und den Musikern die Tänzer, für die “Infra” ursprünglich geschrieben wurde. Und da war ja auch noch die Sache mit dem Ticket für Ólafur Arnalds’ Debut in der Royal Albert Hall Mitte Mai. Immerhin konnte ich es in gute Hände abgeben – – –

Hier bitte einen tiefen Seufzer einsetzen. (Nächstes Jahr wieder.)

Schnelldurchlauf

Mittwoch

Manchmal reicht ein verschobener Konzerttermin, um eine kulturreiche in eine Kulturstreßwoche zu verwandeln. In diesem Fall war es das Konzert von JaKönigJa im Kleinen Saal der Elbphilharmonie. Ich hätte den Auftritt dennoch auf keinen Fall missen mögen, gerade auch wegen der Verstärkung durch Mitglieder der Jungen Symphoniker (Streicher, Holz- und Blechbläser). Das Zusammenspiel war bisweilen zwar nicht perfekt abgestimmt und auch in Punkto Sound und Abmischung wollten die klassischen nicht ganz zu den weniger klassischen Instrumenten passen. Dem besonderen Reiz der Kombination tat das keinen Abbruch.

Donnerstag

Anders als die Elbphilharmonie kann die Laeiszhalle nicht mit klimatisierten Räumen aufwarten. Bei den Temperaturen der letzten Maitage geriet das Stummfilmkonzert der Hamburger Symphoniker unter der Leitung von Stefanos Tsialis zur Herausforderung – am Ende der Veranstaltung war nicht nur der Dirigent gut durch. Sei’s drum, Charlie Chaplin (“Der Zirkus”, “Die feinen Leute”) geht einfach immer und unter allen Bedingungen.

Freitag

Irgendwie war es abzusehen: Seit Anfang der Woche waren Gewitter und Regenfälle bereits angekündigt, aber alles Unwetter beschrieb bis einschließlich Donnerstag einen eleganten Bogen um die Hansestadt. Punktgenau, gewissermaßen zur besten Sendezeit am ersten Tag des Elbjazz-Festivals, öffneten sich schließlich die Schleusen über Blohm & Voss und spülten unter anderem den Auftritt des Michael Wollny Trio über Bord. Zuvor hatte ich immerhin schon die von Kinga Głyk und dem Omer Klein Trio bewundern dürfen. Mein Glück im Unglück: In einer der kurzen Regenlücken zwischen 20 und 22 Uhr sprintete ich zum Alten Elbtunnel, um dann an den Landungsbrücken einem Bus der Linie 111 quasi in die Arme zu laufen, der schnellsten (und trockensten!) Verbindung von dort zur Elbphilharmonie. Dadurch war ich zwar eine gute Stunde zu früh, hatte dafür aber das feste Plaza-Dach über dem Kopf, was den Unterhaltungswert der letzten Gewitterausläufer erheblich steigerte.

Meine Reservierung hatte ich ursprünglich für “Michael Wollny & Friends” (Samstag, 23 Uhr) getätigt, dann aber bei der Ticketausgabe versehentlich eine Karte für “Michael Wollny & Konstantin Gropper” (Freitag, 23 Uhr) erhalten. Einerseits ärgerlich, verpaßte ich doch dadurch den gemeinsamen Auftritt Wollnys mit Vincent Peirani und Émile Parisien. Andererseits stehen Termine des Duos Wollny/Gropper noch seltener auf den Spielplänen. Die beiden präsentierten ihre ganz eigene Form eines Liederabends, inspiriert durch Schuberts “Winterreise”, und kombinierten Stücke aus diesem Zyklus mit Liedern und Songs u. a. von Richard Strauss, Madonna, Pulp und den Flaming Lips. Ungestraft, möchte ich hiermit betonen. Ein Ereignis.

Samstag

Als ein ähnlich magisches Erlebnis entpuppte sich die Darbietung von Kat Frankie tags darauf in der Hauptkirche St. Katharinen. Frankie trat zunächst solo mit Gitarre an, um zum zweiten Teil ein fünfköpfiges Vokalensemble mit auf die Bühne zu bitten. Wer die Akustik des Gebäudes kennt, bekommt bei der bloßen Beschreibung Gänsehaut. Phantastisch.

Gar nicht so einfach, danach auf GoGo Penguin umzuschalten. Aber da ich es sehr rechtzeitig zur Bühne am Helgen geschafft hatte, konnte ich den Auftritt, von Schiffsgetute und Feuerwerk in der unmittelbaren Nachbarschaft eingeläutet, aus der ersten Reihe verfolgen. Das half.

Dann wurde es auch schon wieder Zeit für das leichte Vollzeug nebst Südwester. Den lege ich den Veranstaltern hiermit wärmstens als potentiellen Merchandising-Artikel ans Herz – ich sag nur: Festivalkonzerte und Festivalbesucher mit Schirmen… nun ja. Ich beendete mein Elbjazz-Programm mit einem Stündchen bei Kamasi Washington und einer kurzen Stippvisite bei der Aftershowparty in der Schiffbauhalle.

Sonntag

Erlend Øye auf Kampnagel, akustisch, zusammen mit italienischen und chilenischen Musikern – eine solch tiefenentspannte Fröhlichkeit habe ich lange nicht auf einer Bühne gesehen. Oder überhaupt sonstwo. Es war fast unmöglich, sich dem zu entziehen und so ließ sich die K6 mehrheitlich anstecken.

Und gerade als ich dachte, ich hätte jetzt ein paar Tage Pause bis Max Richter kamen mir die “Hamburg Sounds” dazwischen. Stay tuned!

In Concert: Element of Crime in der Elbphilharmonie

Eigentlich hätte man den Veranstaltungstitel durch ein “& Freunde” ergänzen können, denn neben bzw. mit Sven Regener und Co. traten Bernd Begemann, Isolation Berlin und Andreas Dorau auf und Thees Uhlmann hat zumindest im Publikum gesessen. Außerdem stand ein Stück von Udo Lindenberg auf der erfreulich langen Setlist und mit “Surabaya Johnny” war sogar Kurt Weill vertreten.

Und da saßen Fans in der Elbphilharmonie, mehrheitlich! Was für ein Unterschied! Vielleicht wird das ja irgendwann auch in diesen Räumlichkeiten wieder die Norm. Wahrscheinlich bin ich dann immer noch in der Stadt, in der ich vor mittlerweile fast 13 Jahren Anker geworfen habe. Denn nach den Stürmen der letzten Monate bin ich mir nun sicher, daß er hält.

Das wird schön.

12 vom 12 im Mai

Der Tag beginnt ziemlich früh, denn der Zug Richtung Ostwestfalen fährt schon um kurz nach 8 Uhr ab. Ich pirsche mich sicherheitshalber nicht wie üblich über Münster, sondern über Hannover und Bielefeld an mein Ziel heran. Am Münsteraner Hauptbahnhof ist des Katholikentags wegen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen und irgendwie ist die Verbindung sowieso gerade kaputt, mutmaßlich aufgrund von Bauarbeiten.

Unterwegs
Unterwegs

Die Bahnlektüre ist zwar kein reines Freizeitvergnügen, aber dringend notwendig, um mein gesundes Dreiviertelwissen über elektronische Seekarten aufzupeppen. Abgesehen davon interessiert mich das Thema auch privat. Aus der BSH-Bibliothek konnte ich zwar nur die dritte Auflage ergattern, alle Exemplare der aktuellen liegen in Dauerausleihe auf diversen (mutmaßlich Rostocker) Schreibtischen. Macht aber für den Anfang nix – für das Draufschaffen der Grundlagen reicht’s.

"The Electronic Chart"
“The Electronic Chart”

Der Anschluß in Bielefeld ist etwas auf Kante genäht, aber alle Züge sind einigermaßen pünktlich und ich somit auch. Meine Mutter empfängt mich am Zielbahnhof.

Aus dem Fenster ihres Gäste-/Nähzimmers sieht man ein kleines Stück der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. (“Viel Gegend und hinter der Gegend noch mehr Gegend.”)

Gegend
Gegend

Ich mache einen kleinen Rundgang durch den Garten.

Wisteria
Wisteria
Clematis
Clematis

Zum Mittagessen gibt es Wildschweinfrikadellen. Es ist schon ziemlich praktisch, diverse Jäger in der Verwandtschaft zu haben.

Vom Wildschwein
Vom Wildschwein

Wir essen, schwatzen und halten Mittagsschlaf. Zum Kaffee gibt es Waffeln mit Rhabarberkompott und Vanillesauce.

Waffeln
Waffeln

Danach ist uns nach Bewegung und wir fahren zum Steinhorster Becken.

Steinhorster Becken
Steinhorster Becken

Leider habe ich kein Teleobjektiv dabei, daher als Textergänzung: Das ist ein Storchennest. Mit Storch.

Meister Adebar
Meister Adebar

Die Ems ist an dieser Stelle von “schiffbar” noch weit entfernt.

Ems
Ems

Am Abend backe ich einen Muttertags-Käsekuchen vor. Das Rezept an sich ist einfach, aber der Kuchen belegt für 3 1/4 Stunden den Backofen, bei drei verschiedenen Temperaturstufen, und muß dann noch mindestens acht Stunden gekühlt werden. Das wichtigste Werkzeug ist daher der Timer.

Cheesecake in the making
Cheesecake in the making

Ach guck, Judith Rakers. Ob sie wohl HSV-Fan ist?

(Un-)Absteigbar
(Un-)Absteigbar

Nach der Tagesschau geben wir uns den ESC in voller Länge und kriechen dann ermattet ins Bett.

Fortsetzung folgt (im Juni).


“12 von 12” ist ein Fotoprojekt für Blogger, wobei es mittlerweile auch viele Mitstreiter ohne Blog auf Twitter und Instagram gibt. Die gemeldeten Blogeinträge des heutigen Tages werden hier gesammelt.