12 von 12 im Oktober

So ein phantastisches Licht und kaum Zeit, um Fotos zu machen! Und das am 12.! Schlimm!

Stintfang (morgens)
Stintfang (morgens)

Mag sein, daß ich mich da wiederhole, aber: Es gibt schrecklichere Arbeitswege. (Hach.)

Einmal Heide rotweiß
Einmal Heide rotweiß

Dieses stets passend zur Jahreszeit gestaltete Beet gehört auch dazu. Ebenso wie der Blick ins Fenster eines Hotelfrühstücksraums, den ich aus nachvollziehbaren Gründen bildlich nicht festgehalten habe.

Seehydrographischer Dienst
Seehydrographischer Dienst

Fotos vom Arbeitsplatz sind ja auch so eine Sache. Aber dieses Fundstück wollte – nein, konnte! – ich euch nicht vorenthalten.

Büro, Büro
Büro, Büro

An meinem Arbeitsplatz gibt es unglaublich viel Flur. Geradezu klischeehaft viel davon. Man raunt, in Teilen des Gebäudes seien einst Stoever/Brockmöller-Tatortfolgen gedreht worden. Auch schon ziemlich lange her.

Hotel Hafen Hamburg
Hotel Hafen Hamburg

Nach getaner Arbeit geht es zurück Richtung S- und U-Bahn.

Stintfang (nachmittags)
Stintfang (nachmittags)

Same, but different!

Young Picasso
Young Picasso

Hier bin ich schon wieder in Barmbek.

Rotklinker
Rotklinker

Das Licht macht tolle Sachen mit den Rotklinkerfassaden im Stadtteil.

Himmel über Barmbek
Himmel über Barmbek

Und viel davon ist auch schon gar nicht mehr da. Wir haben zwar August-Temperaturen, aber an den Sonnenauf- und untergangszeiten merkt man eben doch, daß es schon Oktober ist.

Kinderzimmerkalender
Kinderzimmerkalender

Apropos Oktober, ich habe gestern Kalender gekauft. Leider habe ich ein Händchen dafür, mich für großartige Kalender zu begeistern, die dann ein Jahr später eingestampft werden. Letztes Jahr hatte ich den “Alle Welt”-Kalender und der Verlag hat etwas getan, was dem Einstampfen beinahe gleichkommt: Das Format wurde von hochkant auf quer geändert. Eigentlich sollte sich in der Branche herumgesprochen haben, daß Kalenderkäufer Gewohnheitstiere sind. Und es paßt halt kein Querformat an die Stelle im Flur, wo bei mir der Kalender hängt. Deswegen ist es nun wieder der Kinderzimmerkalender geworden. Macht man nix falsch mit.

Das bißchen Haushalt...
Das bißchen Haushalt…

Es folgt der hausfrauliche Schnelldurchgang durch die Wohnung.

Der nasse Fisch
Der nasse Fisch

Jetzt aber wirklich: Feierabend. Neulich habe ich ein paar Folgen “Babylon Berlin” gesehen. Fand ich nicht ungelungen, aber dann lief mir vorgestern beim BookCrossing-MeetUp das Original über den Weg und das gefällt mir schon nach wenigen Seiten so viel besser, daß ich die Serie wohl nicht weiter verfolgen muß.

Fortsetzung folgt (im November).


“12 von 12” ist ein Fotoprojekt für Blogger, wobei es mittlerweile auch viele Mitstreiter ohne Blog auf Twitter und Instagram gibt. Die gemeldeten Blogeinträge des heutigen Tages werden hier gesammelt.

12 von 12 im Juli

Suppe
Suppe

Die Wettervorhersage verheißt zwar bis zu 26°C, aber morgens ist es noch ziemlich trüb.

Acht Glasen
Acht Glasen

Am Stintfang ist es schon etwas sonniger…

Elphi & Co.
Elphi & Co.

… und auch die Elphi schält sich allmählich aus dem Dunst.

Gummiparagraph
Gummiparagraph

Im Büro muß ich erst einmal durchlüften. Damit das nicht in Türenknallen ausartet, habe ich mir dieses Helferlein besorgt. Zusammen mit dem farblich abgestimmten Türstopper erfüllt es beinahe täglich seine Pflicht. Und bringt mich zum Schmunzeln, denn ich bin zwar keine Juristin, arbeite aber in dem Sachgebiet, das sich unter anderem um die allgemeinen Rechtsangelegenheiten des Hauses kümmert.

Bürostuhl with a view
Bürostuhl with a view

Nach getaner Arbeit mache ich mich auf zur S-Bahn. Am Stintfang hat sich jemand den Aussichtsplatz gemütlich eingerichtet.

Segeln guckenSegeln gucken

Rund fünfundzwanzig Minuten später stehe ich am Alsterufer. Heute bin ich allerdings nicht nur zum Gucken hier…

Windspiel
Windspiel

… sondern um in die “Windspiel” der Segelsparte des FC St. Pauli eingewiesen zu werden. Meine Jollensegelkünste liegen seit einer Weile brach, daher ist das alles erst einmal ziemlich aufregend. Als ich die Pinne in der Hand habe, stelle ich fest: Ist wie Fahrrad fahren. Verlernt man nicht. Perfektion ist etwas anderes, aber wenn man los- und heile wieder ankommt, hat man zumindest die Lizenz zum eigenständigen Weiterüben nicht verloren.

Die andere Seite
Die andere Seite

Auch auf der anderen Alsterseite wird fleißig gesegelt.

Atlantic
Atlantic

Der Himmel über dem Hotel Atlantic. Was für ein Unterschied zu heute morgen!

Abhängen
Abhängen

Zuhause erstmal die Handschuhe zum Trocknen aufhängen. Solange die Sonne noch auf die Hauswand scheint.

Black CherryBlack Cherry

Die erste Tomate habe ich schon vor ein paar Tagen geerntet. Bald wird es für einen kleinen Salat reichen.

SundownerSundowner

Heute stehen Earth, Wind & Fire auf der Freilichtbühne im Stadtpark. Zum Sonnenuntergang wird der halbe Stadtteil mit “September” beschallt.

Ich bastele noch schnell diesen Blogeintrag und verfrachte mich dann Richtung Koje.

Fortsetzung folgt (im August).


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Hinter den Kulissen

Man nehme eine NDR Kultur Karte, einen Gleitzeitarbeitsplatz (alternativ einen freien Nachmittag) und ein wenig Losglück und voilà! Ist man im Fernsehen. Also, quasi.

Der Ton macht die Musik
Der Ton macht die Musik
Hamburg Journal
Hamburg Journal
Prompter
Prompter
Wahr. Schön. Gut.
Wahr. Schön. Gut.
Obacht!
Obacht!
Es werde Licht
Es werde Licht
Das rote Sofa
Das rote Sofa
ARD Brennpunkt
ARD Brennpunkt
Auswahl
Auswahl
"Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der:"
“Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der:”

Nur ins Tagesschau-Studio durften wir leider nicht, dazu braucht man nämlich eine Sicherheitseinweisung. Der Kameraroboter wegen.

Schreibfaul

Zu “12 von 12” hat meine Motivation heute nicht gereicht. Es war ein herrlich stinknormaler Arbeitstag – nach den Turbulenzen der vergangenen zwölf Monate weiß ich solche Tage sehr zu schätzen -, zum Mittag gab es Spaghetti Bolognese und am frühen Abend bin ich in der Hamburger Mönckebergstraße zum wiederholten Male spektakulär an zwei kleineren Einkaufsvorhaben gescheitert.

Wo wir gerade dabei sind: Über Max Richter, das 12ensemble und Sarah Sutcliffe mit “Infra” und “The Blue Notebooks” in der Elbphilharmonie habe ich auch noch nichts berichtet. Dabei war das Konzert sehr schön und bewegend. Das Ticket hat fast ein ganzes Jahr an meiner Pinnwand verbracht – ein neuer Rekord. Allein, manche Abende sind es wert. Dies war einer davon.

Aus unerfindlichem Grunde lösten Richters deutsch-englische Ansagen bei mir eine akute Londonsehnsucht aus. Für Sekundenbruchteile stellte ich mir vor, nicht in der Elbphilharmonie, sondern im Rang des Barbican Centre zu sitzen, um mich herum das klassiknerdige, britische Publikum, auf der Bühne neben dem Komponisten und den Musikern die Tänzer, für die “Infra” ursprünglich geschrieben wurde. Und da war ja auch noch die Sache mit dem Ticket für Ólafur Arnalds’ Debut in der Royal Albert Hall Mitte Mai. Immerhin konnte ich es in gute Hände abgeben – – –

Hier bitte einen tiefen Seufzer einsetzen. (Nächstes Jahr wieder.)

12 vom 12 im Mai

Der Tag beginnt ziemlich früh, denn der Zug Richtung Ostwestfalen fährt schon um kurz nach 8 Uhr ab. Ich pirsche mich sicherheitshalber nicht wie üblich über Münster, sondern über Hannover und Bielefeld an mein Ziel heran. Am Münsteraner Hauptbahnhof ist des Katholikentags wegen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen und irgendwie ist die Verbindung sowieso gerade kaputt, mutmaßlich aufgrund von Bauarbeiten.

Unterwegs
Unterwegs

Die Bahnlektüre ist zwar kein reines Freizeitvergnügen, aber dringend notwendig, um mein gesundes Dreiviertelwissen über elektronische Seekarten aufzupeppen. Abgesehen davon interessiert mich das Thema auch privat. Aus der BSH-Bibliothek konnte ich zwar nur die dritte Auflage ergattern, alle Exemplare der aktuellen liegen in Dauerausleihe auf diversen (mutmaßlich Rostocker) Schreibtischen. Macht aber für den Anfang nix – für das Draufschaffen der Grundlagen reicht’s.

"The Electronic Chart"
“The Electronic Chart”

Der Anschluß in Bielefeld ist etwas auf Kante genäht, aber alle Züge sind einigermaßen pünktlich und ich somit auch. Meine Mutter empfängt mich am Zielbahnhof.

Aus dem Fenster ihres Gäste-/Nähzimmers sieht man ein kleines Stück der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. (“Viel Gegend und hinter der Gegend noch mehr Gegend.”)

Gegend
Gegend

Ich mache einen kleinen Rundgang durch den Garten.

Wisteria
Wisteria
Clematis
Clematis

Zum Mittagessen gibt es Wildschweinfrikadellen. Es ist schon ziemlich praktisch, diverse Jäger in der Verwandtschaft zu haben.

Vom Wildschwein
Vom Wildschwein

Wir essen, schwatzen und halten Mittagsschlaf. Zum Kaffee gibt es Waffeln mit Rhabarberkompott und Vanillesauce.

Waffeln
Waffeln

Danach ist uns nach Bewegung und wir fahren zum Steinhorster Becken.

Steinhorster Becken
Steinhorster Becken

Leider habe ich kein Teleobjektiv dabei, daher als Textergänzung: Das ist ein Storchennest. Mit Storch.

Meister Adebar
Meister Adebar

Die Ems ist an dieser Stelle von “schiffbar” noch weit entfernt.

Ems
Ems

Am Abend backe ich einen Muttertags-Käsekuchen vor. Das Rezept an sich ist einfach, aber der Kuchen belegt für 3 1/4 Stunden den Backofen, bei drei verschiedenen Temperaturstufen, und muß dann noch mindestens acht Stunden gekühlt werden. Das wichtigste Werkzeug ist daher der Timer.

Cheesecake in the making
Cheesecake in the making

Ach guck, Judith Rakers. Ob sie wohl HSV-Fan ist?

(Un-)Absteigbar
(Un-)Absteigbar

Nach der Tagesschau geben wir uns den ESC in voller Länge und kriechen dann ermattet ins Bett.

Fortsetzung folgt (im Juni).


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12 von 12 im April

Das mit der Beitragsfrequenz muß ganz unbedingt wieder besser werden, sonst stehen hier am Ende nur noch “12 von 12”-Beiträge! Momentan kann ich meine Schreibfaulheit aber noch mit dem just erfolgten Jobwechsel entschuldigen. So etwas bindet bekanntermaßen Kapazitäten.

Mein Tag beginnt seit Anfang April deutlich früher als bisher. Das Schöne daran ist die Freiwilligkeit. Gleitzeit ist super!

Die erste Sorge des Tages gilt den im März noch nicht geschlüpften Tomatenkindern, die inzwischen kurz vor der Pubertät stehen.

Tomatenkinder
Tomatenkinder

Die S-Bahn-Station ist immer noch Baustelle, aber im nächsten Monat soll alles endlich fertig sein. Mal sehen, ob’s klappt.

Baustelle
Baustelle

Mein neuer Arbeitsweg führt am Stintfang vorbei. Auch von meinem neuen Büro aus kann ich die Glasenuhr im Glockenturm hören…

Am Stintfang

… und “Rickmer Rickmers”, “Cap San Diego” und Elbphilharmonie sehen. Hach. Hamburg.

Am Stintfang

In unmittelbarer Nachbarschaft gibt sich Deutschlands nördlichster Weinberg frühlingshaft.

Am Stintfang

Am Schreibtisch sind verschiedene Kleinigkeiten zu erledigen, die gestrige ganztägige Schulung zu verdauen und dann sind da noch diverse Ordner und Mappen, deren Inhalt mich dem künftigen Verantwortungsgebiet näherbringen soll. Bei soviel Input vergeht die Zeit wie im Flug.

Da ich noch verabredet bin, mache ich einigemaßen pünktlich Feierabend. Auf der Suche nach dem Geldautomaten entdecke ich eine grüne Tauschzelle.

Tauschzelle
Tauschzelle

Bis zu den “Tanzenden Türmen” und der U-Bahn-Station St. Pauli sind es von dort aus nur ein paar hundert Meter zu Fuß.

Tanzende Türme
Tanzende Türme

Weiter geht’s in die Schanze, Frau Sinnundverstand und Herrn Buddenbohm treffen.

Schanze
Schanze

Danach mache ich mich auf den Weg nach Hause.

Heimweg
Heimweg

Ein paar Schritte weiter wird’s gelb. “Nichts reimt sich auf Forsythien.”

Das gelbe Grauen
Das gelbe Grauen

Die letzten beiden Bilder stammen aus dem Balkongarten: Erbsen, Radieschen…

Erbsogram
Erbsogram

… Rosmarin und Schnittlauch starten nach der Wärme des letzten Wochenendes durch…

Schnittlauch
Schnittlauch

… die Erdbeeren scheinen dagegen noch skeptisch und ob der Thymian wirklich durch den Winter gekommen ist, wird sich wohl in den nächsten Tagen entscheiden.

Ich bastele mir ein Abendessen, diesen Blogbeitrag und begebe mich anschließend rechtschaffen müde mit einem Buch in die Horizontale.

Fortsetzung folgt (im Mai).


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Reklame

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Ich stehe seit dieser Woche wieder in Lohn & Brot! Und nicht irgendwo, sondern bei einer Bundesbehörde mit rund 500 Mitarbeitern am Standort Hamburg (und rund 850 insgesamt), dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. Das ist ganz schön spannend, wenn man bisher nur die (sogenannte) freie Wirtschaft und Betriebsgrößen bis ca. 50 Kollegen gewohnt war.

Wir kennen den echten Norden

Insbesondere die Orientierung, sowohl im Gebäudekomplex als auch in den Strukturen, ist nicht ganz trivial. Ich weiß zwar in etwa, welche Aufgaben das Haus im einzelnen hat, aber die Details sind noch einmal eine ganz andere Sache. Da trifft es sich günstig, daß am 21. April 2018 anläßlich des 150. Jahrestags der Eröffnung der Norddeutschen Seewarte ein Tag der offenen Tür anberaumt wurde. Das Haus in der Bernhard-Nocht-Straße 78 ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet, es wird ein Kinderprogramm angeboten und an den St. Pauli Landungsbrücken lädt eines der drei hauseigenen Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe zum Open Ship.

BSH, BSH, wie tief ist das Wasser?

Der Deutsche Wetterdienst nebenan macht übrigens auch mit.

Hast Du das auf dem Schirm?

Kommt alle!

12 von 12 im März

Und wieder ist er da, der Zwölfte. März! Hat das Jahr nicht gerade erst… schon gut, schon gut. Ich hör ja auf.

Es ist ein untypischer Montag, weil ich zurzeit zwischen Baum (= alter Job) und Borke (= neuer Job) hänge. Voraussichtlich ab April wird sich mein Tagesablauf entscheidend ändern und ich bin schon sehr gespannt darauf. Heute kann ich es dagegen noch ruhig angehen lassen.

Kindergarten

Die kleine Wasserflasche auf der Fensterbank ist ein untrügliches Zeichen dafür, daß ich mit der Tomatenanzucht begonnen habe. Offensichtlicher sind nur noch die beiden als Wachstumslampen dienenden Neonröhren, die jeden Morgen pünktlich um 6 Uhr anspringen, Zeitschaltuhr sei Dank.

Kindergarten
Kindergarten

Die Tomatenkinder haben sich allerdings einen anderen Tag zum Schlüpfen ausgesucht. Angesichts der Wetteraussichten kann ich ihnen das kaum verübeln.

Irgendwas mit Seekarten
Irgendwas mit Seekarten

Im Wohnzimmer liegen derweil grob sortierte Stapel mit Seekarten herum – eine Wochenendbeschäftigung, die noch des Abschlusses harrt.

Appe Kappe
Appe Kappe

Zunächst geht es aber zum Einkaufen. Ich stutze über ein Fundstück im nachbarlichen Vorgarten.

Frühlingsboten
Frühlingsboten

Im Supermarkt will man mit Blumen und bunter (Oster-)Deko Frühlingsgefühle wecken. Klappt heute eher so mittel.

HVV-Card
HVV-Card

Gegen Mittag mache ich mich auf Richtung Schanzenviertel. Am Automaten teste ich meine brandneue HVV-Card. Die ist leider nicht vergleichbar mit der Londoner Oyster Card; das Tarifsystem bleibt deutsch-kompliziert. Der bargeldlose Erwerb der gewünschten 2 Zonen-Wochenkarte klappt immerhin reibungslos.

Slàinte!
Slàinte!

In der Schanze bin ich zum Mittagessen verabredet. Die Runde ist lebhaft und die Portionen sind reichlich. Zum Nachtisch gibt’s Schnaps (bzw. Likör)…

Cohen+Dobernigg
Cohen+Dobernigg

… und einen kurzen Blick auf das stets verlockende Angebot der freundlichen Buchhandlung vor Ort.

Wetter
Wetter

Auf dem Weg nach Hause schiebe noch eine Besorgung ein. Der Blick auf den Telemichel verrät: So richtig hell wird es heute nicht mehr.

Der blonde Hans
Der blonde Hans
Der Glitzer ist geblieben
Der Glitzer ist geblieben

Abends geht es zum Social Media-Kulturstammtisch ins St. Pauli-Museum. Beim #SMSKulturHH tauschen sich vornehmlich im Kulturbereich tätige Social Media-Menschen (bzw. im Social Media-Bereich tätige Kulturmenschen) aus. Die Veranstaltungen sind aber auch für privat Aktive und Interessierte offen und finden an wechselnden Orten statt.

Jan Himp und die kleine Brise
Jan Himp und die kleine Brise

Wieder zuhause angekommen, widme ich mich zum Abschluß des Tages einer Bildungslücke. Das Buch steht schon seit einer ganzen Weile in meinem Regal und hat mindestens zwei Umzüge mitgemacht, nur zum Lesen bin ich bisher nicht gekommen. Aber jetzt!

Fortsetzung folgt (im April).


“12 von 12” ist ein Fotoprojekt für Blogger, wobei es mittlerweile auch viele Mitstreiter ohne Blog auf Twitter und Instagram gibt. Die gemeldeten Blogeinträge des heutigen Tages werden hier gesammelt.

Widerspruch

Ich habe da neulich einen Text bekommen, per WhatsApp.

*! Bitte Teilen !* 
Nicht ein einziger Kulturkreis geht uns so auf die Nerven, plündert uns so aus, terrorisiert ganze Stadtviertel wie diese fanatische Primatenkultur mit ihren mittelalterlichen Unsitten & Gebräuchen.
Mit keinem einzigen Zuwanderer, der zum Arbeiten!!! nach Deutschland kam, musste man je über Integration, Eingliederungsmaßnahmen, Sicherheitsrisiko….. sprechen.
Kein GRIECHE brauchte Schilder, dass man unsere Frauen nicht vergewaltigen darf, kein JAPANER musste darauf hingewiesen werden, dass man Frauen nicht ans Auto bindet und durch die Straßen schleift, kein SPANIER musste darauf aufmerksam gemacht werden, dass man Frauen nicht auflauert, nicht antanzt, kein BRITE, IRLÄNDER, NIEDERLÄNDER benötigte überteuerte Flirtkurse oder man musste ihnen zeigen, wie man richtig Frauen anbaggert und poppt.
Keinem THAILANDER wurde je erklärt, dass man Frauen nicht angrapschen darf.
Wir brauchten wegen ITALIENERN keine Armeslänge Abstand und für CHINESEN kein Pfefferspray oder eine Waffe.
Im Zug konnte man vollkommen Axt-frei fahren.
Integration war und ist für Griechen, Italiener, Vietnamesen, Russen und viele andere Nationalitäten eine Selbstverständlichkeit.
Diese Menschen sind ein Teil unserer Kultur geworden und haben unseren Alltag wirklich bereichert.
ABER NICHT DAS VOLK AUS DEM MORGENLAND MIT IHREN ENDLOSFORDERUNGEN…
“Ich will hier eine Moschee, ich will nur Halal Essen, ich will islamische Feiertage, ich will abgetrennte Bereiche in Schwimmbädern, ich habe 4 Frauen und 25 Kinder und habe keine Zeit zum Arbeiten, ich will ein Haus, ein Auto und Geld sonst mache ich Rabatz, meine Kinder fahren nicht mit zur Klassenfahrt, alle Ungläubigen müssen getötet werden usw. usw.”
KOSTE ES WAS ES WOLLE!!!
Es wird geraubt, überfallen, verprügelt, vergewaltigt und gemordet, als wäre dies das Selbstverständlichste von der Welt!
Wir wollen hier keine Idioten, die unser Leben nach ihren Vorstellungen gestalten wollen!
Klemmt euch eure Wunderlampe unter den Arm, setzt euch auf euren Teppich und fliegt zurück hinter den Bosporus oder nach Afrika!
Die Mehrheit der Europäer wird euch dankbar sein.
 *! Bitte Teile !* 

Das hat mich zunächst fassungslos hinterlassen und in der Folge einige Tage beschäftigt. Ob mein Widerspruch den Adressaten erreicht, ist fraglich. Ein Grund, ihn zusätzlich hier zu veröffentlichen.

Lieber Herr Dr. Sch.,

es geht nicht, ich kann diesen Text einfach nicht unwidersprochen lassen. Was nutzt es, wenn ich gegen den Thor Steinar-Laden in Barmbek, eine NPD- oder Pegida-Demonstration auf die Straße gehe, aber in Ihrem Falle kneife, nur, weil Sie so nett sind – ansonsten? Gar nichts.

Sie schreiben, dass jeder ein Recht auf eine eigene Meinung hat, aber nicht auf eigene Fakten.

Schauen wir uns zunächst den von Ihnen geteilten Text an. Fällt das bei Ihnen unter Meinung? Dann haben wir schon da unterschiedliche Definitionen. In meinen Augen handelt es sich um schlichte Hetze.

Da sind zunächst die Begriffe “Kulturkreis”, “Primatenkultur” und “Volk aus dem Morgenland”. Es bedarf keiner großer Interpretationsanstrengung, um den Islam als Feindbild in diesen Zeilen zu erkennen. Als positive Gegenbeispiele werden Griechen, Japaner, Spanier, Briten, “Irländer”, Niederländer, “Thailander”, Italiener, Chinesen, Vietnamesen und Russen angeführt. Und das auf eine dermaßen platt pauschale Art und Weise, dass ich mich frage, wie ein intelligenter und empathiefähiger Mensch, der Sie zweifelsohne sind, diesen Kram auch nur mit der Zange anfassen kann.

Argumente gefällig? Bitte sehr.

  1. Hier werden Äpfel (Glaubenszugehörigkeit und eine diffuse Regionalbezeichnung) mit Birnen (Nationalität) verglichen. Stellen Sie sich vor: Es gibt vietnamesische Moslems! Wie übrigens auch türkische Christen. Oder syrische. Ich kenne welche.
  2. Auch aus der Türkei und Nordafrika sind Gastarbeiter eingewandert, haben sich integriert und unsere Kultur bereichert. Essen Sie gerne Döner, Lahmacum oder Falafel? Waren Sie schon einmal im Hamam? Großartig. Heiße (sic!) Empfehlung!
  3. “… kein SPANIER musste darauf aufmerksam gemacht werden, dass man Frauen nicht auflauert, nicht antanzt…” Ach nein? Waren Sie mal in einer spanischen Disko? Als Frau, mit einer Gruppe von Frauen, ohne männliche Begleitung? Probieren Sie’s mal aus! Ähnlich üble Erfahrungen habe ich beispielsweise auch mit Italienern und Franzosen gemacht. Und, Überraschung! vor allem mit Deutschen. Und ich meine damit das, was einige Zeitgenossen “Biodeutsche” nennen.
  4. “… kein BRITE, IRLÄNDER, … benötigte überteuerte Flirtkurse oder man musste ihnen zeigen, wie man richtig Frauen anbaggert und poppt.” Glauben Sie mir, gerade diese Zielgruppe hätte das bitter nötig.
  5. “Im Zug konnte man vollkommen Axt-frei fahren.” “Früher war alles besser?” Come on, give me a break!
  6. “ABER NICHT DAS VOLK AUS DEM MORGENLAND MIT IHREN ENDLOSFORDERUNGEN… ” Hier kommen wir zum Thema Fakten. Wer fordert? Wem gegenüber? Was genau? Mit welchen Erfolgsaussichten? Ich hätte gern ein paar (belegbare) Beispiele. Davon ab: Unvernünftige und dreiste Forderungen sind kein Privileg einzelner Glaubensrichtungen oder Nationalitäten; stellen kann man sie immer und es wird fleißig davon Gebrauch gemacht in Politik und Gesellschaft. Die meisten dieser Forderungen landen da, wo sie hingehören: in der Tonne. Haben Sie so wenig Vertrauen in unsere Demokratie? Ich gebe unumwunden zu, meins hat nach dem Einzug der AfD in den Bundestag etwas gelitten. Und dennoch!
  7. “… ich will nur Halal Essen…” Es gibt einen Unterschied zwischen einer Pauschalforderung (von der Sie mich erst überzeugen müssen, siehe Punkt 6) und einer Rücksichtnahme auf religiöse Speisevorschriften. Was machen Sie mit dem gläubigen Christen, der in der Fastenzeit keinen Alkohol und keine Süßigkeiten anrührt und sich an Freitagen grundsätzlich fleischlos ernährt? Wenn schon der Begriff “halal” fällt, warum nicht auch gleich “koscher”? Oder sind Mitbürger jüdischen Glaubens erst beim nächsten Mal mit an der Reihe?
  8. “… ich will islamische Feiertage…” Nochmal: Wer fordert? Wem gegenüber? Fun fact: Im Norden Deutschlands wird dieser Tage voraussichtlich die Einführung eines neuen Feiertags beschlossen. Es handelt sich um den Reformationstag. Soweit zum Thema Islamisierung des Abendlandes.
  9. “… ich habe 4 Frauen und 25 Kinder …” Schönes Klischee! Ist mir noch nicht begegnet. Ok, sechs oder acht Kinder mit einer Frau, das schon. Wissen Sie was? Meine Mutter ist eines von dreizehn Geschwistern. Einige meiner Tanten und Onkel setzten diese Tradition fort, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen. Alles Asoziale?
  10. “… und habe keine Zeit zum Arbeiten, …” Wenn Sie wüssten, wie viele Geflüchtete arbeiten, studieren oder eine Ausbildung absolvieren wollen, aber durch Bürokratieauswüchse daran gehindert werden. Wenn Sie wüssten, wie viel Diskriminierung Nachkommen von Einwanderern auch in der x-ten Generation noch aushalten müssen, nur weil sie keinen deutsch klingenden Namen tragen. Das betrifft den Arbeits- genauso wie den Wohnungsmarkt.

Ja, es gibt Ghettobildung und Parallelgesellschaften. Ja, es gibt Viertel in deutschen Städten, da wähnen Sie sich in einem völlig anderen Kulturkreis. Ja, es gibt Sozialbetrug, Radikalisierung, islamistische Gewalt; es gibt Vergewaltigungen und sogar Morde. Ich stelle das nicht infrage. Aber ich mache nicht “den Islam” dafür verantwortlich. Sondern die Tatsache, dass es gute und böse Menschen unter allen Glaubensrichtungen und Nationalitäten gibt, unter seit jeher hier Ansässigen, Zugewanderten und hierher Geflüchteten. Und dass wir uns nicht wundern müssen über manches, wenn wir viele Menschen ohne Perspektive auf enge Räume zusammenpferchen und die, die es dennoch aus dieser Mühle geschafft haben, systematisch und vor allem pauschal ausgrenzen.

Wenn es etwas gibt, auf das das Wort “mittelalterlich” zutrifft, dann ist es dieser Text. Ohne Differenzierung wird an den Pranger gestellt – ja, wer eigentlich? Nichts Genaues weiß man nicht. Meine katholisch-ostwestfälische Erziehung allein sträubt sich schon gegen solch eine krude Gemengelage. Packen Sie noch Logik und Sachlichkeit dazu und das Ding verpufft vollends.

Um zum guten Schluss noch einmal einen Anglizismus zu bemühen: You can do (much) better!

Ich glaube daran.

Beste Grüße,
Susanne Dirkwinkel