The Show must go online (17)

Ich gestehe, ich habe nun endgültig den Überblick über das Kulturstreaming verloren. Dadurch habe ich blöderweise einiges verpasst, was ich gerne gesehen/gehört hätte. Zum Beispiel das Jahresabschlusskonzert des Tingvall Trio am 13. Dezember. Mist!

Noch nicht zu spät ist es dagegen für Chilly Gonzales’ “A Very Chilly Christmas Special” auf ARTE Concert (verfügbar bis 21. Januar 2021).

Am zweiten Weihnachtsfeiertag sendet das Philharmonische Staatsorchester unter der Leitung von Kent Nagano ein Weihnachtskonzert aus dem Hamburger Michel (zu sehen auf YouTube).

Am 27. Dezember folgt “Vetrasól”, das Weihnachtskonzert von Árstíðir aus der Fríkirkjan in Reykjavík. Ich hatte Ende letzten Jahres das Vergnügen in München und freue mich daher umso mehr, die Jungs auch einmal in ihrer natürlichen Umgebung erleben zu dürfen. Sei es auch nur vom heimischen Sofa aus.

Wem das alles zu besinnlich ist, der findet eventuell am “Kabarettistischen Jahresrückblick 2020” gefallen, aufgezeichnet im Mehringhoftheater Berlin.

Oder am Neujahrskonzert von Erobique! Special Guest: das Bo.

Wer “zwischen den Jahren” Zerstreuung sucht, kann sich beispielsweise im Rahmen der Ausstellung “Karten Wissen Meer – Globalisierung vom Wasser aus” auf der Webseite des Deutschen Schifffahrtsmuseums eine eigene Seekarte zusammenbauen. Oder einen Blick auf alte Schätzchen der hauseigenen und der Sammlung Perthes Gotha werfen.

Außerdem hat das National Theatre das Bitten und Flehen seines Publikums erhört und bietet nun regulär einen “At Home”-Streamingdienst an. Hurra! Ich habe gleich am ersten Tag ein Abo abgeschlossen, aber seither noch kein einziges Stück angeschaut. Es gab so viel anderes Zeug zu sehen und zu hören! Mein Vorsatz daher für 2021: den Theaterdonnerstag wieder einführen und genüsslich das Archiv leer gucken. Sollte mir nicht allzu schwerfallen.

Reklame

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Ich stehe seit dieser Woche wieder in Lohn & Brot! Und nicht irgendwo, sondern bei einer Bundesbehörde mit rund 500 Mitarbeitern am Standort Hamburg (und rund 850 insgesamt), dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. Das ist ganz schön spannend, wenn man bisher nur die (sogenannte) freie Wirtschaft und Betriebsgrößen bis ca. 50 Kollegen gewohnt war.

Wir kennen den echten Norden

Insbesondere die Orientierung, sowohl im Gebäudekomplex als auch in den Strukturen, ist nicht ganz trivial. Ich weiß zwar in etwa, welche Aufgaben das Haus im einzelnen hat, aber die Details sind noch einmal eine ganz andere Sache. Da trifft es sich günstig, dass am 21. April 2018 anlässlich des 150. Jahrestags der Eröffnung der Norddeutschen Seewarte ein Tag der offenen Tür anberaumt wurde. Das Haus in der Bernhard-Nocht-Straße 78 ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet, es wird ein Kinderprogramm angeboten und an den St. Pauli Landungsbrücken lädt eines der drei hauseigenen Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe zum Open Ship.

BSH, BSH, wie tief ist das Wasser?

Der Deutsche Wetterdienst nebenan macht übrigens auch mit.

Hast Du das auf dem Schirm?

Kommt alle!

An diesem Tag

Man kann über Facebook behaupten, was man will, aber es kann extrem praktisch sein. Gerade zu Kommunikationszwecken. Eines meiner Lieblingsfeatures ist die Erinnerungsfunktion, “An diesem Tag” (“On this day”) genannt. Da kommt, das kann man so einstellen, morgens um kurz nach 8 Uhr eine Pushmeldung aufs Telefon, die einem zeigt, was heute vor einem Jahr war. Oder vor zwei Jahren. Oder drei. Das beinhaltet natürlich nur das facebookeigene Gedächtnis, aber wenn man wie ich regelmäßig dort postet, und sei es nur den Link zum neuesten Blogartikel, kommt an manchen Tagen ein interessantes Mosaik zustande.

Die Liste von heute Morgen:

Es hat eine Weile gedauert, bis Isabel und Maximilian mich zu einem Auftritt bei “Was machen die da” überreden konnten und es war ein ziemlich merkwürdiges Gefühl, auf diese Weise in der Netz-Öffentlichkeit zu stehen. Gar nicht so angenehm im ersten Anlauf.

Als die ersten Reaktionen eintrudelten, verschwand mein Unbehagen jedoch schnell. Ich lernte gleich eine ganze Reihe neuer Leute kennen, bekam viel Anerkennung, führte einige Diskussionen über Teile des Inhalts und meiner im Text geäußerten Meinung und begriff überhaupt nach Jahren erstmalig, dass das, was ich da gemacht habe, ein ziemlich außergewöhnlicher Job war. Etwas, auf das man stolz sein kann, etwas, was nicht jede(r) kann und macht. Aus meinem Tunnel heraus kam es mir gar nicht so vor, zumal zum Zeitpunkt des Interviews nicht, irgendwann zwischen Tagesgeschäft, Katalogredaktion, Messevorbereitung und den übrigen Widrigkeiten des Arbeitsalltags.

Was seinerzeit angestoßen wurde, auch bezüglich meines Selbstverständnisses, hat Wellen geschlagen. Und es nutzt mir gerade im Moment, denn den Job gibt es mittlerweile nicht mehr und so forsche ich zurzeit nach einer neuen Nische. Der Möglichkeiten sind erfreulich viele, ich ermittele gewissermaßen in alle Richtungen und die ersten Resonanzen sind vielversprechend. Die für mich erreichbaren Dinge mit Meer, Schiff und/oder Seekarten(-daten) sind dabei besonders rar gesät, aber ich bin an einigem dran, die Grundidee ist ja weiterhin charmant. Auch aus diesem Grunde nutze ich die Gelegenheit, den Artikel aus dem (Facebook-)Archiv ins relative Rampenlicht des Susammelsuriums zu holen.

Wie sagt man so schön im Angelsächsischen? To whom it may concern.