In Concert: Clannad in der FABRIK

Zu dem “In a Lifetime – The Farewell Tour”-Konzert von Clannad in der FABRIK kam ich ursprünglich über einen Corona-Konzertgutschein, den ich dann doch nicht einlösen konnte. Last chance to see, dann doch schon!

Clannad begleiten mich seit Mitte der 80er. Der Soundtrack “Legend” zur britischen Serie “Robin of Sherwood” war eine der ersten LPs, die ich mir kaufte.

Ich mochte den New Age-Touch dieser Stücke damals sehr, ebenso Titel wie “Newgrange”, “Sirius”, “I Will Find You” und “In a Lifetime”. Aber wirklich verliebt habe ich mich in die Truppe, als ich das Album “The Celtic Voice” aus dem Jahr 1997 entdeckte, welches ganz und gar akustisch daherkommt.

Wie es sich für eine “Farewell Tour” gehört, war am vorgestrigen Abend von allem etwas dabei. In der FABRIK hatten sich mehrheitlich Fans versammelt, die mit ihrer Band in Ehren ergraut waren. Einer der Konzerttermine, bei denen man mit Ende 40 noch den Schnitt senken kann. Ich kannte nur wenige Stücke nicht und befand mich im permanenten Gänsehaut-Modus.

Fazit: Clannad live, das hätte ich längst schon eher machen sollen. Immerhin, ich habe die letzte Chance genutzt.

 

Platzhalter

Worüber ich in den letzten Tagen mangels Zeit, Ruhe und Konzentration nicht gebloggt habe:

Gestern Abend hätt’ ich können, aber da habe ich diverse Trockenfrüchte in Alkohol eingelegt. Und heute Plätzchen gebacken.

Muss an der Jahreszeit liegen.


*) des laufenden Jahres

In Concert: Das Tingvall Trio in der FABRIK

Ich erinnere nicht mehr genau, wann die Algorithmen bei Spotify angefangen haben, mir Jazz und -verwandtes in den “Mix der Woche” zu spülen. Plötzlich war da “Remembering” von Avishai Cohen, dann kamen zwei, drei Sachen von Ibrahim Maalouf dazu, “Kneel Down” vom Neil Cowley Trio, “746” vom Trio Elf und so weiter; nicht auffällig viel, aber es war immer mal wieder etwas aus der Richtung dabei.

So auch geschehen mit “Den Gamla Eken” vom Tingvall Trio. Das war, und das weiß ich in diesem speziellen Fall genau, Anfang Mai dieses Jahres und traf meine seinerzeit (vorsichtig) optimistische Frühlings-Aufbruchsstimmung auf den Punkt. Zwar wurde diese wenige Tage später brutalstmöglich ausgebremst, doch der Titel verblieb in meiner “Best of ‘Mix der Woche'”-Playlist und der Name Tingvall in meinem Gedächtnis.

Auch aus diesem Grunde saß ich Ende August in der Staatsoper und sah und hörte Martin Tingvall zum ersten Mal live spielen. Es gibt einige Pianisten, die mich beeindrucken, faszinieren, deren Spiel ich bewundere und deren Musik zu meinen Lieblingen zählt. Es gibt aber nur sehr, sehr wenige, in die ich aus dem Stand klavierverliebt bin. Martin Tingvall ist erst der Zweite.

Warum genau, ist schwer zu erklären. Wenn ich schreibe, dass ich bei Martin Tingvall nicht höre, wo der Mann aufhört und der Flügel anfängt und dass ihm das Instrument Stimme ist, ist das nur ein Teil. Die Art des Körpereinsatzes spielt eine Rolle, ebenso wie die Tatsache, dass er zu den Menschen gehört, die einem ausgewachsenen Steinway & Sons-Konzertflügel mit all seinen Stärken und Schwächen ganz und gar spielerische, leichte, ja zärtliche Töne entlocken können. Überhaupt, Spielfreude: Wenn es jemanden gibt, auf den dieser Begriff zutrifft, dann auf Martin Tingvall.

Da kommt der Rest des Trios ein bisschen zu kurz, zugegeben. Das ist nicht gerecht, aber ich bin nun einmal hemmungslos pianozentriert. Ich hoffe, Jürgen Spiegel (Drums) und Onar Rodriguez Calvo (Bass) können mir das verzeihen.

Jedenfalls, es war grandios gestern. Die komplett ausverkaufte FABRIK tobte und es wird mit Sicherheit nicht mein letztes Tingvall Trio-Konzert gewesen sein.