März

Mit dem März kam der Pollenflug. Ich bin immer wieder fasziniert von dem Energieknick, der damit einhergeht. Trotz erfolgreicher medikamentöser Bekämpfung der äußerlich wahrnehmbaren Symptome. Immerhin, es sind bei mir „nur“ die Frühblüher. Spätestens wenn die Birke durch ist, beginnt der Sommer und die Kurve geht wieder nach oben. Und im Frühjahr findet Kultur ja auch noch vermehrt drinnen statt.

„Siegfried Lenz zum 100.“ im Rolf-Liebermann-Studio

So zum Beispiel der Festivalauftakt zu „Hamburg liest Lenz“, veranstaltet von NDR Kultur in Kooperation mit der Siegfried Lenz Stiftung im Rolf-Liebermann-Studio. Dass das Studio einst eine Synagoge beziehungsweise ein jüdischer Tempel war, erfuhr ich erst letzten Herbst bei einer der öffentlichen Architektur- und Kunstführungen über das NDR-Gelände am Rotherbaum. In den Saal konnten wir damals nicht, weil dort geprobt wurde. Auch weil man uns mitteilte, dass das Studio möglicherweise nicht mehr lange zum Gebäudeensemble des NDR gehören würde, achtete ich in der Folge verstärkt auf Veranstaltungsankündigungen, um dann bei „Siegfried Lenz zum 100.“ zuzuschlagen.

Aber Raumneugier war nicht meine einzige Motivation. Das Literaturfestival „Hamburg liest“, in dem jedes Jahr ein anderes Thema in den Mittelpunkt gestellt wird, hatte ich bisher nämlich ebenfalls nur am Rande wahrgenommen. Dieses Jahr liest (beziehungsweise las, das Festival ging bis zum 31. März) Hamburg Siegfried Lenz, der im vergangenen Monat 100 Jahre alt geworden wäre. Neben der offiziellen (und wie immer hörenswerten) Eröffnungsrede durch Kultursenator Carsten Brosda wurden das TV-Doku-Drama „100 Jahre Siegfried Lenz – Was würdest du tun?“, eine anlässlich des Jubiläums neu erschienene Graphic Novel mit Episoden aus dem Leben des Schriftstellers und die „Lenz Challenge“, ein vom NDR initiiertes Projekt für Schulklassen, vorgestellt.

In dem Doku-Drama begibt sich mit Inspektor Tondi eine von Jonas Nay gespielte Siegfried-Lenz-Figur auf die Suche nach der Relevanz Lenz’scher Themen und Motive in der heutigen Zeit. Ich fange mit solchen Formaten gar nichts an – ich mag meine Dokus möglichst ohne Drama. Für mich zugänglicher waren da die exemplarisch von drei der insgesamt 16 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern vorgestellten Auszüge aus der Graphic Novel und auch die Schulklasse aus Osterholz-Scharmbeck hat mich beeindruckt, die mit ihrem Reel über das Lenz-Hörspiel „Zeit der Schuldlosen“ den Landeswettbewerb Niedersachsen der „Lenz Challenge“ gewonnen hatte. Hinzu kamen von Catrin Striebeck, Bjarne Mädel und Stephan Kampwirth vorgetragenen und teils von Jonas Landerschier am Klavier begleiteten Texte des Jubilars, darunter „Der Seehund aus der Wasserleitung“ und „Jütländische Kaffeetafeln“.

Leider ist mir nicht gelungen, eine der übrigen „Hamburg liest Lenz“-Veranstaltungen zu besuchen. Auch an den bei ARD Sounds neu eingestellten Hörspielen habe ich mich vergeblich versucht. Was allerdings daran liegt, dass ich trotz vielfacher Bemühungen einfach keinen Zugang zu Hörspielen finde. Egal vom wem oder worüber. Ansonsten beschlich mich während der von Christoph Bungartz souverän moderierten, unterhaltsamen und rundherum gelungenen Veranstaltung trotz aller Bemühungen der Beteiligten der Eindruck, als wolle man den Nachkriegserzähler Lenz wenn auch nicht mit Gewalt, so aber doch auf Teufel komm raus und mit pädagogisch anmutendem Nachdruck in die Gegenwart zerren. Ich bin nicht sicher, ob das gelingen konnte. Mich würde auch deshalb der Altersschnitt der Besucherinnen und Besucher der „Hamburg liest Lenz“-Veranstaltungen interessieren. Bei der Matinee am 1. März war dieser jedenfalls recht hoch.

„FAST FORWARD“ in der Hamburgischen Staatsoper

Nachdem ich neulich so begeistert von John Neumeiers „Tod in Venedig“ war, lockte es mich erneut zu einer Ballettaufführung in die Hamburgische Staatsoper. Gegeben wurden vier Stücke aus unterschiedlichen Phasen der Tanzgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts: „Serenade“ von George Balanchine (1935), „Totentanz“ von Marcos Morau (2023), „Annoncation“ von Angelin Preljocaj (1995) und dem Auftragswerk „The Moon in the Ocean“ von Xie Xin (2026). Meine beiden Favoriten waren „Totentanz“ und „The Moon in the Ocean“ und meine Faszination mit dem Tanz als künstlerischer Ausdrucksform insgesamt ist an diesem Abend ein weiteres Stück gewachsen. Ich saß auf einem sehr guten Platz, was in der Staatsoper – ich erwähnte es bereits – einen signifikanten Unterschied macht. Der leider auch im Geldbeutel signifikant spürbar war, denn beim Ticketdeal-Angebot für diese Veranstaltung hatte ich dummerweise nicht rechtzeitig zugeschlagen. Diesen Fehler werde ich nach Möglichkeit nicht wiederholen.

Brad Mehldau und die Hamburger Camerata unter der Leitung von Clark Rundell im Großen Saal der Elbphilharmonie

Als ich das Ticket für das Konzert am 12. März 2026 kaufte, war es mir nicht bewusst gewesen. Als ich dann aber im Großen Saal der Elbphilharmonie Platz nahm, um die beiden Mehldau-Kompositionen „Variations on a Melancholy Theme“ und „Concerto für Klavier und Orchester“ sowie die beiden Zugaben – Improvisationen zu „Variations on a Melancholy Theme“ und „Cry Me a River“ – zu hören, fiel es mir wieder ein: Ich hatte schon einmal an einem 12. März im Großen Saal bei Brad Mehldau gesessen, vor sechs Jahren nämlich; sicher nicht nur mir besonders im Gedächtnis geblieben als das letzte Konzert vor der Coronaschließung.

Dieses Mal trat Mehldau nicht als Teil seines Trios, sondern gewissermaßen als mitausführender Komponist zweier Stücke für Klavier und Orchester auf. Beide haben mir sehr gefallen. Die beiden (Solo-)Zugaben fungierten einerseits als Sahnehäubchen, andererseits hätte sich allein dafür der Eintritt gelohnt.

Ein wenig bedauerte ich, nicht noch weitere Termine des Mini-Festivals „Reflektor Brad Mehldau“ wahrgenommen zu haben. Aber wahrscheinlich wäre mir das zu viel geworden.

Kai Schumacher und Benedict Kloeckner mit „Fratres“ im Kleinen Saal der Elbphilharmonie

Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie sah und hörte ich wenige Tage später ein um die Komposition „Fratres“ von Arvo Pärt konzipiertes Programm, in dem sich Schumacher und Kloeckner gemäß Beschreibungstext „auf die Suche nach Arvo Pärts Brüdern (und Schwestern) im Geiste“ begaben.

Neben dem Pärt-Stück wurden unter anderem „Metamorphosis Nr. 2“ von Philip Glass, „The Pleasure at Being the Cause“ von Christopher Cerrones, die Auftragskomposition „Reminiscenza“ von Sophia Jani sowie das Stück „Sayyid Chant And Dance Nr. 9“ von Georges Gurdjieff aufgeführt. Obwohl zum Teil wild unterschiedlich anmutend, waren die Bezüge zu Pärt geschickt gewählt und – zumindest für mich – aus jedem der präsentierten Blickwinkel überzeugend und nachvollziehbar.

Im Stück „Rausch“ von und mit Kai Schumacher hörte ich indes weniger Pärt, dafür aber viel Nils Frahm. Davon wollte Schumacher auf meine Nachfrage hin zwar nichts wissen. Dass beide sich auf ähnliche Wurzeln und Vorbilder berufen, ist allerdings nicht zu leugnen. Abgesehen davon haben mir Idee, Zusammenstellung und Ausführung des Projekts so gut gefallen, dass ich mir die CD kaufte und signieren lies. Das kommt so oft nicht vor.

Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Sir Simon Rattle im Großen Saal der Elbphilharmonie

Für den Auftritt des BRSO unter Sir Simon Rattle im Großen Saal der Elbphilharmonie hatte ich erheblich tiefer in die Kasse greifen müssen als ich es sonst für Orchesterkonzerte gewöhnlich tue. Natürlich hätte ich auch eine andere als meine Stammpreisklasse wählen können. Aber irgendwas in mir widerstrebte dem und glücklicherweise hatte ich noch einen Gutschein zu verbraten – warum also den nicht in eines der besten Orchester der Welt unter einem meiner Lieblingsdirigenten investieren! Man muss den für die Preisgestaltung verantwortlichen Personen auch zugestehen, dass es für das Hauptwerk des Abends, der Sinfonie Nr. 2 c-Moll („Auferstehung“) von Gustav Mahler, einfach verdammt viel Personal braucht. Neben richtig viel Orchester bedurfte es auch eines Chors, in diesem Fall dem des Bayerischen Rundfunks, sowie eines Soprans (Louise Alder) und eines Alt- beziehungsweise Mezzosoprans (Beth Taylor).

Vorangestellt wurde der Sinfonie „Remember Not Lord Our Offences Z 50“ von Henry Purcell, ein als Vokalstück arrangiertes Kirchenlied, das Rattle nahtlos in das „Nachtlied für gemischten Chor und Orchester op. 108“ von Robert Schumann übergehen lies. Man musste die Zusammenstellung nicht intellektuell verstehen wollen oder den im Programmheft abgedruckten Versuch einer solchen Herleitung nachvollziehen können. Sie funktionierte einfach. Wohl auch deshalb, weil im Programm insgesamt keine Pause vorgesehen war. Schade, dass Teile des Publikums diese Dramaturgie durch Beifallsbekundungen nach dem ersten Sinfoniesatz störten. Zerstören konnte aber auch diese Unterbrechung den Gesamteindruck nicht. Auch der teure Platz zahlte sich aus: Nicht nur ist das BRSO tatsächlich mindestens eine Klasse besser als die örtlichen Ensembles, von meinem Platz seitlich der Bühne in 13 F konnte man auch Mimik und Körpersprache des Dirigenten ganz wunderbar beobachten. Ich lege mich fest: Niemand dirigiert so schön mit den Augenbrauen wie Sir Simon! Auch der Chor und die beiden Solistinnen beeindruckten (mich vor allem Beth Taylor). Ein phantastischer Abend und im Nebeneffekt eine perfekte Ergänzung zu meiner Teilbegegnung mit der Auferstehungssinfonie in Christoph Marthalers „Die Unruhenden“ im vergangenen Januar.

Wer nachhören und -empfinden will: Eine Aufzeichnung des Konzerts ist bis zum 21. September 2027 in der Elbphilharmonie-Mediathek verfügbar. Darin auch enthalten: Die Verabschiedung des Trompeters Hannes Läubin, der fünfzig Jahre zuvor beim NDR Sinfonieorchester seine Karriere als professioneller Orchestermusiker begonnen hatte und an diesem Abend in den Reihen des BRSO sein letztes Konzert als ebensolcher bestritt.

Ein schönes Erlebnis jenseits der Kameras möchte ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen: Da an diesem Tag ein U-Bahn-Streik sehr ungünstig mit Bauarbeiten auf „meiner“ S-Bahn-Strecke kollidierte und sich herausstellte, dass auch mein 85jähriger Sitznachbar davon betroffen war, taten wir uns kurz entschlossen zusammen und teilten uns für den Heimweg ein Taxi. Wir lernten dabei sogar einen klassikaffinen Taxifahrer kennen. Das war richtig nett.

Jochen Malmsheimer: „Wenn Worte reden könnten oder: 14 Tage im Leben einer Stunde“ in Alma Hoppes Lustspielhaus

Nicht ganz so begeistert war ich von Jochen Malmsheimers Auftritt in Alma Hoppes Lustspielhaus ein paar Tage später. Nicht nur Texte wie „Omma“ wirken doch mittlerweile etwas (haha) angegraut.

Nummern wie „Bahnhof basteln“, „Der mit dem Hund tanzt“, „Wenn Worte reden könnten“ und die Beschreibung einer Fete in den 80ern (Stichwort Partykeller, zu wenig Bier, Lambrusco und Nudelsalat) haben ebenfalls schon einige Jahre auf dem Buckel. Malmsheimer griff tief ins Archiv und schien auch nicht auf der Suche nach jüngerem Publikum zu sein. Ich hingegen hatte auch auf neue Texte gehofft und wurde daher enttäuscht. Schade.

Sommersonnenwende

Ich traue dem Trend: Es geht aufwärts! Nicht linear, aber immerhin tendenziell. Der Juli ist erreicht und damit auch zwei berufliche Meilensteine, von denen einer hoffentlich zur weiteren Besserung beitragen wird.

In der Zwischenzeit berichte ich über die Monate Mai und Juni.

Mai

Im Mai war ich erstmals bei „Wir sind spät, aber es ist noch heute“, der „MusikFilmLeseBühne“ mit Julia Herrgesell, Herbert Hindringer, Katrin Seddig (Text), Katharina Stiel und Thea Seddig (Film) sowie wechselnden musikalischen Gästen im Nachtasyl. „WSSAEINH ist ein Gesamtkunstwerk, künstlerisches Experiment und Antwort auf ungestellte Fragen, so unterhaltsam wie fordernd, hart aber schön“, so die Beschreibung. Das trifft es sehr gut und das Nachtasyl mit seiner Wohnzimmeratmosphäre plus Bar ist die perfekte Spielstätte dafür. Der Abend im Mai fand im Rahmen des Festivals „Hamburg liest die Elbe“ statt und war daher entsprechend wasser- bzw. elbelastig. Die Musik stammte von Doro Offermann (Saxophon) und ­Maria Rothfuchs (Kontrabass). Insgesamt war es eine sehr abwechslungsreiche, hm, Zusammenstellung? Collage? Ich war jedenfalls nicht zum letzten Mal dabei. Im Juni konnte ich leider nicht, aber wenn ich es richtig gesehen habe, ist der nächste Termin im September.

Meine erste LIGNA-Erfahrung führte mich 2021 in den stillgelegten Kaufhof Mönckebergstraße. Bei „Das Wunder von Hamburg – eine Wallfahrt zum Elbtower und anderen Ruinen“ steigt das Publikum in einen fahrenden Theaterbus und reist zu fragwürdigen Bauprojekten beziehungsweise deren Resten in der Stadt.

Kurzer Olaf
Kurzer Olaf

Neben dem Elbtower, im Hamburger Volksmund mittlerweile auch „kurzer Olaf“ genannt, lagen unter anderem die Esso-Häuser auf St. Pauli, die Europapassage, der Neubau der Gänsemarkt-Passage – eine weitere Benko-Hinterlassenschaft – und der Ort, an dem die Kühne-Oper entstehen soll auf der Route der performativen Stadtrundfahrt. Auch das seit Jahren brachliegende Holstenareal wurde zumindest filmisch berücksichtigt. Ein amüsanter Nebeneffekt der etwas anderen Stadtrundfahrt waren die erstaunten Blicke der Passanten. Wir müssen ein lustiges Bild abgegeben haben; nicht nur passiv zuhörend und zuschauend hinter der Glasfront des umgebauten LKW, sondern auch, entsprechenden Anweisungen über Kopfhörer folgend, auf auf unseren Wegen durch die Europapassage, auf der Straße unterhalb der ehemaligen Karstadt-Brücke und auf dem Platz gegenüber der Elbtower-Baustelle. Allesamt durch das LIGNA-Team poetisch verpackte, aber dessen ungeachtet haarsträubende Stories, aus denen klar wird: Wenn Investoren und Spekulanten mit Versprechungen und Geldern winken, haben nicht nur Bedürfnisse und Wünsche der Stadtgesellschaft allzuoft das Nachsehen, sondern auch die kommunalen Haushalte. Solche Touren ließen sich in vielen Städten problemlos nachbilden, nicht nur in Deutschland. Sie sollten Pflichtprogramm für Entscheidungsträgerinnen und -träger sein.

re:publica 25: Generation XYZ
re:publica 25: Generation XYZ

Über die re:publica 2025 in der STATION Berlin hätte ich unter normalen Umständen einen eigenen Bericht geschrieben.

Digitalminister auf Stippvisite
Digitalminister auf Stippvisite

Auf den ersten Blick stellte sich die Veranstaltung als ein gigantisches, alle Sinne überwältigendes, als Festival getarntes, mediales und politisches Schaulaufen dar. Ich verbrachte den Großteil des ersten Tages meines re:publica-Debuts damit, mich zurecht zu finden. Wo ist was, wie kommt man am Schnellsten von A nach B und zurück? Wie ist die Verpflegungssituation? Wo ist die Kloschlange am Kürzesten? Wie umgehen damit, dass alles vermeintlich besonders Interessante zur gleichen Zeit stattfindet? Wann die Zeit finden, sich mit Leuten zu verabreden?

Ost-West-Begegnung auf der ARD ZDF Media Stage
Ost-West-Begegnung auf der ARD ZDF Media Stage

Die vorläufige Schlussfolgerung, mehr nach Leuten zu gucken und nicht primär nach Themen, habe ich am zweiten und dritten Tag umzusetzen versucht. Überraschenderweise hatte ich mich Ende deutlich mehr mit beruflichen beziehungsweise Studiumsthemen beschäftigt als mit privaten Interessen. Überrascht war ich auch darüber, wie wichtig, ja nachgerade wohltuend das für mich war (Stichwort „Therapiestunde zur Verwaltungsdigitalisierung“). Dabei konnte ich meine ganz und gar privat finanzierte Teilnahme mangels entsprechender Anerkennung bedauerlicherweise nicht einmal als Bildungsurlaub abwickeln.

Keine digitale Sau: Rosalinde
Keine digitale Sau: Rosalinde

Bei einem „Das Festival für die digitale Gesellschaft“ werden naturgemäß hauptsächlich digitale Säue durchs bundeshauptstädtische Dorf getrieben. Aber eben nicht nur. Ein Beispiel war die sehr gut besuchte und ebenso ernüchternde wie ermutigende Podiumsdiskussion „Wer hat Angst vor den Wechseljahren?“ mit Miriam SteinMandy Mangler und Franka Frei (moderiert von Franzi von Kempis).

Podiumsdiskussion: "Wer hat Angst vor den Wechseljahren?"
Podiumsdiskussion: „Wer hat Angst vor den Wechseljahren?“

Weitere Highlights waren Natascha Strobl mit „Vom Schwarzhemd zu TikTok. Postmoderner Faschismus“, Dr. Pop, Diane Weigmann, Ralph Kink (GEMA), Annelie AUFMISCHEN und Nina Fiva Sonnenberg mit „Next Level Sound? Wie KI die Musikwelt verändert“, Vera Magali Keller und Vivian Kube mit „Legal, illegal, scheißegal? – aktivistische Rechtsberatung gegen die europäische Rechtstaatlichkeitskrise“ und Paul Yoshio Steinwachs mit „Pop-Kultur als generationsübergreifender Rettungsschirm: Mit Star Trek, Yoda und Satire gegen den Wahnsinn der Gegenwart“. Gut gefallen hat mir auch die Podiumsdiskussion „Big Tech-Regulierung: Wer setzt unsere Rechte durch?“ mit Klaus Müller (Präsident Bundesnetzagentur), Andreas Mundt (Präsident Bundeskartellamt) und der BfDI Louisa Specht-Riemenschneier unter der Moderation von re:publica-Mitgründer Markus Beckendahl. Die persönliche Begegnung mit „Menschen aus dem Internet“ kam dabei fast ein bisschen zu kurz. Immerhin kann ich nun einigen weiteren Profilnamen Gesichter und Stimmen zuordnen. Es war mir ein großes Vergnügen! Ob ich im nächsten Jahr wieder teilnehmen werde? Noch unklar. Im Prinzip gerne wieder, aber vielleicht nicht jedes Jahr, sondern eher so alle zwei oder drei Jahre? Es wird sich zeigen.

Juni

Sir Simon Rattle hatte ich schon ein paar Mal live erleben dürfen. Aber das BRSO noch nicht, welches sich zu den besten Orchestern Deutschlands und – jedenfalls nach Meinung einer 2023 vom Magazin bachtrack befragten Kritikerinnen- und Kritiker-Jury – auch der Welt zählen darf. Höchste Zeit, das nachzuholen. Allerdings bin ich kein Fan von Pierre Boulez und konnte auch mit dem „Rituel in memoriam Bruno Maderna“ nicht allzu viel anfangen. Von einem meiner Lieblingsplätze in 13 I des Großen Saals der Elbphilharmonie aus kann man aber das Geschehen im Orchester und sowohl die Gestik als auch die Mimik des Dirigenten sehr gut beobachten. Eines haben zeitgenössische Stücke nämlich in der Regel wenigstens: einen hohen Unterhaltungsfaktor. Meistens gibt es reichlich Aktion auf der Bühne (und im Falle des „Rituel“ auch verstreut im Saal: eine der sieben Gruppen, aus denen sich das Orchester in der Partitur zusammensetzt, war hinter den Sitzreihen in 15 Q platziert), oft in Kombination von Tönen, die man nicht immer auf Anhieb auch den erzeugenden Instrumenten zuordnen kann.

Der zweite Teil des Konzertabends bestand aus „Daphnis et Chloé“ von Maurice Ravel und das, so fand ich, war in jeder Hinsicht großartig.

Das letzte „Blind Date“ der Saison entpuppte sich als französisches Ensemble names „The Curious Bards“, welches skandinavische Barockmusik aufführte. Zwar verloren die vier Instrumentalmusikerinnen und -musiker und Ilektra Platiopoulou (Mezzosopran) im Laufe des Konzerts einen kleinen Teil des Publikums, der verbliebene Rest aber ließ sich begeistern. Völlig zu recht. Schon wegen der ebenso charmanten wie dynamischen Moderation Platiopoulous und des für unsere Breiten und Zeiten nicht gerade gewöhnlichen Instrumentariums, darunter eine Hardangerfiedel, eine Nyckelharpa und eine Cister.

Das eine Faszinosum des Juni-Werkstattkonzerts innerhalb der Kohärenzen-Reihe der Klangmanufaktur war der Interpret Erik Breer genannt Nottebohm. Es gibt also tatsächlich immer noch Menschen, die mit einem Genannt-Namen herumlaufen! Das andere war die Werkauswahl, darunter „Variations on Balkan Themes op. 60“ der amerikanischen Komponistin Amy Beach – die Dame war mir bis dahin völlig unbekannt – und „Regard de l’Église d’amour“ von Olivier Messiaen. Vor allem Letzteres: beeindruckend.

Das kann man auch über die Aufführung der „Complete Piano Etudes by Philip Glass“ im Großen Saal der Elbphilharmonie sagen. Die Bühne teilten sich ein Flügel, zehn Klavierbänke und nacheinander zehn Pianistinnen und Pianisten mit teils wild unterschiedlichen Auftritten und Interpretationsansätzen. Man kann Glass nämlich auch wie ein Jazzer (Christian Sands, Etuden #9 und #10) spielen. Oder als japanisches Gesamtkunstwerk (Maki Namekawa, Etuden #19 und #20) aufführen. Schade, dass der Veranstalter es so offensichtlich schwer hatte, den Saal wenigstens einigermaßen zu füllen. Ich hatte mein Ticket sehr früh erstanden in der Erwartung, es würde sehr schnell ausverkauft sein. Das hat sich in diesem Falle nicht ausgezahlt.

Dann war da noch Martin Kohlstedt auf Kampnagel. Erst fühlte ich mich unwohl in Reihe eins; das ist doch ein wenig zu sehr Präsentierteller für meinen Geschmack und ein bisschen nackenstarrig sind die ersten zwei bis drei Reihen in der K6 auch, wenn die Halle bis an die Bühne heran bestuhlt ist. Aber dann war es doch der perfekte Beobachtungsplatz. Wobei es die Nähe nicht braucht, um die Energie zu spüren, die von dort vorne ausgeht. Ich meine das so, wie ich schreibe: von irgendwo auf der Bühne, nicht zwingend ersichtlich von dem Menschen, der auf ihr steht. Man sieht schon, das da etwas passiert und man sieht die Bewegungen. Aber nicht alle Energiestöße sieht man kommen. Bei manchen gibt es keine Vorwarnung.

Jetzt kommt eine Pause bis ungefähr August und dann ist auch schon bald wieder Sommerfestival. Für das ich bisher nur eine einzige Karte habe, weil alles, was ich sonst noch sehen wollte, entweder in meine Urlaubsabwesenheit fällt oder schneller ausverkauft war, als ich gucken konnte (Nesterval – dammit!). Kann also gut sein, dass mein Sommerfestival-Artikel für die 2025er Ausgabe sehr, sehr kurz ausfällt.

London (Part IV): Tag 1

Seit Tagen schon will ich mit der Nachlese zu „London (Part IV)“ beginnen, weiß aber nicht so recht, wie.

Vielleicht sollte ich mit der Vorfreude anfangen. Nach den Aufenthalten 2016 und 2017 habe ich 2018 einmal aussetzen müssen, des Jobwechsels wegen. Das ist mir überraschend schwergefallen. Zum Ausgleich nahm ich mir für 2019 einen längeren Aufenthalt auf der Insel vor. Ein paar Tage London, dann vielleicht hoch nach Schottland. Oder in den Lake District. Oder den Peak District. Oder in die Yorkshire Dales. Oder erstmal nach Wales. Aber da war ja auch noch die Sache mit dem Brexit. Man erinnere sich: Im Februar, als ich meinen Urlaub zu planen begann, stand als Austrittstermin noch der 29. März zur Debatte. Einen zwei- bis dreiwöchigen Aufenthalt ausschließlich mit ÖPNV-Transfers mitten ins „Deal or No Deal“-Ungewisse zu verlegen – vielleicht doch keine so gute Idee. Ich verwarf meine Überlegungen, entschied mich per Unterkunftsreservierung zu einem sechstägigen Londonaufenthalt und buchte daneben noch einen zehntägigen Ostsee-Segeltörn.

Ich hätte im Traum nicht gedacht, dass zum Zeitpunkt meines Aufenthalts der Brexit immer noch nicht vollzogen sein würde. Von der Möglichkeit, dass Boris Johnson britischer Premierminister werden könnte ganz zu schweigen.

Die London-Tage mit Inhalt zu füllen, fiel mir angesichts des reichhaltigen Angebots nicht sonderlich schwer. Die BBC Proms waren natürlich gesetzt, außerdem wollte ich als bekennender NT Live-Fan unbedingt auch mal eine National Theatre-Produktion vor Ort besuchen. Das Musical („Jesus Christ Superstar“) im Barbican Centre reizte mich weniger, die Backstage-Führung dafür umso mehr. Und noch während ich über den Kauf eines Tickets für ein Kammermusikkonzert in St Martin in the Fields nachsann, kündigten Erased Tapes zu ebendiesem Datum einen Auftritt von Nils Frahm im Londoner Süden an. Innerhalb kürzester Zeit baute sich so in meinem Terminkalender eine nahezu perfekte Aneinanderreihung von Highlights auf. Die Tage bis zum Abreisedatum zogen und zogen sich…

Die Anreise verläuft ohne jeden Zwischenfall. Bis zum Check In-Zeitfenster meiner Unterkunft habe ich eine knappe Stunde zu überbrücken. Da kommt mir der wöchentliche Farmers Market auf bzw. am Queen’s Lawn sehr gelegen. Bei strahlendem Sonnenschein stärke ich mich mit einem Pulled Lamb-Burger und einem extrem schokoladigen Brownie – ein guter Anfang. Es ist Mittagspausenzeit: Der Markt ist gut besucht, das Publikum überwiegend studentisch und sehr international. Anschließend setze ich mich ein Viertelstündchen in den Innenhof des Beit Quadrangle, einem Gebäudekomplex unmittelbar neben der Royal Albert Hall, in dem auch mein Zimmerchen liegt. Wie schon vor zwei Jahren habe ich mich auch diesmal wieder in eines der Studentenwohnheime des Imperial College eingebucht. Beit Hall ist von außen wesentlich hübscher als Prince’s Gardens. Von innen betrachtet entpuppt sich die historische Substanz jedoch als weniger charmant. Dessen ungeachtet ist das Zimmer sauber und ordentlich und für meine Zwecke vollkommen ausreichend. Ich habe Glück: Das Fenster geht nach hinten raus, zum Hinterhof der Holy Trinity Church. Der Innenhof des Beit Quadrangle mag idyllisch erscheinen, beherbergt aber eine Bar mit Außenplätzen und der beachtliche Lärmpegel sinkt auch nach Beginn der offiziellen Nachtruhe nicht signifikant. Gut zu wissen fürs nächste Mal.

Nach dem Bezug des Zimmers muss ich erst einmal richtig ankommen. Ich laufe um die Albert Hall Richtung Albert Memorial und Kensington Gardens.

Italian Gardens
Italian Gardens

Fast zwei Stunden lang spaziere ich durch den Park und komme schließlich an einem schattigen Plätzchen im „Sunken Garden“ des Kensington Palace zur Ruhe. 2017 noch als „White Garden“ zu Ehren von Diana, Princess of Wales gestaltet, steht hier 2019 der 200. Geburtstag von Queen Victoria im Vordergrund.

Im collegeeigenen Minisupermarkt besorge ich mir anschließend meinen Lieblingstee und ein Sandwich und stimme mich auf den abendlichen Programmpunkt ein: die Prom 44 „Belshazzar’s Feast“ mit Sir Simon Rattle, dem London Symphony Orchestra, Gerald Finley, dem London Symphony Chorus, dem Orfeó Català und dem Orfeó Català Youth Choir.

BBC Proms 2019
BBC Proms 2019

Ich habe im zweiten Anlauf einen Gangplatz in den Stalls ergattert, Buchstabe M, Reihe 9, mit einem sehr guten Blick auf die Bühne. Schon nach wenigen Minuten vor Ort fällt mir ein Mann auf, der schräg gegenüber sitzt, von zahlreichen Konzertbesuchern persönlich begrüßt wird und mir irgendwie bekannt vorkommt. Das Sitzen fällt ihm schwer. Er wirkt angespannt, springt immer wieder auf und unterhält sich mit einer Reihe von Personen direkt hinter mir, die mit spanischem Akzent sprechen. Offenbar geht es um eine Reise nach Schottland am folgenden Tag. Es dauert eine Weile, bis mir aufgeht, dass dies sich eventuell auf den Gastchor des Abends, dem Orfeó Català, bezieht.

Schließlich beginnt das Konzert und zunächst haben Sir Simon Rattle und das LSO meine volle Aufmerksamkeit. „Les Bandar-Log“ von Charles Koechlin und „Amériques“ von Edgard Varèse gefallen mir gut. Leider fällt die knackige Schärfe einiger Passagen – insbesondere des Stücks von Varèse, bei dem sage und schreibe zehn Schlagwerker zum Einsatz kommen – der halligen Akustik zum Opfer. Was aber durch die sehr spezielle Proms-Stimmung mehr als wettgemacht wird. Insbesondere der Einsatz von Sirenenlauten in „Amériques“ löst beim Publikum Heiterkeit aus. Eine Reaktion wie diese hätte in der Elbphilharmonie bei einem Abokonzert oder einer Veranstaltung im Rahmen des Internationalen Musikfests vermutlich peinlich gewirkt. Die BBC Proms sind dagegen schon von der Grundidee her kein elitäres Festival und allein deshalb niemals bierernst zu nehmen. Dazu tragen nicht zuletzt die Prommers mit ihren teils bizarr anmutenden Ritualen bei. Wer die „Konzerte für Hamburg“ ins Feld führt, übersieht, dass diese Reihe für ein lokales, wenig klassikaffines Publikum konzipiert ist und im Konzertprogramm eine Nebenrolle spielt. Was man von den BBC Proms nun wirklich nicht behaupten kann. Eine riesige musikalische Bandbreite, Karten in allen Preisklassen, extensive Übertragung in Funk und Fernsehen: „Für alle“ funktioniert hier. Und sei es auch nur auf diesem einen Sektor.

Zurück zur Prom 44. Die Pause beginnt und mein Gegenüber wird zusehends nervöser. Ein Eisverkäufer läuft an mir vorbei, ich stoppe ihn, gönne mir einen Becher und freue mich darüber, den Zuschauerraum dafür nicht verlassen zu müssen. Rund drei Jahre sind vergangen seit meinem ersten und bisher einzigen Proms-Konzert. Eine gefühlte Ewigkeit. Ich will die Atmosphäre in vollen Zügen auskosten.

Der zweite Teil des Konzerts besteht aus „Belshazzar’s Feast“, einer Kantate von William Walton. Ich kannte zuvor weder das Stück noch den Komponisten und komplettiere meine Konzertvorbereitung durch das zwar werbelastige, aber ansonsten gut gestaltete Programmheft. In der Albert Hall werden nun alle Register gezogen: Im Gestühl hinter der Bühne mit dem LSO ziehen rund 300 Sängerinnen und Sänger auf, der Orgelspieltisch wird besetzt. Henry Woods Büste wirkt plötzlich sehr klein. Zwischenzeitlich bin ich mir nicht sicher, ob Orchester und Chöre noch synchron sind, aber auch hier wird die Raumakustik eine Rolle gespielt haben. Der Wirkung tut das keinen Abbruch. Ich bin überwältigt.

Dennoch fällt mein Blick immer wieder auf den nervösen Herrn jenseits des Ganges. Er sitzt wie auf Kohlen, singt, nein, fiebert jeden Choreinsatz mit. Kaum ist der letzte Ton verklungen, springt er auf, rast wie der Blitz aus dem Zuschauerraum, um wenige Minute später neben Sir Simon Rattle auf der Bühne aufzutauchen. Ich zücke mein Smartphone, bemühe Tante Google und finde heraus, dass es sich um Simon Halsey handelt, dem Leiter des London Symphony Chorus und Chordirektor des Orfeó Català. Er darf neben gleich drei Ehrendoktortiteln vor seit 2015 auch ein „CBE“ hinter seinem Namen führen, hat die „Queen’s Medal for Music“ verliehen bekommen und ist obendrein noch Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Laut Wikipedia hat er in Deutschland u. a. mit den Berliner Philharmonikern und als Berater für das Schleswig-Holstein Musik Festival gearbeitet und war von 2001 bis 2015 Chefdirektor des Rundfunkchors Berlin. Vielleicht habe ich ihn tatsächlich schon einmal auf irgendeiner Bühne stehen sehen.

Nach dem Konzert treibe ich mich noch eine Weile am Künstlerausgang herum, beobachte, wie Musiker mit ihren Instrumentenkoffern die Treppen zur Prince Consort Road hinunterlaufen und lausche dem Stimmengewirr der umher stehenden Chormitglieder. Es ist großartig. Ich bin wirklich da. Und mittendrin.

Hello London. It’s good to be back.

Sir Simon Rattle und das London Symphony Orchestra im Barbican Centre

Meine diesjährige Londonwoche (aka „London (Part III)“) hat ganz hervorragend angefangen: eine reibungslose Anreise, die perfekt gelegene Unterkunft und abends gleich los ins Barbican Centre.

Barbican Kitchen
Barbican Kitchen

Das LSO feierte dort nicht nur Saisoneröffnung, sondern auch den Einstand des neuen Chefdirigenten, Sir Simon Rattle. Und das ordentlich: Unter dem Titel „This is Rattle“ begann damit ein zehntägiges Programm mit Konzerten, Ausstellungen, Filmvorführungen und weiteren Veranstaltungen zu Person und bisheriger Laufbahn des 62-jährigen Briten. BBC Radio 3 hatte seine Zelte im Foyer aufgeschlagen, ein Kinderchor sang und die Firma Chapel Down, einer der LSO-Sponsoren, spendierte jedem Konzertbesucher zur Feier des Tages ein Gläschen Perlwein. Auch denen in der Holzklasse, wohlgemerkt. Leckeres Tröpfchen.

Complimentary
Complimentary
Ganz schön was los
Ganz schön was los

Das Eröffnungskonzert war mit „New Britain“ überschrieben, womit zum überwiegenden Teil neue britische Musik der letzten zwanzig Jahre gemeint war, darunter die Weltpremiere eines für den Abend eigens kommissionierten Stücks der schottischen Komponistin Helen Grime. Dieses und die Namen und Werke von Thomas Adès, Sir Harrison Birthwistle (ein Violinkonzert, als Solist war Christian Tetzlaff geladen) und Oliver Knussen waren allesamt komplettes Neuland für mich und bis auf die Grime’sche „Fanfare“ und „Asyla“ von Thomas Adès eher nicht mein Fall.

Zum Abschluss hatte Sir Simon Rattle aber die „Enigma Variations“ von Edward Elgar gewählt. Elgar live in London, gespielt vom London Symphonic Orchestra – allein die Vorstellung verursachte mir im Vorwege schon Gänsehaut. Und völlig zu Recht: Insbesondere den „Nimrod“ werde ich so schnell nicht vergessen.

Den Rest des Aufenthalts werde ich wohl nach meiner Rückkehr kompaktverbloggen. Da steht noch einiges an, ich werde mit dem Schreiben kaum nachkommen. Hach, London!