In Concert: Nils Landgrens “Christmas with my friends” im Michel

Advents- und Weihnachtslieder wie “Maria durch ein Dornwald ging”, “Tochter Zion” oder “Es ist ein Ros’ entsprungen” hatten in meiner (Vor-)Weihnachtszeit lange Jahre keinen Platz. Wenn ich überhaupt noch Weihnachtslieder gehört habe, dann war das Swingendes wie “Christmas with the Rat Pack” oder angelsächsisches (Pop-)Liedgut à la “Wonderful Christmas Time”, “Driving home for Christmas” und “Stop the Cavalry”. “Stille Nacht” konnte ich allerhöchstens noch in der Version von Mahalia Jackson ertragen.

Aber dann hielt mir eines Tages meine kleine Schwester ein dunkelblaues CD-Cover unter die Nase und spätestens ab der Interpretation von “In dulce jubilo” durch Bugge Wesseltoft war es um mich geschehen.

Und so geschah es, daß ich heute abend zusammen mit vielen anderen Menschen im Michel saß und zur zweiten Zugabe mit Nils Landgren und seinen Freunden “O du fröhliche” sang.

Und wißt ihr, wie das war?

Das war wie Weihnachten.

In Concert: Martin Kohlstedt in der Astra Stube

“Introvertiert oder extrovertiert?”

Astra Stube
Astra Stube

Samstagabend in der Astra Stube: Die Luft ist zum Schneiden – die Quarzer müssen hier nicht vor die Tür – und in der großen Diskokugel fehlt ein Stück etwa von der Größe Australiens. Draußen rattern Züge im Minutentakt. Es ist voll und ich mag zwar nicht die Älteste sein, aber ich hebe den Schnitt. Ich bin spät dran und habe keinen Sitzplatz ergattert. Mein Rücken tut weh und ich bin sehr, sehr müde.

Warum ich trotzdem anderthalb Stunden ausgeharrt habe? Weil da vor mir ein junger Mann aus Weimar vor einem Rhodes-Piano (Mark I, vermute ich) und einem Synthesizer gesessen hat. Und das war ziemlich gut.

In Concert: Ane Brun in der Markthalle

Ane Brun “Solo Acoustic” in der Markthalle – das war ungefähr doppelt so zauberhaft und großartig, wie ich es erwartet hatte (und ich hatte einiges erwartet).

Neben allen bekannten und geliebten Songs (“Are they saying goodbye”, “My lover will go”, “Big in Japan”…) war für mich neu: der Welt schönstes Cover von “Halo”. Wer war noch gleich diese Beyoncé?

In Concert: Jeffrey Tate und die Hamburger Symphoniker in der Laeiszhalle

Daß es eher weniger fröhlich wird, hatte ich erwartet. „Mahlers Neunte“ – das 3. Symphoniekonzert der Hamburger Symphoniker, mit einem Satz aus “Der Tod und das Mädchen” als dramaturgisches Intro, im November, bei entsprechendem Wetter und obendrein noch am Volkstrauertag. Nicht eben antizyklisch. Aber geschenkt; ich war schwer angefixt durch das “Planeten”-Konzert vor ein paar Wochen, wollte sehen, wie Jeffrey Tate diese Packung dirigiert und fühlte mich ausreichend gewappnet.

Zu Beginn des Konzerts “Do not go gentle into that good night” von Dylan Thomas – von ihm selbst gelesen – abzuspielen, war allerdings Strafverschärfung. Dahin war das Gewappnet-Sein, noch bevor die erste Note erklang.

Respekt, liebe Symphoniker! Das hat gesessen. Ich komme wieder.

In Concert: Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble im Michel

Mein erster Konzertbesuch in Hamburg? Das war, ziemlich genau vor 9 Jahren, Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble mit “Officium” im Michel.

Damals hatte ich die Tickets wohlweislich Monate im voraus bestellt. Noch vor dem Umzug. Als ich vor ein paar Wochen per Litfaßsäule – Print wirkt! – mitbekam, daß die letzte gemeinsame Tour läuft, war ich daher froh, daß es überhaupt noch Karten gab.

Weil: Die Michel-Akustik rockt. Aber sowas von. Und es gibt kaum eine geeignetere Klangkombination, um das in Gänze auszukosten.