Den ultimativen Beitrag zu Svavars Knutúrs Rolle in meinem (Konzert-)Leben habe ich bereits vor vielen Jahren geschrieben und es stimmt soweit alles noch. Grund genug, zusammen mit Frau C. in schlachtenbummelnder Manier erneut die potenziell beschwerliche Bahnreise nach Itzehoe auf sich zu nehmen. Erfreulicherweise blieben aber dieses Mal nicht nur die Horden von HSV-Fans aus, sondern auch die sonst auf der Strecke nicht eben unüblichen Störungen im Betriebsablauf.

Das theater itzehoe hatte uns bereits vor zwei Jahren beeindruckt. Ein zwar durch und durch pragmatisches Gebäude, aber gerade dadurch irgendwie sympathisch. So ist der „Kleine Saal“ dort einfach eine Teilmenge des großen Saals, abgetrennt durch geschickt platzierte Vorhänge. Unsere Plätze lagen nominell im „Orchestergraben rechts“, denn die ersten Reihen können bei Bedarf ein ebensolcher sein. Und dann diese Anzeigetafel!

Die sich im Laufe des Abends allerdings veränderte, denn nicht nur was Zeiten und Längen angeht, ist bei Svavar Knutúrs Konzerten immer ein gewisser Unberechenbarkeitsfaktor zu berücksichtigen.

Auf der kurz vor dem Abschluss stehenden Tour wurde Svavar von den Sultanas of Strings, einem dreiköpfigen, ebenfalls aus Island stammenden Streichensemble begleitet. Das war so oder so ähnlich eigentlich schon für das Frühjahr 2020 geplant gewesen. Aus bekannten Gründen wurde damals nichts draus, geblieben ist die Aufzeichnung eines Livestreams aus dieser Zeit.
Bevor die vier jedoch gemeinsam auf der Bühne standen, präsentierte die Cellistin Kristín Lárusdóttir fünf eigene Stücke. Es folgten diverse Svavar-Evergreens in zauberhaften Streicher-Arrangements, neben „Isn’t It Funny“ unter anderem „Morgunn“, „Undir Birkitré“, „While the World Burns“, „Emotional Anorexic“ und „Janúar“, aber auch mindestens ein neues (isländisches) Stück, dessen Namen ich mir leider nicht merken konnte. Auf der Strecken blieben dabei allerdings meine beiden persönliche Lieblinge, „Clementine“ und „Girl from Vancouver“. Da passte das halt mit den Streichern nicht so gut. Von daher verständlich, dennoch sehr schade!
Optisch lebt Svavar offenbar zurzeit seine Waldschrat-Phase aus, was einen erfrischenden Kontrast zur Stimmung der vorgetragenen Stücke darstellte. Aber Kontraste kann unser isländischer Troubadour ja eh ganz hervorragend.
Nächstes Jahr müssen wir wohl nicht mehr nach Itzehoe reisen, den Svavar tritt am 1. Mai 2027 im Hamburger Centralkomittee auf. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.
In der Rückschau auf die Monate August und September hatte ich vergessen, das Konzert von MetzgerButcher in der Deichdiele Wilhelmsburg zu erwähnen. Frau C. kennt ja eine Band, die für uns Plätze reserviert, aber wir beide kennen nun auch eine, die für uns später anfängt, wenn die Bahnen nicht so wollen, wie sie sollen. Muss man auch erst schaffen!
Das war ein lustiger Abend und dass der Deichdielen-DJ zu späterer Stunde sein Set ausgerechnet mit Barry Whites „Love’s Theme“ eröffnete, entzückte nicht nur Frau C.s mitgeschnackten Anhang.