Auf Umwegen

Bedauerlicherweise ist mir erneut der Blogfaden gerissen. Dieses Mal nicht wegen einer Masterarbeit, sondern wegen eines noch sehr viel umfänglicheren Fadenrisses.

Auf der Schulter
Auf der Schulter

Die daraus resultierenden Umwege hätte ich mir gerne erspart. Aber sie eröffnen mir auch die Chance auf nachhaltige Besserung. Abgesehen von den großartigen Menschen, die ich auf den bisherigen Abschnitten habe kennenlernen dürfen.

I think I think too much.
I think I think too much.

Vielleicht schreibe ich die Geschichte dieses Jahres irgendwann im Detail auf. Möglicherweise sogar öffentlich. Für den Moment möchte ich es hierbei belassen: Ich bin noch da und es wird hier weitergehen.

Denn auch der Kulturfaden war zwar zwischenzeitlich sehr ausgedünnt, hat sich aber als erfreulich belastbar erwiesen. Ich war bei einem „Blind Date“ mit dem Brodsky Quartet und William Barton, in einem NDR Kammerkonzert mit Martin Fröst (beides: Elbphilharmonie, Kleiner Saal), im Ballett („THE TIMES ARE RACING“, Hamburgische Staatsoper), in der Lassnig/Munch-Ausstellung „Malfluss = Lebensfluss“ (Kunsthalle), bei Ensemble Resonanz und RIAS Kammerchor Berlin unter der Leitung von Justin Doyle (Elbphilharmonie, Großer Saal), in der F.C. Gundlach-Ausstellung „You’ll never watch alone“ (Bucerius Kunst Forum), im 10. Philharmonischen Konzert mit Hilary Hahn und unter der Leitung von Omer Meir Wellber (Elbphilharmonie, Großer Saal), bei den Counting Crows (Stadtpark Open Air) und bei Anna Lapwood im Michel.

Unter anderem erfuhr ich, dass es Literatur für Streichquartett und Didgerigoo gibt (und dass diese Kombination wirklich funktioniert), stellte fest, dass ich Munchs Landschaften mag (aber den Rest eher nicht so und die Paarung der Werke Evards Munchs mit denen Maria Lassnigs habe ich auch nicht kapiert) staunte über den RIAS Kammerchor und die Hamburger Uraufführung eines von Joanna Marsh komponierten Auftragswerks namens „Threadlands“ (und wollte nach dem Konzert, das darüber hinaus aus Werken von Ralph Vaughan-Williams, Hubert Parry und Edward Elgar bestand, am liebsten direkt in den nächsten Flieger nach London steigen), litt mit Hilary Hahn, als die ihre erste Zugabe buchstäblich vergeigte (der 1. Konzertmeister der Philharmoniker wusste Rat und half ihr aus der Bredouille), erfreute mich an Omer Meir Wellbers enthusiastischem Dirigierstil, vergoss ein paar Nostalgie-Tränchen bei meiner Stadtpark Open Air-Premiere (die Counting Crows sind aber auch gut als Liveband!) und war angemessen beeindruckt von Anna Lapwoods Orgel-Arrangement des „Lord of the Rings“-Soundtracks (von der zauberhaften inhaltlichen Kurzzusammenfassung unter besonderer Berücksichtigung von Howard Shores Leitmotiv-Technik ganz zu schweigen).

Verpasst habe ich leider auch einiges, zum Beispiel Lambert & Friends (Kampnagel). Fällt unter die Kategorie unvermeidlicher Kollateralschaden.

Verpasst habe ich außerdem den großen Vorverkaufsstart für die zehnte Elbphilharmonie-Saison. Ich habe bis heute kein einziges Ticket für die Jubiläums-Spielzeit gekauft. Aber das kommt bestimmt noch.

Und nun: Weiter im Text!