(Jahres-/Konzert-)Rückblick 2025

So, jetzt aber der Rückblick!

Was soll ich sagen: Es war ein wildes Jahr. Weniger kulturell als an anderen Fronten. So manch besuchte Veranstaltung konnte ich daher nicht mit der erforderlichen Konzentration oder auch nur Aufmerksamkeit genießen. Was man den folgenden Auflistungen natürlich nicht entnehmen kann.

Die bemerkenswerten Premieren:

Zum Auftritt von Ibrahim Maalouf in der Elbphilharmonie im Dezember muss ich noch die Zugabe nachtragen, die Maalouf im Duett mit Emilio Piano gab.

Die Live-Version von „Cascades“ in der Elphi war allerdings ein bisschen zarter. Emilio Piano war mir bisher kein Begriff – dazu hätte ich wohl bei TikTok aktiv gewesen sein müssen -, daher könnte man ihn zu den Premieren zählen. So oder so: Dass der junge Mann rein zufällig im Publikum saß, ebenso rein zufällig von Ibrahim Maalouf dort entdeckt und spontan auf die Bühne gebeten wurde, habe ich den beiden nicht abgenommen.

Die Wiederholten:

Opern:

  • Giuseppe Verdi: „Falstaff“, Regie: Damiano Michieletto (2025),
  • Robert Schumann: „Das Paradies und die Peri“, Regie: Tobias Kratzer.

Neue Orte:

Was ich erst beim Zusammentragen der Listen bemerkt habe: Ich hatte vollkommen vergessen, über das Konzert von Anna Depenbusch und dem Kaiser Quartett in der Elbphilharmonie zu berichten. Das war im Juni und hätte somit in den frühjahrsmüden Zwischenbericht gehört (wenn es noch eines Beweises bedurft hätte für die erwähnte Aufmerksamkeitsproblematik…). Wie vermutet, war es ein großartiges Konzert. Und ein sehr, sehr emotionaler Auftritt. Denn als die Tournee geplant wurde, konnte niemand ahnen, dass im Februar 2025 das Haus in Flammen stehen würde, in dem Anna Depenbusch bis dahin gelebt und gearbeitet hatte. Aus dem Koffer zu leben war für sie daher kein Tour- sondern ein ständiger Zustand geworden. Da bekommen die Zeilen „Alles auf Null, alles neu, alles and’re ist vorbei“ eine völlig neue Bedeutung. Auch zur Aufnahme neuer Songs kam es leider nicht mehr. Das soll aber alles noch nachgeholt werden.

Schnitt.

Zu den Highlights des frisch vergangenen Jahres zähle ich die Auftritte von Manu Delago mit Mad About Lemon und von Tenebrae, beide in der Elbphilharmonie, „Longing to tell“ von und mit akua neru und Tyshawn Sorey auf Kampnagel, die in Dresden und Hamburg besuchten Opern „Falstaff“ und „Das Paradies und die Peri“ sowie das Weihnachtsoratorium in der Version mit dem goldenen Esel vom ensemble resonanz in der Laeiszhalle.

Zum Ort des Jahres wähle ich die Hamburgische Staatsoper, aus bereits berichteten Gründen. Da werde ich im Januar und Februar gleich dreimal hin und mir einen Neumeier („Tod in Venedig“), einen Marthaler („Die Unruhenden“) und einen Kratzer („Monster’s Paradise“) geben. Das wird gut!