Die Schwanenfreundbriefe (9): Großpapa Nieß

Hamburg-Neustadt, 7. 1. 2016

Lieber M.,

Großpapa Nieß ist gestorben. Er ist 84 Jahre alt geworden. Meine Freunde und ich sind sehr traurig.

Susanne und ich hatten uns gestern Abend eine Dokumentation über die Alsterschwäne angeschaut. Da war auch eine Szene mit Papa und Großpapa Nieß dabei und Susanne dachte noch: Er muß schon ziemlich alt sein, sieht aber echt fit aus. Hm.

Jedenfalls fragen wir uns jetzt nicht mehr, warum wir vom Schwanenvater bisher keine Antwort bekommen haben. Der hatte wahrscheinlich ganz andere Sorgen.

Man sollte in der Stadt etwas nach Großpapa Nieß benennen. Prominent genug ist er wohl gewesen. Sie müssen ja nicht gleich den Schwanenwik umtaufen – obwohl, warum eigentlich nicht. Vielleicht findet sich aber auch eine angemessen große Wasserfläche, die einen neuen Namen braucht. Das wäre für uns Schwäne sowieso viel besser als so ein dummes Stück Asphalt.

Mit einer Träne im Knopfloch,
Dein Schwanenfreund


Der Schwanenfreund hat insgesamt 21 Briefe geschrieben. Sie waren für den Herrn bestimmt, dem er seine Existenz verdankt. Gerade weil sie ihren Zweck verfehlten, sollen einige von ihnen hier zu neuen Ehren kommen.

Aus nachvollziehbaren Gründen habe ich nicht nur Namen unkenntlich gemacht, sondern auch einige Passagen gestrichen, gekürzt und/oder leicht verändert.

Hamburgs Alsterschwäne
Hamburgs Alsterschwäne

Harald („Großpapa“) Nieß hat übrigens ein ganz wundervolles Buch verfaßt. Es heißt „Hamburgs Alsterschwäne“ und erschien 1997 bei Rasch und Röhring. Es ist leider nur noch antiquarisch erhältlich, aber der Schwanenfreund und ich legen es jedem wärmstens ans Herz, dem die Alsterschwäne am Herzen liegen.

Die Schwanenfreundbriefe (7): Post an den Schwanenvater

Am Bürgertelefon.

Freundliche Dame: „Guten Tag, mein Name ist Frau Xyz, was kann ich für Sie tun?“
Susanne: „Guten Tag, mein Name ist Susanne Dirkwinkel. Sagen Sie, hat der Schwanenvater eigentlich eine E-Mail-Adresse?“
Freundliche Dame (perplex): „Der wer?“
Susanne: „Der Schwanenvater. Amt für Schwanenwesen.“
Freundliche Dame (skeptisch): „So etwas gibt es!? Verzeihen Sie, ich komme nicht aus Hamburg.“
Susanne (entrüstet): „Starkes Stück! Ja, so etwas gibt es. Gehört zum Bezirksamt Nord.“
Freundliche Dame: „Ach, warten Sie, ist das der, der immer die Schwäne einsammelt im Winter?“
Susanne: „Genau der!“
Freundliche Dame (sucht): „Ist das der Herr Nieß? Die E-Mail-Adresse kann ich Ihnen von hier aus leider nicht kommunizieren, die enthält nämlich den Vornamen.“
Susanne: „Daß der Olaf heißt, weiß hier auch jeder. Sein Vater heißt übrigens Harald, der hat das vor ihm gemacht.“
Freundliche Dame (lachend): „Also, die Adresse setzt sich wie folgt zusammen: vorname.nachname@hamburg-…“


Der Schwanenfreund hat insgesamt 21 Briefe geschrieben. Sie waren für den Herrn bestimmt, dem er seine Existenz verdankt. Gerade weil sie ihren Zweck verfehlten, sollen einige von ihnen hier zu neuen Ehren kommen.

Aus nachvollziehbaren Gründen habe ich nicht nur Namen unkenntlich gemacht, sondern auch einige Passagen gestrichen, gekürzt und/oder leicht verändert.