Begegnung bei Vollmond

Gegen viertel nach zehn bin ich auf dem Weg vom Planetarium quer durch den Stadtpark nach Hause. Aus Gründen trage ich eine Yogamatte unter dem Arm.

Komischer Typ der Sorte „hoffentlich labert der mich nicht an“ nähert sich von schräg links. Guckt einmal über die Schulter, zögert, geht ein paar Schritte weiter, guckt zweimal. Labert mich an. „Sind Sie Yoga-Lehrerin?“

Ich: „Nö.“
Komischer Typ: „Was machen Sie denn beruflich so?“
Ich: „Ich arbeite im öffentlichen Dienst.“
Komischer Typ: „Das heißt Sie arbeiten in einer Behörde oder so?“
Ich: „Yep.“

Komischer Typ „das ist echt nicht interessant“ in seinen spärlich vorhandenen Bart murmelnd nach links ab.

Ich liebe meinen Job.


Über die neue Show „Best of Deep Space Night“ im Planetarium schreibe ich, wenn ich sie gesehen habe. Die echte „Best of“. Mit den richtigen Zugaben. Nichts gegen Wayne Morris, aber ich steh halt nicht so auf Opa-Rock.

Platzhalter

Worüber ich in den letzten Tagen mangels Zeit, Ruhe und Konzentration nicht gebloggt habe:

Gestern Abend hätt‘ ich können, aber da habe ich diverse Trockenfrüchte in Alkohol eingelegt. Und heute Plätzchen gebacken.

Muss an der Jahreszeit liegen.


*) des laufenden Jahres

barcamp Hamburg XII

Letztes Jahr schrieb ich an dieser Stelle über meine barcamp Hamburg-Premiere. Streng genommen war das verfrüht. Die wirkliche Premiere habe ich erst jetzt bei meiner zweiten Teilnahme gefeiert, denn wer das Motto „Barcamp ist, was Du daraus machst“ ernst nimmt, konsumiert nicht nur Veranstaltungen, sondern bietet auch welche an.

Die Idee zur „Seemannsknoten“-Session kam mir zwar schon während des letzten Barcamps, aber erstens hatte ich da spontan kein Kursmaterial zur Hand und zweitens fehlte mir schlicht die Traute. Damals hatten mich die Neugier und die Suche nach Inspiration für meine zu dieser Zeit gerade erst anlaufende Jobsuche in die Räume der otto group geführt. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, mich nach zwölf Jahren Abstinenz auf das Szenario „Vorstellungsgespräch“ vorzubereiten, als dass ich in Erwägung gezogen hätte, mich vor das Barcamp-Plenum ans Mikro zu bewegen und eine Session vorzuschlagen.

Tatsächlich war genau das auch das Schwierigste an der gesamten Sache: Sich vor so vielen Leuten hinzustellen und mich bzw. mein Thema zu verkaufen. Die Ungeübte kostet das nicht wenig Überwindung. Aber da hilft nur eins, nämlich hingehen und machen. Und siehe da: Während mir am Freitag noch reichlich mulmig war, fand ich es am Samstag gar nicht mehr so schlimm. In der Session selbst durfte ich dann meine ansonsten eher selten genutzten pädagogischen Fähigkeiten erproben. Auch dafür ist ein Barcamp der perfekte Ort: Die Teilnehmer sind mehrheitlich für (fast) alles offen, kommunikativ und erwarten zwar durchaus einen gewissen Standard, verzeihen aber in der Regel, wenn nicht alles perfekt läuft. Das ist teilweise auch der Spontaneität geschuldet, mit der manche Themen angeboten werden und trägt darüber hinaus nicht wenig zum Reiz des Formats bei.

Die "Seemannsknoten" im Sessionplan
Die „Seemannsknoten“ im Sessionplan

Einen Nachteil hat es allerdings, wenn man selbst einen Slot im Sessionplan belegt: Man verpasst noch mehr interessante Veranstaltungen als sowieso schon. Wie verhext erscheint einem das Board, wenn man dort gleich drei, vier parallele Knüller entdeckt, zeitlich davor oder dahinter dafür aber Flaute herrscht.

Einiges konnte ich dennoch mitnehmen, unter anderem „Bauch vs. Kopf – gute Entscheidungen“ mit Christine Flaßbeck, „Skat“ (da war ich leider nicht mehr so richtig aufnahmefähig, aber etwas ist immerhin hängengeblieben), „All your money belongs to me“ (über die Sicherheit bzw. Unsicherheit von Bezahl-Apps), „The Work“ mit Peri Soylu und „Tanzen mit dem Zebra“ (Française nämlich). Außerdem hatte ich ein Oculus Rift vor den Augen und bin immer noch schwer beeindruckt. Mit Gaming habe ich es ansonsten überhaupt nicht, aber so ein Ding könnte mich glatt dazu kriegen. Zumal es neben der Spielerei auch noch so lustige Dinge wie „Google Earth VR“ und „Spheres“ gibt.

Ein Abzug in der B-Note sei doch erwähnt: Während wir in den Sessions saßen, führte eine getwitterte Anmerkung zur Barcamp-Verpflegung zu einem mittelschweren Handgemenge in den Timelines. Unabhängig davon, wer sich da warum und in welchem Ausmaß daneben benommen hat, stört mich an der auch außerhalb des virtuellen Raums zunehmend kontrovers geführten Diskussion um Ernährungsvorlieben hauptsächlich eines: die ideologisch verhärteten Fronten. An sich müsste man im nächsten Jahr dazu eine Session abhalten. Allein, mir geht es bei dem Thema ähnlich wie Herrn Buddenbohm mit der gewaltfreien Kommunikation, weswegen ich mich als Diskussionsleiterin leider nicht zur Verfügung stellen kann.

Hinter den Kulissen

Man nehme eine NDR Kultur Karte, einen Gleitzeitarbeitsplatz (alternativ einen freien Nachmittag) und ein wenig Losglück und voilà! Ist man im Fernsehen. Also, quasi.

Der Ton macht die Musik
Der Ton macht die Musik
Hamburg Journal
Hamburg Journal
Prompter
Prompter
Wahr. Schön. Gut.
Wahr. Schön. Gut.
Obacht!
Obacht!
Es werde Licht
Es werde Licht
Das rote Sofa
Das rote Sofa
ARD Brennpunkt
ARD Brennpunkt
Auswahl
Auswahl
"Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der:"
„Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der:“

Nur ins Tagesschau-Studio durften wir leider nicht, dazu braucht man nämlich eine Sicherheitseinweisung. Der Kameraroboter wegen.

Schreibfaul

Ein ganz klares Versäumnis: Über Max Richter, das 12ensemble und Sarah Sutcliffe mit „Infra“ und „The Blue Notebooks“ in der Elbphilharmonie habe ich bisher nichts berichtet. Dabei war das Konzert sehr schön und bewegend. Das Ticket hat fast ein ganzes Jahr an meiner Pinnwand verbracht – ein neuer Rekord. Allein, manche Abende sind es wert. Dies war einer davon.

Aus unerfindlichem Grunde lösten Richters deutsch-englische Ansagen bei mir eine akute Londonsehnsucht aus. Für Sekundenbruchteile stellte ich mir vor, nicht in der Elbphilharmonie, sondern im Rang des Barbican Centre zu sitzen, um mich herum das klassiknerdige, britische Publikum, auf der Bühne neben dem Komponisten und den Musikern die Tänzer, für die „Infra“ ursprünglich geschrieben wurde. Und da war ja auch noch die Sache mit dem Ticket für Ólafur Arnalds‘ Debüt in der Royal Albert Hall Mitte Mai. Immerhin konnte ich es in gute Hände abgeben – – –

Hier bitte einen tiefen Seufzer einsetzen. (Nächstes Jahr wieder.)

Widerspruch

Ich habe da neulich einen Text bekommen, per WhatsApp.

*! Bitte Teilen !* 
Nicht ein einziger Kulturkreis geht uns so auf die Nerven, plündert uns so aus, terrorisiert ganze Stadtviertel wie diese fanatische Primatenkultur mit ihren mittelalterlichen Unsitten & Gebräuchen.
Mit keinem einzigen Zuwanderer, der zum Arbeiten!!! nach Deutschland kam, musste man je über Integration, Eingliederungsmaßnahmen, Sicherheitsrisiko….. sprechen.
Kein GRIECHE brauchte Schilder, dass man unsere Frauen nicht vergewaltigen darf, kein JAPANER musste darauf hingewiesen werden, dass man Frauen nicht ans Auto bindet und durch die Straßen schleift, kein SPANIER musste darauf aufmerksam gemacht werden, dass man Frauen nicht auflauert, nicht antanzt, kein BRITE, IRLÄNDER, NIEDERLÄNDER benötigte überteuerte Flirtkurse oder man musste ihnen zeigen, wie man richtig Frauen anbaggert und poppt.
Keinem THAILANDER wurde je erklärt, dass man Frauen nicht angrapschen darf.
Wir brauchten wegen ITALIENERN keine Armeslänge Abstand und für CHINESEN kein Pfefferspray oder eine Waffe.
Im Zug konnte man vollkommen Axt-frei fahren.
Integration war und ist für Griechen, Italiener, Vietnamesen, Russen und viele andere Nationalitäten eine Selbstverständlichkeit.
Diese Menschen sind ein Teil unserer Kultur geworden und haben unseren Alltag wirklich bereichert.
ABER NICHT DAS VOLK AUS DEM MORGENLAND MIT IHREN ENDLOSFORDERUNGEN…
„Ich will hier eine Moschee, ich will nur Halal Essen, ich will islamische Feiertage, ich will abgetrennte Bereiche in Schwimmbädern, ich habe 4 Frauen und 25 Kinder und habe keine Zeit zum Arbeiten, ich will ein Haus, ein Auto und Geld sonst mache ich Rabatz, meine Kinder fahren nicht mit zur Klassenfahrt, alle Ungläubigen müssen getötet werden usw. usw.“
KOSTE ES WAS ES WOLLE!!!
Es wird geraubt, überfallen, verprügelt, vergewaltigt und gemordet, als wäre dies das Selbstverständlichste von der Welt!
Wir wollen hier keine Idioten, die unser Leben nach ihren Vorstellungen gestalten wollen!
Klemmt euch eure Wunderlampe unter den Arm, setzt euch auf euren Teppich und fliegt zurück hinter den Bosporus oder nach Afrika!
Die Mehrheit der Europäer wird euch dankbar sein.
 *! Bitte Teile !* 

Das hat mich zunächst fassungslos hinterlassen und in der Folge einige Tage beschäftigt. Ob mein Widerspruch den Adressaten erreicht, ist fraglich. Ein Grund, ihn zusätzlich hier zu veröffentlichen.

Lieber Herr Dr. Sch.,

es geht nicht, ich kann diesen Text einfach nicht unwidersprochen lassen. Was nutzt es, wenn ich gegen den Thor Steinar-Laden in Barmbek, eine NPD- oder Pegida-Demonstration auf die Straße gehe, aber in Ihrem Falle kneife, nur, weil Sie so nett sind – ansonsten? Gar nichts.

Sie schreiben, dass jeder ein Recht auf eine eigene Meinung hat, aber nicht auf eigene Fakten.

Schauen wir uns zunächst den von Ihnen geteilten Text an. Fällt das bei Ihnen unter Meinung? Dann haben wir schon da unterschiedliche Definitionen. In meinen Augen handelt es sich um schlichte Hetze.

Da sind zunächst die Begriffe „Kulturkreis“, „Primatenkultur“ und „Volk aus dem Morgenland“. Es bedarf keiner großer Interpretationsanstrengung, um den Islam als Feindbild in diesen Zeilen zu erkennen. Als positive Gegenbeispiele werden Griechen, Japaner, Spanier, Briten, „Irländer“, Niederländer, „Thailander“, Italiener, Chinesen, Vietnamesen und Russen angeführt. Und das auf eine dermaßen platt pauschale Art und Weise, dass ich mich frage, wie ein intelligenter und empathiefähiger Mensch, der Sie zweifelsohne sind, diesen Kram auch nur mit der Zange anfassen kann.

Argumente gefällig? Bitte sehr.

  1. Hier werden Äpfel (Glaubenszugehörigkeit und eine diffuse Regionalbezeichnung) mit Birnen (Nationalität) verglichen. Stellen Sie sich vor: Es gibt vietnamesische Moslems! Wie übrigens auch türkische Christen. Oder syrische. Ich kenne welche.
  2. Auch aus der Türkei und Nordafrika sind Gastarbeiter eingewandert, haben sich integriert und unsere Kultur bereichert. Essen Sie gerne Döner, Lahmacum oder Falafel? Waren Sie schon einmal im Hamam? Großartig. Heiße (sic!) Empfehlung!
  3. „… kein SPANIER musste darauf aufmerksam gemacht werden, dass man Frauen nicht auflauert, nicht antanzt…“ Ach nein? Waren Sie mal in einer spanischen Disko? Als Frau, mit einer Gruppe von Frauen, ohne männliche Begleitung? Probieren Sie’s mal aus! Ähnlich üble Erfahrungen habe ich beispielsweise auch mit Italienern und Franzosen gemacht. Und, Überraschung! vor allem mit Deutschen. Und ich meine damit das, was einige Zeitgenossen „Biodeutsche“ nennen.
  4. „… kein BRITE, IRLÄNDER, … benötigte überteuerte Flirtkurse oder man musste ihnen zeigen, wie man richtig Frauen anbaggert und poppt.“ Glauben Sie mir, gerade diese Zielgruppe hätte das bitter nötig.
  5. „Im Zug konnte man vollkommen Axt-frei fahren.“ „Früher war alles besser?“ Come on, give me a break!
  6. „ABER NICHT DAS VOLK AUS DEM MORGENLAND MIT IHREN ENDLOSFORDERUNGEN… “ Hier kommen wir zum Thema Fakten. Wer fordert? Wem gegenüber? Was genau? Mit welchen Erfolgsaussichten? Ich hätte gern ein paar (belegbare) Beispiele. Davon ab: Unvernünftige und dreiste Forderungen sind kein Privileg einzelner Glaubensrichtungen oder Nationalitäten; stellen kann man sie immer und es wird fleißig davon Gebrauch gemacht in Politik und Gesellschaft. Die meisten dieser Forderungen landen da, wo sie hingehören: in der Tonne. Haben Sie so wenig Vertrauen in unsere Demokratie? Ich gebe unumwunden zu, meins hat nach dem Einzug der AfD in den Bundestag etwas gelitten. Und dennoch!
  7. „… ich will nur Halal Essen…“ Es gibt einen Unterschied zwischen einer Pauschalforderung (von der Sie mich erst überzeugen müssen, siehe Punkt 6) und einer Rücksichtnahme auf religiöse Speisevorschriften. Was machen Sie mit dem gläubigen Christen, der in der Fastenzeit keinen Alkohol und keine Süßigkeiten anrührt und sich an Freitagen grundsätzlich fleischlos ernährt? Wenn schon der Begriff „halal“ fällt, warum nicht auch gleich „koscher“? Oder sind Mitbürger jüdischen Glaubens erst beim nächsten Mal mit an der Reihe?
  8. „… ich will islamische Feiertage…“ Nochmal: Wer fordert? Wem gegenüber? Fun fact: Im Norden Deutschlands wird dieser Tage voraussichtlich die Einführung eines neuen Feiertags beschlossen. Es handelt sich um den Reformationstag. Soweit zum Thema Islamisierung des Abendlandes.
  9. „… ich habe 4 Frauen und 25 Kinder …“ Schönes Klischee! Ist mir noch nicht begegnet. Ok, sechs oder acht Kinder mit einer Frau, das schon. Wissen Sie was? Meine Mutter ist eines von dreizehn Geschwistern. Einige meiner Tanten und Onkel setzten diese Tradition fort, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen. Alles Asoziale?
  10. „… und habe keine Zeit zum Arbeiten, …“ Wenn Sie wüssten, wie viele Geflüchtete arbeiten, studieren oder eine Ausbildung absolvieren wollen, aber durch Bürokratieauswüchse daran gehindert werden. Wenn Sie wüssten, wie viel Diskriminierung Nachkommen von Einwanderern auch in der x-ten Generation noch aushalten müssen, nur weil sie keinen deutsch klingenden Namen tragen. Das betrifft den Arbeits- genauso wie den Wohnungsmarkt.

Ja, es gibt Ghettobildung und Parallelgesellschaften. Ja, es gibt Viertel in deutschen Städten, da wähnen Sie sich in einem völlig anderen Kulturkreis. Ja, es gibt Sozialbetrug, Radikalisierung, islamistische Gewalt; es gibt Vergewaltigungen und sogar Morde. Ich stelle das nicht infrage. Aber ich mache nicht „den Islam“ dafür verantwortlich. Sondern die Tatsache, dass es gute und böse Menschen unter allen Glaubensrichtungen und Nationalitäten gibt, unter seit jeher hier Ansässigen, Zugewanderten und hierher Geflüchteten. Und dass wir uns nicht wundern müssen über manches, wenn wir viele Menschen ohne Perspektive auf enge Räume zusammenpferchen und die, die es dennoch aus dieser Mühle geschafft haben, systematisch und vor allem pauschal ausgrenzen.

Wenn es etwas gibt, auf das das Wort „mittelalterlich“ zutrifft, dann ist es dieser Text. Ohne Differenzierung wird an den Pranger gestellt – ja, wer eigentlich? Nichts Genaues weiß man nicht. Meine katholisch-ostwestfälische Erziehung allein sträubt sich schon gegen solch eine krude Gemengelage. Packen Sie noch Logik und Sachlichkeit dazu und das Ding verpufft vollends.

Um zum guten Schluss noch einmal einen Anglizismus zu bemühen: You can do (much) better!

Ich glaube daran.

Beste Grüße,
Susanne Dirkwinkel

An diesem Tag

Man kann über Facebook behaupten, was man will, aber es kann extrem praktisch sein. Gerade zu Kommunikationszwecken. Eines meiner Lieblingsfeatures ist die Erinnerungsfunktion, „An diesem Tag“ („On this day“) genannt. Da kommt, das kann man so einstellen, morgens um kurz nach 8 Uhr eine Pushmeldung aufs Telefon, die einem zeigt, was heute vor einem Jahr war. Oder vor zwei Jahren. Oder drei. Das beinhaltet natürlich nur das facebookeigene Gedächtnis, aber wenn man wie ich regelmäßig dort postet, und sei es nur den Link zum neuesten Blogartikel, kommt an manchen Tagen ein interessantes Mosaik zustande.

Die Liste von heute Morgen:

Es hat eine Weile gedauert, bis Isabel und Maximilian mich zu einem Auftritt bei „Was machen die da“ überreden konnten und es war ein ziemlich merkwürdiges Gefühl, auf diese Weise in der Netz-Öffentlichkeit zu stehen. Gar nicht so angenehm im ersten Anlauf.

Als die ersten Reaktionen eintrudelten, verschwand mein Unbehagen jedoch schnell. Ich lernte gleich eine ganze Reihe neuer Leute kennen, bekam viel Anerkennung, führte einige Diskussionen über Teile des Inhalts und meiner im Text geäußerten Meinung und begriff überhaupt nach Jahren erstmalig, dass das, was ich da gemacht habe, ein ziemlich außergewöhnlicher Job war. Etwas, auf das man stolz sein kann, etwas, was nicht jede(r) kann und macht. Aus meinem Tunnel heraus kam es mir gar nicht so vor, zumal zum Zeitpunkt des Interviews nicht, irgendwann zwischen Tagesgeschäft, Katalogredaktion, Messevorbereitung und den übrigen Widrigkeiten des Arbeitsalltags.

Was seinerzeit angestoßen wurde, auch bezüglich meines Selbstverständnisses, hat Wellen geschlagen. Und es nutzt mir gerade im Moment, denn den Job gibt es mittlerweile nicht mehr und so forsche ich zurzeit nach einer neuen Nische. Der Möglichkeiten sind erfreulich viele, ich ermittele gewissermaßen in alle Richtungen und die ersten Resonanzen sind vielversprechend. Die für mich erreichbaren Dinge mit Meer, Schiff und/oder Seekarten(-daten) sind dabei besonders rar gesät, aber ich bin an einigem dran, die Grundidee ist ja weiterhin charmant. Auch aus diesem Grunde nutze ich die Gelegenheit, den Artikel aus dem (Facebook-)Archiv ins relative Rampenlicht des Susammelsuriums zu holen.

Wie sagt man so schön im Angelsächsischen? To whom it may concern.