London (Part III): Tag 5

Der spontane Opernbesuch und die Frankfurter Buchmesse haben die London-Nachlese ein weiteres Mal unterbrochen. Ich nehme den Faden wieder auf mit der Rückschau auf Tag 5! Was zuvor bzw. im letzten Jahr geschah, kann bei Interesse unter dem Schlagwort London nachgelesen werden.

Es ist Montag morgen und das Wetter ist unentschlossen. Ich bin früh wach und rechne mir aus, daß ich ungefähr zu Öffnungsbeginn um 10 Uhr an der National Portrait Gallery sein kann. In der Hoffnung, daß es zu dieser Uhrzeit dort noch nicht ganz so voll ist, mache ich mich auf den Weg.

Die Station Leicester Square wird von schwerbewaffneten Sicherheitskräften bewacht, ein für Londoner Verhältnisse bislang ungewohnter Anblick. Ich schlucke mein Unbehagen hinunter und trete auf die Charing Cross Road. Ein paar Schritte weiter fällt mir linkerhand eine Gasse auf, die irgendwie interessant aussieht. Nach ein paar Metern und einer 90°-Kurve stelle ich fest, daß sie zwischen zwei Theaterhäusern hindurchführt: Das Wyndham’s und das Nöel Coward Theatre stehen hier Rücken an Rücken. Mehrere Türen des Nöel Coward sind geöffnet, durch eine kann ich einen Blick auf den unmittelbaren Backstagebereich erhaschen. Ich will nicht allzu neugierig wirken und wende mich wieder der Gasse zu. Ein Mann hastet auf das Theater zu, nicht besonders groß, Brille, Kopfhörer, Mütze, Kaffeebecher in der Hand. Er eilt wenige Meter an mir vorbei, offensichtlich auf der Suche nach dem richtigen Eingang. Ich denke: „Wenn man dem die Brille abnimmt, sieht er aus wie Martin Freeman“, und gehe weiter. Dann stutze ich. Moment mal, ich bin in London, das ist vielleicht Martin Freeman! Ich drehe mich um – zu spät.

Die Plakate am Haupteingang beenden alle Spekulationen. Das Stück heißt „Labour of Love“, in den Hauptrollen: Tamsin Greig und, Volltreffer, Martin Freeman. Bis zur Premiere am 27. 9. sind es nur noch wenige Tage.

Doppelte Vicky
Doppelte Vicky

In der National Portrait Gallery sind gleich massenweise berühmte Menschen zu sehen – zumindest deren Abbilder, die in vielen Fällen bereits einen eigenen Celebrity-Status erreicht haben. Dabei wird keineswegs nur die Historie berücksichtigt. Im großen Treppenhaus leuchtet mir aus Raum 32 ein Portrait von Ed Sheeran entgegen. Später sehe ich unter anderem Judi Dench, Maggie Smith, die Herzogin von Kent, Julia Donaldson und, umgeben von kichernden Schulkindern, ein Video des schlafenden David Beckham.

Ich mache mich zunächst auf die Suche nach Richard III. Das Bild ist nicht leicht zu finden, denn laut Museumsplan beginnt die Chronologie der ausgestellten Portraits mit den Tudors ab 1485. Richard III. ist aber ein Lancaster, der letzte seiner Dynastie, er regierte von 1483 bis 1485. Obwohl ich zuvor schon mittels der Suchfunktion auf der NPG-Webseite ermittelt hatte, daß Richard „on display“ ist und sogar, in welchem Raum er hängt, muß ich schließlich doch noch nachfragen.

Richard III. hat einen sehr schlechten Ruf, nicht zuletzt durch die Charakterisierung William Shakespeares. Nicht wenige Historiker zweifeln jedoch an der Version der Prinzenmorde, die in Geschichtsbüchern vermittelt wird. Der perfekte Stoff für einen Krimi, von Elizabeth MacKintosh alias Josephine Tey 1951 in dem Roman „The Daughter of Time“ („Alibi für einen König“) als ebensolcher verwendet.

Richard III.
Richard III.

Ich betrachte das Portait lange, schieße ein Foto und grüße Richard von einer alten Freundin, bevor ich mich dem Rest der Sammlung widme.

Mit bildender Kunst kenne ich mich weniger aus als mit darstellender, und oft habe ich Schwierigkeiten, einen Zugang zu den Werken zu finden. Portraits, egal welcher Art, Epoche und Stilrichtung, bilden die Ausnahme. Daß die Briten ihre in einem Haus versammelt haben, paßt mir daher ganz hervorragend und ich tauche erst nach knapp drei Stunden wieder aus dem Gesichtermeer auf.

Pikachu on Trafalgar Square
Pikachu on Trafalgar Square

Draußen scheint mittlerweile die Sonne und ich setze mich mit einem Sandwich zu Füßen der National Gallery an den Trafalgar Square.

Mein nächstes Ziel ist das British Museum. Ich nehme ein weiteres Mal die London Walks-Führung in Anspruch in der Befürchtung, mich sonst in dem riesigen Komplex zu verlieren. Eine weise Entscheidung – das British Museum ist wirklich unfaßbar weitläufig. Allein mit der Geschichte des Hauses könnte man sich stundenlang aufhalten.

Der Guide bugsiert uns gekonnt durch die Besuchermassen und garniert seine Beschreibung der Museums-Highlights mit effektvollen Cliffhangern. Dabei faszinieren mich neben dem Rosetta Stone in den ehemaligen Räumen der British Library insbesondere die Artefakte aus dem angelsächsischen Schiffsgrab von Sutton Hoo.

Bevor ich bis zum Rand voll mit Eindrücken ermattet ins Bett falle, mache ich noch einen Abstecher nach Marylebone, esse eine Kleinigkeit bei Natural Kitchen, stöbere ein Dreiviertelstündchen bei Daunt Books und werfe einen kurzen Blick ins Kaufhaus Selfridges an der Oxford Street.

London (Part III): Tag 2

Zeit für „London (Part III) – die Nachlese“! Es folgt die Rückschau auf Tag 2. Was zuvor bzw. im letzten Jahr geschah, kann bei Interesse unter dem Schlagwort London nachgelesen werden.

Ich beginne den Freitag morgen mit einer sonnigen Laufrunde durch Hyde Park und Kensington Gardens. Wenn man schon einmal fußläufig wohnt! Beim Frühstück erreichen mich erste besorgte Nachfragen: „Alles ok bei Dir?“ Kurz darauf tickert die Eilmeldung über den Anschlagsversuch in der U-Bahn-Station Parsons Green auf meinem Handy ein. „Keep calm & carry on“, denke ich, „machst Du Deine Wege halt heute zu Fuß.“ Mit Blick auf die Vorhersage der Metoffice-Wetterapp beschließe ich dann aber, als allererstes meine Booking.com-Freifahrt fürs London Eye einzulösen. Bis zur Waterloo Station laufen? Auch irgendwie doof. Bus raussuchen? Taxi? Uber? Ein Rad leihen? Alles nicht so meins. Ich begebe mich daher doch zur Tube und stelle mit Erstaunen fest: Bis auf den direkt betroffenen Streckenabschnitt wird „There is a good service on all other London underground lines“ gemeldet. Business as usual, nur wenige Stunden nach dem Anschlag. Es mag keine Neuigkeit sein, aber von den Briten im allgemeinen und den Londonern im Besonderen kann man sich, was den Umgang mit Terrorgefahr angeht, eine sehr dicke Scheibe abschneiden. Respekt.

Das London Eye hätte ich ohne die erwähnte Freifahrt – sogar für den extrem fixen „Fast track“! Das Ticket kostet regulär über £30! – bestimmt nicht in Erwägung gezogen. Allein schon der Preise wegen. Den Fehler sollte man nicht machen: Die Aussicht ist nicht weniger als spektakulär.

Im Anschluß spaziere ich an der South Bank entlang bis zum Borough Market und finde dort zwar erfreulicherweise ein reges Treiben, aber leider nicht mehr die Dame vor, die dort im letzten Jahr noch Cornish Pasties verkaufte. Ich begnüge mich ersatzweise mit einer Focaccia und einem Brownie von Olivier’s Bakery. Außerdem kann ich leider nicht am Stand von Whirld vorbeilaufen, ohne frischen Fudge zu kaufen. Hilft ja nichts.

Nach kurzem Boxenstop mache ich mich auf ins Victoria and Albert Museum, kurz V&A. Das Museum hat an Freitagen nicht wie sonst bis 17:30 Uhr, sondern bis 22:00 Uhr (bzw. 21:45 Uhr) geöffnet. Allerdings sollte man das Kleingedruckte beachten: „Reduced gallery openings on Fridays after 17.30“. Leider ist auch vor Ort schwer herauszufinden, welche Sammlungen frühzeitig geschlossen werden. Als Faustregel kann man aber gelten lassen: Je tiefer das Stockwerk, desto länger geöffnet. Ich beginne meine Erkundung daher in Raum 118c des 4. Stocks („The Grand Tour“), um mich dann vom 18. Jahrhundert allmählich ins viktorianische Zeitalter und von da zum 20. Jahrhundert vorzuarbeiten. Das schaffe ich noch in aller Gründlichkeit. Dann wird es mit der Zeit schon etwas knapp, bei rapide absinkendem Aufnahmevermögen. Ich begnüge mich damit, durch die noch geöffneten Museumsteile zu stromern und das Auge schweifen zu lassen.

Breathless
Breathless
Ironwork
Ironwork
Cityscape and Villa (Paul and Jill Ruddock Gallery)
Cityscape and Villa (Paul and Jill Ruddock Gallery)

Wer wie ich ein bekennender Fan des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe (MKG) ist, muß das V&A einfach lieben – die Selbstbezeichnung „The world’s leading museum of art and design“ erscheint mir nicht untertrieben. Ich kann insbesondere die Bereiche „Ironwork“, „Jewellery“ (3. Stock) und „Fashion“ (1. Stock) empfehlen und das Essen im V&A Café, übrigens dem ältesten Museumsrestaurant überhaupt, ist zwar preislich kein Schnäppchen, aber sehr lecker. Ganz abgesehen davon, das die Räumlichkeiten üppig dekoriert sind und dort gelegentlich sogar ein Pianist aufspielt.

Bevor ich gefragt werde: Die Pink Floyd-Ausstellung habe ich ausgelassen. Die zwanzig Pfund Eintritt und das Schlangestehen waren es mir nicht wert.

Müde (und kalt)

Nach fast fünf Stunden verlasse ich das V&A mit dem Gefühl, nicht einmal einen Bruchteil gesehen zu haben und begebe mich rechtschaffen müde in mein Quartier.

Ein Wochenendausflug nach Lübeck (und Travemünde)

Als ich irgendwann im letzten Jahr erfuhr, daß der G20-Gipfel in Hamburg stattfinden und es dort möglicherweise zum ersten Auftritt Donald Trumps in Deutschland kommen würde, war ich wild entschlossen, mich in die Demonstrantenschar einzureihen. Von der Mehrzahl der offenbar unvermeidlichen Aktionen latent militanter Globalisierungsgegner hielt und halte ich zwar wenig (vom sogenannten Schwarzen Block ganz zu schweigen). Aber die Teilnahme an friedlichem, buntem und dabei entschlossenem Protest, mindestens gegen den 45. Präsidenten der USA und seine Politik, erschien mir als unverzichtbarer Beitrag zur Staatsbürgerpflicht.

Je näher das Datum rückte, desto mehr schwand jedoch meine Energie. Das ist vor allem einer seit Monaten andauernden, sich stetig weiter verschärfenden beruflichen Hängepartie geschuldet. Als ich mir schließlich einen Konzerttermin aus dem Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals in der Musik- und Kongreßhalle zu Lübeck aussuchte und erst im Nachhinein bemerkte, daß es sich bei dem fraglichen Datum ausgerechnet um das Gipfelwochenende handelte, nahm ich das als Wink mit dem Zaunpfahl. Ich suchte mir eine Übernachtungsgelegenheit und flüchtete ab Freitag mittag vor Chaos, sinnbefreiter Zerstörungswut und Helikopterlärm gen Norden.

Hübsche Giebel
Hübsche Giebel

Lübeck, so stellte ich dabei zum wiederholten Male fest, ist eine Reise wert. Die Highlights der meinen:

Eis-Pavillon am Holstentor
Offiziell ist es zwar kein Softeis, aber es sieht wie welches aus und schmeckt auch so, nämlich sehr cremig. Die Knuspertüte mit allen drei Sorten – ganz klassisch: Schoko, Vanille, Erdbeer – plus Streusel kostet 1,50 Euro. Mjam.

Niederegger
Kaufen mußte ich da nichts, denn wer in Hamburg wohnt, muß fürs Niederegger-Marzipan nicht nach Lübeck fahren. Dennoch, es lohnt allein wegen der Atmosphäre. Wenn der Laden nicht gerade bis unters Dach voll ist mit Reisegruppen und Kreuzfahrttouristen.

St. Marien
Touristisch gut erschlossen und sehr beeindruckend, nicht zuletzt durch die als Mahnmal in der ehemaligen Schinkel-Kapelle ausgestellten Reste zweier Kirchenglocken. Sie waren bei einem am Palmsonntag 1942 durch Bombenangriffe ausgelösten Brand in den Südturm gestürzt und geborsten.
Unter anderem ist ein Kunstwerk von Günther Uecker zu sehen, Dietrich Buxtehude liegt dort begraben und dann ist da noch die Sache mit der Steinmaus. Eine freundliche Dame erklärte mir auf Nachfrage, daß die Maus unter Wandergesellen früher als eine Art Geocache galt. Wer wußte, wo sie zu finden ist, konnte so beweisen, in Lübeck gewesen zu sein.

Miera
Ein klein wenig teurer, dafür aber keine Touristenfalle bei leckerstem Essen.
Ich bin ansonsten hemmungslos als Einzelkämpferin unterwegs, vorzugsweise bei Konzerten, aber ich gehe nur ungern allein essen. Es ist mir einfach zu langweilig. Im Miera war das kein Problem: Da das Wetter es erlaubte, setzte ich mich an einen der Straßentische und wurde bestens unterhalten. Augenscheinlich handelt es sich bei der Örtlichkeit um einen Treffpunkt der Lübecker Bussi-Gesellschaft. Höhepunkt des Schaulaufens: Ein Autofahrer, Typ alternder Dandy, brummte im Schritttempo an dem Laden vorbei, hielt vor dem Eingang an, streckte für einen Moment suchend den Kopf aus dem Fenster und fuhr weiter. Aus der Anlage des Fahrzeugs erschallte dazu die sonore Stimme von Barry White.

Miera
Miera

Mein kurzes, aber schallendes Gelächter wurde von den Umsitzenden mit leichter Irritation quittiert.

Buddenbrookhaus
Ja, doch, das mußte. Und es lohnt sich. Bisher habe ich ständig die Namen der Geschwister, Kinder und Kindeskinder von Thomas Mann durcheinandergekriegt. Kein Wunder bei der Weitläufigkeit der Familie. Das passiert mir nach dem zweitstündigen Aufenthalt in Dauer- und Sonderausstellung künftig nicht mehr. Sehr schön sind auch die beiden als begehbarer Roman zurechtgemachten Buddenbrook-Zimmer im zweiten Stock.

Buddenbrookhaus
Buddenbrookhaus

Im Museumsshop gibt es Bücher, Hörbucher, DVDs und einige hübsche, leckere und praktische Dinge bei erfreulich wenig Kitsch zu kaufen. Neben einer großen Auswahl an Primär- und Sekundärliteratur von den und über die Manns lagen übrigens auch Titel wie „Mein schwarzer Hund“ von Matthew Johnstone in den Regalen. Das ist geschickt plaziert und keineswegs ohne Bezug wenn man bedenkt, wie viele Familienmitglieder durch Selbstmord aus dem Leben gegangen sind.

St. Jakobi
Ein Pflichttermin schon aus nautischen Gründen.
An der prachtvollen großen historischen Orgel sind mir die Gesichter auf einigen der Orgelpfeifen aufgefallen. Was es damit auf sich hat, konnte ich leider nicht ausfindig machen und auch die Webseite schweigt sich dazu aus. Man rennt überhaupt ein wenig orientierungslos durch das Gebäude; es fehlt an Hinweisen vor Ort. Diesbezüglich schneidet St. Marien deutlich besser ab.

Hüxstraßenfest
Bunt und fröhlich und voll. Fischbrötchen bei Krützfeld (No. 23) gegessen und erwartungsgemäß bei MaKULaTUR hängengeblieben.

Hüxstraßenfest
Hüxstraßenfest

Lübecker Schulgarten
Die botanische Oase am Wakenitzufer. Der perfekte Kontrast nach dem Trubel der Altstadt an einem Samstagnachmittag. Mit Café!

Im Schulgarten
Im Schulgarten

Gänge und Höfe
Da gibt es noch viele, viele mehr als die auf der Webseite der Stadt Lübeck gelisteten Beispiele. Man sollte beim Erforschen allerdings stets beachten, daß dort Leute wohnen und man im Zweifel Privatgelände betritt.

Glandorps Hof
Glandorps Hof

Travemünde
An einem sonnigen Sonntag nehme man den Zug gegen halb 11 eintreffend, wenn möglich früher, und trete spätestens um kurz nach halb 4 auf gleichem Wege den Rückzug an. Dann klappt’s auch mit der Erholung.

Ruhe vor dem Sturm
Ruhe vor dem Sturm
Seebrücke
Seebrücke
Steilküste (unten)
Steilküste (unten)
Steilküste (oben)
Steilküste (oben)
Hic sunt Dracones
Hic sunt Dracones

Nicht geschafft habe ich (das Wetter war zu gut):

In letzterem bin ich zwar schon einmal gewesen, aber das ist über 15 Jahre her und ich kann mich gerade noch erinnern, wie fasziniert ich davon war. Außerdem läuft momentan eine Sonderausstellung über das Figurentheater und Paul Maar („Sams & Co. im Rampenlicht“). Es werden sogar Führungen mit dem Sams und Herrn Taschenbier angeboten.


Durch sachdienliche Hinweise haben zum Gelingen des Projekts „Gipfelflucht“ beigetragen: ellipsefeine_bildstoerung, HansW_MetzgerKellerblume, LButcherMaximilian, whiff_of_hh und nicht zuletzt Anja, meine zauberhafte Airbnb-Gastgeberin. Vielen Dank euch allen!

Lange Nacht der Museen Hamburg

Daß die Kunst bei der Langen Nacht der Museen darin besteht, sich auf Schwerpunkte zu beschränken und die Transitstrecken kurz zu halten, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Aber dann ist da dieses prall gefüllte Programmheftchen: Begeistert blättert man hin und zurück, hinterläßt Eselsohren, jongliert mit Terminen und Orten und die Liste, die schlußendlich daraus entsteht, ist beinahe zwangsläufig zu ambitioniert für sechs Stunden.

Ich hatte mir einen zumindest geographisch gut durchdachten Fahrplan zurechtgelegt: Mit dem Altonaer Museum als Startpunkt sollte das Feld gewissermaßen von Westen aus aufgerollt werden. Nach dem Museum für Hamburgische Geschichte, dem Museum für Kunst und Gewerbe und eventuell zuvor noch den Deichtorhallen wollte ich zum Abschluß beim Museum der Arbeit vorbeischauen und von da aus zu Fuß nach Hause gehen. Wobei es angesichts der angebotenen Vielfalt vielleicht keine schlechte Idee gewesen wäre, das Museum der Arbeit und die Sonderausstellung „Entscheiden“ schon im Vorfeld besucht zu haben.

18:00 Uhr.

Das Altonaer Museum überrascht zunächst mit einer Sektbar im Foyer. Sinnvoll wäre auch eine Aktionsbeschilderung gewesen, die leider fehlt. So ist man als Besucher, der sich im Hause nicht gut auskennt darauf angewiesen, bei Mitarbeitern nachzufragen. Die sind dafür allesamt hochmotiviert im Einsatz; das ist insbesondere bei den Führungen zu spüren. Auf meiner Liste steht ein „Lieblingsstück“ der Glas- und Keramikrestauratorin und „Shortcuts: Highlights des Altonaer Museums“. Zwischendrin schaue ich bei „Sound of Sails“ vorbei, so der Name des „COD1NG DA V1NC1“-Gewinnerprojekts 2016 in der Kategorie „Technical Achievement“. Dummerweise schwächeln Technik und WLAN, und so sehe ich zwar „Images of Sails“, höre aber keine Sounds dazu – shit happens. Klang gibt es dagegen reichlich bei „Best of Stage School“ im Galionsfigurensaal. Ein phantastischer Veranstaltungsort! Wobei ich dabei etwas ins Grübeln komme: Besteht tatsächlich ein Zusammenhang zwischen der Stage School und dem Museumszweck bzw. -bestand oder geht es einzig um den Unterhaltungswert?

20:30 Uhr.

Eine Frage, die sich im Museum für Hamburgische Geschichte nicht stellt. Zu vielfältig sind Objekte und Themen der Sonder- und Dauerausstellungen. Entsprechend das Programm, das bis zum Ende der Museumsnacht durchläuft: Neben diversen Führungen in Deutsch, Englisch und Spanisch stehen musikalische Darbietungen auf der Agenda, darunter ein Vortrag zum nicht nur tonsetzerischen Duell zwischen Georg Friedrich Händel und Johann Mattheson, des weiteren Lesungen, ein Lindy Hop-Crashkurs und vieles mehr, dazu die erweiterte Verpflegung vor der Tür. Abzug in der B-Note: In allen anderen Museen der Stadt gilt meine Tasche als klein, nur hier muß ich sie abgeben und sodann mit Portemonnaie, Schlüssel, Handy und der zur Birkenblüte unvermeidlichen Taschentuchpackung auf alle Hosentaschen verteilt durchs Haus wandern. Lästig und überdenkenswert.

Dennoch, es passiert das Vorhersagbare: Ich bleibe hängen. Nach Händel und Mattheson am Cembalo schließe ich mich der eigentlich halbstündigen „Stars und Sternchen“-Führung an, die aufgrund paralleler Programmpunkte etwas vom Thema abkommt und dadurch im besten Sinne eskaliert: Nach satten zwanzig Minuten Verlängerung landen wir schließlich am Schulterblatt und beim Walfang. Auf dem Weg nach draußen stolpere ich noch zufällig über eine Türsteher-Lesung, die außerordentlich gut besucht ist und sich zu zwei Dritteln als sehr unterhaltsam entpuppt.

23:35 Uhr.

Ich schaue auf die Uhr, seufze tief und kappe kurz entschlossen alle weiteren Pläne, um noch eine Runde durch die Dauerausstellung im 1. Stock zu drehen. Gegen halb eins mache ich mich auf den Weg nach Barmbek.

0:38 Uhr.

Ich verpasse um Haaresbreite die U-Bahn. Mir bleiben mir für das Museum der Arbeit somit nur noch zwanzig Minuten. „Zu sportlich“, denke ich und entscheide mich für den direkten Nachhauseweg. Vorläufige Bilanz: Zwei vor vier bzw. fünf!

Am nächsten Tag, gegen 14:00 Uhr.

Das Wetter ist museumstauglich und das Lange Nacht-Ticket auch am Folgetag gültig, also schaue ich nach meinem (Vor-)Mittagsprogramm „für ein Stündchen“ noch im Museum für Kunst und Gewerbe vorbei. Ich habe großes Glück bei der „Game Masters“-Ausstellung: Es ist der letzte Tag und ich erwische gerade eben noch das Zeitfenster vor der Megaschlange. In den Räumen ist es drückend warm und ziemlich wuselig. Ich nutze meinen kleinen Informationsvorsprung durch die bereits vor ein paar Wochen absolvierte Kuratorenführung und beschränke ich mich auf einige Highlights. In der Indie-Ecke bleibe an der Präsentation von Thatgamecompany hängen. „Flow“, „Flower“ und insbesondere „Journey“ faszinieren mich schon graphisch. Leider bin ich damit nicht allein und so komme ich nicht dazu, es anzuspielen.

Wo ich schon da bin, kann mir auch gleich noch „Willy Fleckhaus: Design – Revolte – Regenbogen“ anschauen. Für „Twen“ und Konsorten bin ich zwar zu jung, aber als ich die von Fleckhaus gestalteten Bücher und Buchreihen sehe, weiß ich den Mann und sein Werk sofort einzuordnen. Es spiegelt zwar nicht unbedingt meinen (Design-)Geschmack wider, verlangt mir aber Respekt ab, allein der Fülle und der stilbildenden Wirkung wegen.

Von Willy Fleckhaus ist es nur ein kurzer Schritt zu „Magazin machen“, einer kleinen, aber feinen Ausstellung über das ZEITmagazin. Beim Durchgang fällt mir erstmalig (!) auf, daß die ZEIT und das ZEITmagazin den Bremer Schlüssel im Logo tragen und nicht das Hamburger Stadtwappen. Dem muß ich gleich nachgehen und finde dazu diesen sehr aufschlußreichen Text aus dem Jahr 1946.

17:00 Uhr.

„Nur mal eben“ in mein Lieblingsmuseum – das funktioniert einfach nicht. Aus dem „Stündchen“ sind locker drei geworden. Und obwohl ich glaube, das Haus inzwischen ganz gut zu kennen, erwartet mich nahe dem Ausgang noch eine kleine Premiere: Die Tür zum Spiegelsaal (nicht zu verwechseln mit der Spiegel-Kantine) steht offen und ich kann erstmals einen Blick hineinwerfen.

Unterm Strich.

Eine Nacht und ein Tag sind einfach zu kurz! Es reichte für eine ganze Museumswoche. Für nächstes Jahr habe ich mir fest vorgenommen, eines der kleineren und abseitigeren Häuser anzusteuern. Zum Beispiel das Deutsche Zusatzstoffmuseum.

Very british

Apropos Royal Albert Hall.

Das kam bei der Planung meines Londonbesuchs im September direkt an dritter Stelle, gleich hinter Flug und Unterkunft: Gibt es noch Tickets für ein BBC Prom-Konzert im fraglichen Zeitraum? Es waren nicht mehr viele, aber es gab, und um die Sache abzurunden, buchte ich noch die „Grand Public Tour“ dazu.

Die ist, gemessen an der Länge, zwar kein Schnäppchen und der Blick hinter die Kulissen hält sich in Grenzen, wenn die Halle in Konzertvorbereitung steht und es bis zur berühmten „Last Night“ kaum mehr eine Woche ist. Dennoch, ich lernte eine Menge und hatte zudem mein Vergnügen an der energiegeladenen Präsentation der jungen Dame, die uns herumführte.

Was ich unter anderem nicht wußte:

  • Der volle Name des Hauses lautet „Royal Albert Hall of Arts and Sciences“.
  • In der Royal Albert Hall kann man nicht nur Konzerte erleben, sondern auch Boxkämpfe und hochkarätige Tennisereignisse.
  • Im Elgar Room auf der „Rausing Circle“-Ebene steht „Big Red“, der rote Flügel, auf dem Elton John während seiner „Red Piano Tour“ spielte. Auch hier finden Konzerte statt.
  • Für eine Aufführung von „Madame Butterfly“ wurde die Bühne geflutet.
  • Die Akustik in der Hall war ursprünglich ganz furchtbar. Die Form der Decke erzeugte ein mehrsekündiges Echo – schrecklicher geht es kaum, bedenkt man die hauptsächliche Nutzung des Gebäudes als Konzertsaal. Erst durch den Einbau der „Mushrooms“ genannten Fiberglasscheiben im Jahre 1969 wurde dieses Problem beseitigt.

    BBC Proms
    Mushrooms
  • Während der Prom-Konzerte zieht eine Büste Sir Henry Woods aus der Royal Academy of Music in die Royal Albert Hall um. Sir Henry Wood (1869-1944) gilt als der Erfinder der (BBC) Proms.
  • Zur Finanzierung des Gebäudes wurden in den 1860er Jahren unter anderem Plätze zum Preis von je 100 Pfund an Privatpersonen verkauft. Das Nutzungsrecht für diese beläuft sich auf 999 Jahre, gezählt ab der Eröffnung im März 1871. Rund 1.300 der bis zu knapp über 5.200 (Sitz-)Plätze sind somit noch immer in Privatbesitz und wenn davon einige zum Verkauf angeboten werden, steht das als „seltene Gelegenheit“ in der Presse.
  • Queen Victoria erwarb seinerzeit 20 Plätze, die in der Queen’s Box zusammengefaßt sind. Das ist die Doppelbox mit dem Krönchen auf der „Grand Tier“, der Beletage des Konzertsaals. Wenn in der Queen’s Box keine Königlichen sitzen, werden die Plätze unter den Mitarbeitern des Buckingham Palace verlost.
  • Die Queen selbst besucht die Royal Albert Hall nur einmal im Jahr, und zwar zum „Festival of Remembrance“ im November.
  • Es gibt einen Treppenaufgang nebst Aufenthaltsraum, der den Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten ist, wenn sie sich im Gebäude aufhalten. Die Tür zu beidem liegt praktischerweise direkt gegenüber der Queen’s Box. Sie befindet sich zwischen Tür 7 und 8, ist selbst aber unmarkiert. Einige Mitarbeiter der Royal Albert Hall nennen sie deshalb „Tür 7 3/4“ – in Anlehnung an Gleis 9 3/4 der King’s Cross Station aus „Harry Potter“.

Im Anschluß durfte ich dann die Hall als Konzertsaal live erleben: Im Prom 70-Konzert spielten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin Mozart und Bruckner. Von meinem Sitz in den Stalls aus hatte ich einen guten Blick auf die Bühne, aber auch auf die Stehplätze im Innenraum, dem Reich der sogenannten Prommers. Diese Stehplätze kosten 6 Pfund und man muß sich lange vor dem Konzertbeginn einen guten Platz in der Schlange sichern, um vorne dabei zu sein. Die Prommers sammeln während der Konzerte für karitative Zwecke und sind auch ansonsten immer für eine Aktion gut. Da stehen alle Sorten Leute, darunter auch solche, die sich während des Konzerts ungefähr so bewegen, wie ein Hanseat bei einem Rockkonzert – gemäßigt enthusiastisch also, aber definitiv agiler, als man es vom gemeinen Klassikgenießer her gewohnt ist. Sehr sympathisch.

Zur Krönung des Tags und Abends machte ich schließlich noch die (fortdauernde) Bekanntschaft meiner sehr netten Sitznachbarin.

Da muß ich nochmal hin.

Advent im Archäologischen Museum Hamburg

Dame in weiß (25.000 Jahre alt)
Dame in weiß (25.000 Jahre alt)
Manni
Manni
Gilt als älteste gebrannte Keramikfigur der Welt: Dame in schwarz (28.000 Jahre alt)
Gilt als älteste gebrannte Keramikfigur der Welt: Dame in schwarz (28.000 Jahre alt)

Geknipst beim Community-Abend „Eiszeitkunst trifft Stencil & Comic“.

Gut besucht war's
Gut besucht war’s

Über die Doppelausstellung „EisZeiten“ schrieb ich ja neulich schon.

#EisZeitenHH

Da ist noch nachzutragen, daß es mich gestern zum ersten Mal ins Museum für Völkerkunde Hamburg verschlug, zum Social-Media Abend zur Doppelausstellung „EisZeiten“. Ohne die bestehende Verbindung zum Archäologischen Museum Hamburg wäre das wohl nicht passiert, denn die Rothenbaumchaussee ist sonst nicht so meine Gegend (wenn ich nicht gerade beim Halbmarathon mitlaufe).

Einen Tag nach Ausstellungseröffnung wurden dort gestern Blogger, Instagrammer, Twitterer und überhaupt, Social Media-Menschen begrüßt, mit #EisZeitenHH-Bier, Brezeln und #EisZeitenHH-Eis bewirtet, mit WLAN versorgt, durch die Ausstellung geführt und aufgefordert, hemmungslos zu tippen, zu filmen und zu fotografieren. Mit großer Resonanz: die Social Media Wall glühte, daß es eine wahre Pracht war.

Bei der Doppelausstellung thematisiert das Museum für Völkerkunde unter dem Titel „Die Menschen des Nordlichts“ die Lebensweise der Volksgruppen nördlich des Polarkreises. Dabei ist „zirkumpolar“ der zentrale Begriff: In der Ausstellung wird nicht nach einzelnen Volksgruppen unterschieden, sondern nach Lebensbereichen. Diese enthalten jeweils Exponate verschiedener Herkunft und beweisen eindrucksvoll, wie wenig Relevanz von Menschen gezogene Landesgrenzen unter klimatisch herausfordernden Bedingungen letztlich haben.

Nicht nur dort, sondern auch im zweiten Ausstellungsteil, „Die Kunst der Mammutjäger“ (Archäologisches Museum Hamburg), gibt es spektakuläre Ausstellungsstücke aus der Kunstkammer St. Petersburg zu sehen. So z. B. eine geschnitzte Frauenfigur aus der Zeit von 21.000 bis 19.000 v. Chr., also richtig, richtig alt. Das ist schon sehr speziell, man sollte sich das vielleicht mal anschauen. Die Dame und ihr Gefolge reisen in ihrem Alter nicht mehr so gern, und wer weiß, ob jemals wieder.

Mein Lieblingsstück steht allerdings jetzt schon fest: die Kopfbedeckung der Alutiiq-Jäger in Seehundsform. Ich bin verliebt!

Tag des offenen Denkmals

Wo ich eh gerade noch im Touri-Modus war: Heute ist Tag des offenen Denkmals! Mein Programm: Ballinhaus (Hapag-Lloyd, Führung), Handelskammer Hamburg (Führung), Commerzbibliothek (Führung), Hühnerposten 1 (Hamburger Öffentliche Bücherhalle, Führung), „Rathaus der Speicherstadt“ (HHLA, Führung) und Brahms Kontor (Führung).

So ein gelegentlicher Touristenblick auf die Wahlheimat ist ja außerordentlich lehrreich, zumal für mich als relative Neubürgerin.

Handelskammer Hamburg
Handelskammer Hamburg

So erfuhr ich unter anderem, daß die Stadt Hamburg zu kniepig war, das ihr nach dem zweiten Weltkrieg abhandenen gekommene und mehrfach zum Kauf wieder angebotene Stadtsiegel zu erwerben. Es wurde letztlich von der Hubertus-Wald-Stiftung in Zusammenschluß mit einem Konsortium von Hamburger Kaufleuten und Unternehmen gekauft und ist seit 2013 in den Räumen der Handelskammer ausgestellt – in einer Vitrine, und das ist ein hübsches Detail, die baugleich mit derjenigen ist, die die Nofretete in Berlin beherbergt.

Brahms Kontor
Brahms Kontor

Was ich auch nicht wußte: Der Hühnerposten 1, jetzt hauptsächlich als Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen genutzt, war früher ein Postamt mit direktem Gleisanschluß. Und wer einmal etwas über die Baugeschichte des Brahms Kontor gehört und Bilder der diversen (dankenswerterweise) nicht realisierten Entwürfe gezeigt bekommen hat, sieht dieses Gebäude künftig mit anderen Augen. Von den spektakulären Foyers und Treppenhäusern mal ganz abgesehen.

Das Rathaus der Speicherstadt (HHLA)
Das Rathaus der Speicherstadt (HHLA)

Außerdem weiß ich jetzt, wo die HHLA ihren Notgroschen lagert!

London (Part II): Tag 7 & 8

Am Tag 7 ist mir etwas die Puste ausgegangen, daher jetzt Tag 7 und Tag 8 als Nachlese.

Tag 7: Tower of London.

Tower of London
Tower of London

Doch, da kann man einen ganzen Tag verbringen! Einplanen sollte man zumindest einen halben. Ich startete um 11 Uhr mit der zweistündigen London Walks-Führung, noch eben fix einen Raben fotografieren (er saß da gerade so günstig), ein Sandwich und Fruit Scone im „New Armouries Café“, dann Kronjuwelen, White Tower, Beauchamp Tower, Tower Tortures, über den Wall spazieren, Eis essen, fertig. Es hätte noch „Coins and Kings“, den „Medieval Palace“ und das „Fusilier Museum“ gegeben, aber man kann halt eben nicht alles usw. usf.

Guarding the Crown Jewels
Guarding the Crown Jewels
Henry VIII and his six wives
Henry VIII and his six wives

Die Raben sind für Großbritannien etwa das, was die Schwäne für Hamburg sind. Der Legende nach müssen mindestens sechs Raben im Tower sein, sonst fällt die Monarchie. Deswegen wird ein hauptamtlicher Ravenmaster beschäftigt und es gibt eine Aufzuchtstation in Somerset, wo „Raven babies on demand“ vorgehalten werden. Man wird ausdrücklich gewarnt, den Vögeln nicht zu Nahe zu treten, was diese aber überhaupt nicht stört: Der hübsche Poser auf meinen Fotos ist mir bei unserer kleinen Fotosession fast auf die Hand gehüpft.

Towerrabe Jubilee
Towerrabe Jubilee

Tag 8: „Changing of the Guard“ am Buckingham Palace & Shopping Tour.

Changing of the Guard
Changing of the Guard
This is not Abbey Road
This is not Abbey Road

Eigentlich wollte ich nur noch schnell ein Foto von der Vorderseite des Palasts machen und wunderte mich, als ich gegen viertel vor 11 einen stetig wachsenden Menschenauflauf nebst Polizei (beritten, auf Fahrrädern, zu Fuß) und Absperrgittern vorfand. Da war nichts mit der Queen oder so, das war einfach nur „Changing of the Guard“! Sich da in die Reihen zu stellen ist ungefähr so sinnvoll, wie das Schlepperballett beim Hafengeburtstag in Hamburg angucken zu wollen. Die wahre Attraktion ist der wohl größtmögliche Touristen-Auflauf, den man in der Stadt erleben kann. Krasses Spektakel.

Sold out
Sold out

Dann war ich noch bei Hatchards und bei Waterstones und ganz kurz noch bei Fortnum & Mason und dann mußte ich auch schon los zum Flughafen.