Osterlauf

Heute habe ich es vor den Osterspaziergängern in den Stadtpark geschafft. Am Karfreitag war mir das nicht gelungen, und so wurde ich dank meines immer noch sehr langsamen Lauftempos Zeugin zahlreicher kleinerer (Familien-)Dramen. Eine gewisse Ähnlichkeit mit der tags zuvor vom Fräulein Read On berichteten Gründonnerstags-Szenerie war nicht von der Hand zu weisen. Ein klein wenig Schadenfreude erzeugt solches bei mir ebenfalls, ja, doch, ich gebe es zu. Aber vor allem: Erleichterung. Das ist nicht mein Problem, jenes auch nicht, und das da drüben erst recht nicht. Vielleicht nicht sehr nett von mir. Aber manchmal muß das sein.

Jetzt ist alles ruhig. Vereinzelte Gassigeher wechseln sich mit Joggern und Walkern ab. Noch eine Stunde, vielleicht auch nur eine halbe, dann kommen die Flaneure. Am Modellboot-Becken sitzen zwei ältere Herren, sich lebhaft unterhaltend. Einer von beiden steuert einen Zweimastgaffelschoner, seine Hände und die Fernsteuerung sind mit einer wasserdichten Hülle bedeckt. Vom weiten sieht es aus, als trage er einen Muff.

Das Stadtparksee-Schwanenpaar steht augenscheinlich sehr gut im Futter, möglicherweise als Nebenwirkung des verlängerten Winterquartiers. Der Schwanenmann wagt sich dennoch weit aus dem Wasser, bis über den Weg und zur Bank, der raschelnden Brottüte entgegen.

Auf dem gesamten Gelände grünt und blüht es derzeit um die Wette. Dennoch fällt an einer Stelle ein gänzlich anderes Bunt ins Auge.

Love is on the egg
Love is on the egg
Das Haiop-Ei
Das Haiop-Ei

Die Haiopeis als Ostermotiv sind mir zwar neu, aber nun. Jeder wie er mag.

Frohe Ostern!
Frohe Ostern!

Wer suchet, der findet

Worauf ich mich ja besonders gefreut hatte beim Start dieses Blogs: Endlich eine eigene „Service für Google-Suchende“-Rubrik aufmachen zu können. Bei anderen hatte ich dazu schon viele unterhaltsame Beispiele entdeckt, insbesondere drüben bei Isabel.

Jetzt sind die Besucherzahlen im Susammelsurium weiterhin äußerst moderat, was mich grundsätzlich nicht stört. Nur werden Suchbegriffe zwar gezählt, mir aber überwiegend als „unbekannt“ angezeigt. Aus dem kläglichen, im Klartext angezeigten Rest tauchte beispielsweise „thor steinar barmbek“ auf, wohl des Artikels über die neuen Nachbarn wegen. Daran ist wenig Lustiges zu finden. Die „#30daymusicchallenge“ war dabei, es wurde nach „katrin seddig“, „archäologisches museum hamburg ausstellungsstücke“ sowie „das buch der wunder stefan beuse empfehlung“ geforscht und sogar nach dem „susammelsurium“ höchstselbst. Alles überaus vernunftvoll und zielgerichtet und somit wenig ergiebig für phantasievolle Interpretationen.

Bis gestern! Endlich!

Wie Google es hingebogen hat, daß dieses Blog bei der Suche nach „elbphilharmonie toilettenplan“ angezeigt wurde, ist mir tatsächlich schleierhaft. Aber die Wege der Algorithmen sind nicht immer erforschlich. Das weiß jeder, dem auf Facebook schon einmal abstruse Gruppenmitgliedschaften angetragen wurden. Wie oft habe ich dabei schon gedacht, daß ich mich beruhigt zurücklehnen kann: Vom gläsernen Konsumenten scheinen wir doch bisweilen noch weit entfernt. Wer mir allen Ernstes vorschlägt, der Gruppe „Tantra Dating“ beizutreten, kann unter Berücksichtigung meines vergleichsweise hohen digitalen Freizügigkeitsgrads bisher nicht weit gekommen sein bei der Datenauswertung.

Andererseits war ich gerade vorgestern in der Elbphilharmonie und saß dabei erstmalig in der 16. Etage. Als ich zwischen Einführung und Konzert „nur noch einmal schnell“ ums Eck gehen wollte, stellte ich fest, daß es a. auf der 16. gar kein stilles Örtchen gibt und b. auf der 15. die Damentoilette nur aus zwei Kabinen besteht. Da wäre ein vollständig entschüsselter Toiletten- und Treppenhausplan vor meinem inneren Auge durchaus sinnvoll gewesen. Dem war leider nicht so, weshalb ich mich nach bummelig 15 Minuten Kloschlange ziemlich beeilen mußte, um rechtzeitig zum Konzertbeginn wieder im Großen Saal zu sein. Ich hatte es zwar in Erwägung gezogen, aber geschrieben habe ich darüber nicht in meinem Blogpost über Beethovens Neunte in der südamerikanischen Fassung. Keine Zeile. Nicht mal im Entwurf. Das bringt mich dann ja doch ins Grübeln.

Im Labyrinth
Im Labyrinth

Aber wir wollen den Service nicht vergessen. Einen Toilettenplan der Elbphilharmonie habe ich leider nicht ausfindig machen können, aber immerhin man kann sich via Google Street View in den Foyers verirren. Ungefähr genausogut wie in echt.

Gern geschehen!

12 von 12 im März

Sonne! Frühling! Das bedeutet leider auch Heuschnupfen. Trotzdem beginnt der Tag mit einer Laufrunde durch den Stadtpark.

Startpunkt
Startpunkt

Dort blühen nicht nur Hasel und Erle und das ist gut so.

Frühlingsboten
Frühlingsboten

Schön ist auch, daß das Planetarium wieder geöffnet hat. Das neue Café Nordstern wirbt mit prickelnden Getränken.

Café Nordstern
Café Nordstern

Auf dem Rückweg stolpere ich über die Reste der Protestkundgebung gegen die neuen Nachbarn vor zwei Tagen. Die Polizei hat die Absperrgitter sicherheitshalber im Viertel gelassen. Nicht auszuschließen, daß sie bald wieder gebraucht werden. Das kann ich soweit nachvollziehen, aber die Wasserwerfer und der Räumpanzer dürfen beim nächsten Mal bitte im Stall bleiben. Die braucht hier kein Mensch.

Proteste-Reste
Proteste-Reste

Auch auf dem Balkongarten ist diese Woche der Frühling ausgebrochen.

Schnittlauch!

Kein Sport ohne Ausgleich. Das gilt besonders, wenn der Fuhlsbäcker neue Leckereien zum Probieren hat

Leckerlis

Des Pollenflugs wegen bleibe ich des Rest des Tages lieber drinnen und widme mich einem Teil des geduldig wartenden Lesestoffs.

Lektüre

Wobei, ein paar Balkonminuten zwischendurch schaden nicht.

Balkonschwein

Außerdem finde ich endlich ein bißchen Zeit, das Klavier aus dem Winterschlaf zu wecken. Ich habe es sträflich vernachlässigt in den letzten Wochen. Dafür fluppt der Frahm noch ganz gut.

Sheets Eins & Zwei
Sheets Eins & Zwei & Drei & Vier…

Fürs Protokoll: Das sind selbstverständlich Arbeits- und keine Raubkopien. Für „Went Missing“ verwende ich übrigens eine andere als die „Sheets Zwei“-Transkription. Da hat Annemie van Riel einfach den besseren Job gemacht.

Über den Tasten ist es draußen dunkel geworden. An meiner Klavierleuchte baumelt der Schlüssel zum Zimmer 29 des Hotel Château Marmont in Hollywood. Nein, der ist nicht echt, natürlich nicht. Es ist ein Souvenir der „Work in Progress“-Vorstellung von „Room 29“, einem Stück von Chilly Gonzales und Jarvis Cocker. In einer Woche ist Weltpremiere auf Kampnagel, dann bringe ich den Schlüssel wieder hin und schaue, ob er noch paßt.

Room 29
Room 29

Jetzt ist aber erst einmal Zeit fürs Abendessen.

Abendessen

Leider muß ich mich danach noch dem zickenden Drucker widmen. Der behauptet seit gestern hartnäckig, offline zu sein und ist weder über WLAN noch über den Ethernet- und auch nicht mehr über den USB-Anschluß ansteuerbar. Als letzten Versuch werde ich den Treiber neu installieren. Hoffentlich hilft’s.

Kaputt
Druckt nicht

Fortsetzung folgt (im April).


„12 von 12“ ist ein Fotoprojekt für Blogger, wobei es mittlerweile auch viele Mitstreiter ohne Blog auf Twitter und Instagram gibt. Die gemeldeten Blogeinträge des heutigen Tages werden hier gesammelt.

Neue Nachbarn

Die Fuhlsbütteler Straße in Barmbek-Nord zwischen Emil-Janßen- und Tischbeinstraße (Westseite):

  • eine Bankfiliale,
  • ein Bestattungsinstitut,
  • eine Apotheke,
  • ein EMS-Trainingscenter,
  • ein Beautysalon,
  • eine Zahnarztpraxis,
  • ein italienisches Restaurant,
  • ein Waschcenter,
  • eine Videothek („Räumungsverkauf – wegen Geschäftsaufgabe“),
  • eine ehemalige Shisha-Bar („zu vermieten“)

und

Ich möchte das nicht.

Hauptsache Karneval

Vorhin beim Bäcker. Karnevalsdekoration gibt es keine, aber die Mehrzahl des Personals ist dezent kostümiert.

Ich: „Alaaf!“
Bäckereifachverkäuferin: ?
Ich: „Oder ist ‚Helau‘ besser?“
Bäckereifachverkäuferin (lacht verlegen): „Ach so! Ich stecke da ja nicht so drin. Es hieß halt, wir sollen uns verkleiden.“

Ich glaube beinahe, die Firma R**lfs*) hat da noch Beratungsbedarf.


*) Name der Verfasserin bekannt

12 von 12 im Januar

Das hier ist nicht meine erste, aber meine erste ordnungsgemäße Teilnahme, denn „12 von 12“ ist eigentlich ein Fotoprojekt für Blogger. Wobei es mittlerweile auch viele Mitstreiter ohne Blog auf Twitter und Instagram gibt. Die gemeldeten Blogeinträge des heutigen Tages werden hier gesammelt.

Ich bin ziemlich pingelig mit meinen Fotos und veröffentliche nur, was mich entweder ästhetisch überzeugt oder bei dem der Inhalt die unter Umständen mäßige Qualität rechtfertigt. An einem regulären Arbeitstag im Januar zwölf in meinen Augen ausreichende oder gar schöne Bilder zu produzieren, ist daher eine echte Herausforderung.

Proviant bunkern
Proviant bunkern

Ich bin ein bißchen spät dran heute morgen. An meiner Lieblingskaffeeklappe besorge ich mir trotzdem erst einmal Proviant für die Mittagspause.

Lesungen im Ledigenheim
Lesungen im Ledigenheim

Auf der letzten Teilstrecke ins Büro fallen mir einige bekannte Namen ins Auge. Wer etwas über das Ledigenheim und die Bemühungen um dessen Erhalt wissen will, kann sich hier informieren.

Norwegen à la carte
Norwegen à la carte

Im Souterrain ist der Kartendrucker schon fleißig. Es stehen dort mittlerweile zwei Geräte: Eines, was ausschließlich britische Karten druckt und eines, was bisher ausschließlich norwegische Karten druckt (im Bild). Bitte nicht fragen, es ist kompliziert.

Elphi
Elphi

Die Mittagspause verbringe ich möglichst draußen. Heute muß ich natürlich erstmal schauen, wie die Elphi die gestrige Eröffnung überstanden hat. Sie guckt noch ein bißchen verkniffen, scheint aber ansonsten guter Dinge.

Zutritt verboten
Zutritt verboten

Daß die Elbphilharmonie ein offenes Haus sein soll, merkt man dieser Tage verständlicherweise nicht. Vor Ort ist noch das volle Security-Programm in Kraft. Aber auch aufgrund der aufwendigen Lichtinstallation sind Absperrungen notwendig, z. B. diese.

Weihnachten an der "Kaiserperle"
Weihnachten an der „Kaiserperle“

An der „Kaiserperle“ ist derweil noch Weihnachten.

Motivalarm
Motivalarm

Dann plötzlich, auf dem Rückweg: Motivalarm! Menschen in Traditionsschiff-Takelage vor Elbphilharmonie-Fassade. Quasi formvollendete HafenCity-Symbolik. Einer dieser Momente, in denen man sich dringend eine ordentliche Fotoausrüstung nebst der entsprechenden vollumfänglichen Kenntnisse wünscht. Wobei der Schnappschuß so schlecht nicht geworden ist.

Oben
Oben

Ganz schön pustig. Da oben merkt man das noch einmal mehr, das weiß ich aus Erfahrung.

Schirmtod
Schirmtod

Die Windstärke kann man in Hamburg im Übrigen auch sehr gut an der Schirmtodquote ablesen. Gestern und heute wurden ziemlich hohe Werte erzielt.

Digger
Digger

Nachmittags bekommen wir Besuch von einem unserer Lieblingskunden. Meistens bringt der seinen Assistenten mit. Digger hat bei uns sein eigenes Spielzeug. Das rote Quietsche-Krönchen stammt aus dem Buckingham Palace Shop.

Crew only
Crew only

Wenn die Kollegen aus dem unteren Stockwerk das Schild vor den Treppenabgang hängen, ist es bis zum Feierabend nicht mehr weit.

BSH
BSH

Das Kleberli am Monitor soll verhindern, daß ich die Seekartenbestellung beim BSH vergesse. Meistens klappt’s.

Mein Feierabend ist heute unspektakulär und besteht aus Risotto kochen und essen, ein bißchen TV und Internet und zum Abschluß ein paar Zeilen Bodo Kirchhoff. Alles ohne Bild.

Fortsetzung folgt (im Februar).