12 von 12 im September

Ich habe Urlaub! Seit gestern! Endlich! Nie war er so wertvoll wie in diesem Jahr. Am Donnerstag geht es für eine Woche in meine zweitliebste Lieblingsstadt. Vorher muß ich aber noch einige Einkäufe erledigen.

Neue Treter

Zum Beispiel neue Laufschuhe besorgen. Der „Lady Defyance“ von Brooks ist einfach mein Schuh, punktum, da nehme ich sogar in Kauf, daß er diese Saison in pink und lila daherkommt. Für den Kauf muß ich meinen Stadtteil dankenswerterweise nicht verlassen: In der riesigen Barmbeker Filiale von Lauf Lunge bleibt kein Läuferwunsch unerfüllt. Super Laden.

Hundekekse

Ebenfalls unter die Überschrift „Buy Local“ fällt die Konditorei Weber in der Hellbrookstraße. Deren Spezialität ist zum einen Baiser in allen möglichen (und unmöglichen) Geschmacksrichtigungen und zum anderen Leberwurstkekse für Hunde. Ich bin kein Baiser-Freund und habe auch keinen Hund, aber ich besuche demnächst eine Hundebesitzerin.

Diverses Saatgut

Wieder zuhause angekommen räume ich bißchen in der Küche herum. Es gilt, die letzte Balkongartenernte zu sichern. Zwei kleine quietschorangene Paprikaschoten und ein paar Resttomaten wollen noch verarbeitet werden. Auf der Fensterbank trocknet bereits seit ein paar Tagen das Kapuzinerkressen- und Ringelblumensaatgut.

Bastelarbeiten

Außerdem widme ich mich meinem kleinen Bastelprojekt. Genaueres kann ich hier nicht verraten, sonst ist eventuell die Überraschung futsch. Muß ja nicht sein.

U3 Schlump

Am Nachmittag muß ich doch noch einmal in die Innenstadt. Mir ist es nach einigen Fehlversuchen endlich gelungen, Karten für das Tingvall Trio-Konzert im November in der Elbphilharmonie zu ergattern. Die muß ich natürlich sofort sichern. Als Beifang landet ein bezahlbares Ticket für das morgige (komplett ausverkaufte) Konzert von James Rhodes in meiner Tasche und ich bin allerspätestens seit diesem Moment ein sehr, sehr großer Fan der Theaterkasse Schumacher. Hurra!

Aale-Angela

Der Wahlkampf bewegt sich Richtung Endspurt und die Parteien erhöhen ihre Plakatierungs- und Veranstaltungsdichte spürbar. Martin Schulz war neulich schon da, nun kündigt sich die Kanzlerin an. Ich lese „Fischauktionshalle“ und gleich habe ich ein Aale Dieter-Kopfkino: „Hier, komm‘ mal ran, nicht so schüchtern! Die neuesten Wahlversprechen, ganz frisch! Und für Dich lege ich noch extra eins drauf!“ Oder irgendwie so.

Mutterland

Apropos Mutti, mir fehlt noch ein leckeres Hamburg-Mitbringsel für die oben erwähnte Hundebesitzerin. Bei Mutterland kann ich mich zunächst nicht zwischen süß und herzhaft entscheiden und nehme schließlich beides: eine Fischkoppschokolade von Schokovida und das „Gemischte Doppel“ von Senf Pauli.

Regenbogen

Auf dem Weg zur vorletzten Erledigung des Tages springt mir ein Regenbogen vor die Linse.

Beileidsbekundung

Der eigentliche Zweck meines Besuchs der Schaarsteinwegsbrücke: Traurige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und bevor diese Beileidsbekundung abgeräumt wird, will ich sie dokumentieren. Dabei treffe ich meine Kollegin, was sehr praktisch ist, weil wir zu einer Buchvorstellung verabredet sind. Gemeinsam machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Außenalster.

An der kleinen Alster läuft uns jemand über den Weg, mit dem wir beide in den nächsten Wochen hätten Kontakt aufnehmen wollen und mit dem wir an diesem Ort so ganz und gar nicht gerechnet haben (nein, nicht der Schwan). Ein hilfreicher, wenn auch ziemlich seltsamer Zufall.

Abendhygiene

Danach müssen wir uns sputen, um nicht zu spät zum Veranstaltungsort zu kommen.

Gurlittinsel

Wenn man auf der Gurlittinsel einfach geradeaus geht, landet man bei der Segelschule Prüsse. Wir biegen rechts ab, denn wir wollen zum Hamburger Segel Club. Dort präsentiert Wilfried Erdmann sein neuestes Buch und wir haben Plätze auf der Gästeliste ergattert.

Hamburger Segel Club

Trotz einiger Schwierigkeiten mit der Veranstaltungstechnik wird es ein unterhaltsamer Abend. Im Anschluß jage ich mir am Hauptbahnhof ein nachträgliches Abendessen und beschließe den Abend mit diesem Blogeintrag.

Fortsetzung folgt (im Oktober).


„12 von 12“ ist ein Fotoprojekt für Blogger, wobei es mittlerweile auch viele Mitstreiter ohne Blog auf Twitter und Instagram gibt. Die gemeldeten Blogeinträge des heutigen Tages werden hier gesammelt.

12 von 12 im August

Das war eine ereignisreiche Woche.

AFM

Zum einen bin ich seit vergangenen Mittwoch Mitglied des FC St. Pauli. Passives Mitglied genauer gesagt, und zwar der Abteilung Fördernder Mitglieder (AFM). So ganz genau weiß ich nicht, wie das passieren konnte. Aber so ist das eben, wenn man sich verliebt. Und verliebt bin ich, nämlich immer wieder neu in die Stadt, in der ich jetzt seit ziemlich genau zwölf Jahren lebe.

Hamburg, meine P... - ach nee
Hamburg, meine P… – ach nee

Zum anderen hat sich an der beruflichen Front nach Monaten der Ungewissheit endlich etwas bewegt. Es ist nicht die Lösung, die mir gut gefallen hätte. Aber wenigstens eine Entscheidung.

Die Axt im Haus...
Die Axt im Haus usw.

Was das Lineal damit zu tun hat, kann ich hier im einzelnen nicht darlegen. Unabhängig von dem eigentlichen Zweck des Kaufs erinnert es mich aber an eine gewisse Kneipe in Bonn, die ich bis zu meinem Umzug nach Hamburg gerne besuchte. Dort gab es guten Whisk(e)y und ebensoguten Blues und nahe der Theke war eine Axt aufgehängt. Falls alle Stricke reißen, könne er immer noch auf Axtmörder umschulen, so hörten wir den Wirt mehr als einmal sagen. Wohl dem, der einen Plan B hat.

I put the "wet" in "Wetter"
I put the „wet“ in „Wetter“

Das Wetter – ach, das Wetter. Ich bin nur froh, daß es letztes Wochenende zum „A Summer’s Tale“ so schön war. Die Erdbeeren tragen zum zweiten Mal in diesem Jahr, aber ich mache mir aufgrund der Witterung keine großen Hoffnungen, was den Geschmack der Früchte angeht.

Frosch

Einen Vorteil hat der Dauerregen: Wenn es draußen garstig ist, fällt drinnen das Putzen leichter.

Overnight
Overnight

Und ich habe Muße, das Klavier zu quälen. Ich war ziemlich fleißig in letzter Zeit, bin aber durch den Festivalbesuch ein paar Tage nicht zum Spielen gekommen. Das rächt sich sofort, die Finger werden ganz schnell wieder schwerfällig. Jetzt abreißen zu lassen, kann ich mir nicht leisten. Zu Mitte September habe ich mir nämlich ein ganz bestimmtes Ziel gesetzt.

Kekse!
Kekse!

Zum Nachmittagstee gibt es selbstgebackene Kekse. Von meiner Mama!

Open Air
Open Air

Nebenbei schmökere ich in der neuesten Ergänzung meiner Kochbuchbibliothek. Stevan Paul sollte auf dem „A Summer’s Tale“ eigentlich seinen Roman „Der große Glander“ vorstellen, konnte aber nicht umhin, zugunsten des Titels „Open Air – das Festival- & Camping-Kochbuch“ einen kurzen Werbeblock einzuschieben. Das kann man ihm kaum verdenken, saß doch die Zielgruppe direkt vor ihm. Bei mir hat es auch gleich gewirkt. Ein wundervolles Buch! Allerdings ist es zu schön und zu unförmig, als daß ich es selbst mit auf Reisen nehmen würde.

Wolkenkino
Wolkenkino

Gegen Abend reißt der Himmel auf.

Ceci n'est pas un tapis rouge
Ceci n’est pas un tapis rouge

Ich nutze die Regenlücke und schwinge mich auf mein Fahrrad Richtung Kampnagel. Ich könnte auch mit dem Bus hinfahren, aber so geht es schneller und unkomplizierter – wenn es nicht gerade in Strömen schüttet. Vorsichtshalber habe ich die Regenhose und den Südwester eingepackt.

#Juan2017
#Juan2017

Am Donnerstag wurde das jährlich stattfindende Internationale Sommerfestival (sic!) eröffnet. Dieses Jahr habe ich kräftig zugeschlagen und vorab Tickets für insgesamt fünf Veranstaltungen gekauft. Da lohnte sich sogar die Festivalkarte.

Festival Avant-Garden
Festival Avant-Garden

Der Festival Avant-Garden steht mehr oder weniger unter Wasser. Drinnen ist es trocken und ich amüsiere mich köstlich bei „The 2nd Season featuring Fred Wesley“ von Socalled & Friends.

Danach radle ich wieder zurück und beschließe den Abend mit einem Glas Wein (ohne Abbildung).

Fortsetzung folgt (im September).


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Mein besonderer Dank gilt Frau stedten*hopp, ohne deren Twitter- bzw. Instagram-Account ich das heutige Datum und somit die Projektteilnahme glatt verschwitzt hätte.

Sonntagsrunde

Inzwischen bin ich bei meinen Laufbemühungen wieder auf dem Stand „15km am Stück sind mühsam, aber machbar“ angelangt. Wenn irgend möglich beschränke ich mich daher Sonntag morgens nicht mehr auf den Stadtpark, sondern trabe an dessen südlichen Rand entlang weiter bis zur Alster, einmal links um ebenjene herum und wieder zurück durch den Stadtpark nach Hause.

Die Alsterrunde ist eine sensationell schöne Strecke, aber zugleich auch Naherholungsgebiet und Laufsteg und entsprechend gut frequentiert. Schlau ist, wer möglichst früh startet. Was heute morgen leider wieder nicht geklappt hat. Diesmal nicht etwa, weil ich zu spät aus den Federn kam, sondern weil ich es für sicherer hielt, den Durchzug des Gewitters abzuwarten. Zu eindrucksvoll ist mir noch das Bild vom Freitag abend im Gedächtnis: das Rettungssanitätergrüppchen, heftig bemüht um einen kollabierten Jogger. Ein Teil von mir hofft ja immer noch, daß das ein Training war. Da standen verdächtig viele Retter herum, darunter ein hoher Anteil an jungen Leuten. Andererseits hätte ich mich als Übungsobjekt nicht so bearbeiten lassen. Eine Puppe war das jedenfalls nicht.

Man mische das mit der weiterhin ungelösten Arbeitssituation sowie dem mehr als unbehaglichen Gefühl, Bilder vom „eigenen“ Edekamarkt in den Abendnachrichten zu sehen und die entsprechende Meldung dazu zu hören und erhalte einen sehr verhaltenen Wochenendstart.

We shall overcome

Apropos Edeka. Während ich nach absolviertem Sonntagslauf beim Bäcker schräg gegenüber meine Kuchenbelohnung erstehe, steht vor dem Laden ein buntgemischter Chor und singt „We shall overcome“.

One sincerely hopes so.

Musik liegt in der Luft

Hamburg-Winterhude. Hinter dem Planetarium zerparkt Mousse T. den gerade erst frisch wieder angewachsenen Grünstreifen. Zugegeben, es ist eine schicke Karre – Maserati hat häßlichere Autos gebaut – und der Mann ist in guter (bzw. schlechter) Gesellschaft, wie die zahlreichen Reifenspuren beweisen. Dennoch, nicht sehr gentlemanlike, Herr von und zu! So weit ist der Parkplatz nicht entfernt. Und wer keinen Fahrer hat, darf ruhig auch mal ein paar Schritte zu Fuß laufen.

"DJ, wir wissen, wo Dein Auto steht!"
„DJ, wir wissen, wo Dein Auto steht!“

Damit beende ich die Lästerei, sonst macht es morgen abend am Ende noch „Meeep!“ bei der Ticketkontrolle und ich werde nicht reingelassen. Das wäre fatal, immerhin steht das erste Mousse T./Schiller/Marionneau nach 3 1/2 Jahren an. Ich schmunzele immer noch ein bißchen über die Veranstaltungsankündigung von heute morgen, die mir die Facebook-App ungefragt aus dem Französischen übersetzte: „T-Schaum./Schiller/Marionneau“. Immer, wenn ich glaube, daß ich endlich alle Automatismen abgestellt habe, die mir den Newsfeed versauen, denken sich Zuckerbergs Schergen eine neue Finte aus. Wenigstens hat mir diese einen Lacher entlockt.

Auf der anderen Seite des Stadtparks kündigen Fury in the Slaughterhouse einen Konzeptabend an. „30 Jahre Fury, 30 Songs. Ich hoffe, ihr habt Zeit mitgebracht!“ Es erklingt das Intro von „Radio Orchid“. Ich singe die erste Strophe und den Refrain mit, bis ich außer Hörweite bin.

12 von 12 im Juli

Mit der Panasonic-Systemkamera, die ich im letzten Jahr gekauft habe, bin ich leider nie so richtig warm geworden. Also verkaufte ich sie kurz entschlossen wieder und bestellte mir eine Nachfolgerin. Die neue X-T20 von Fujifilm sollte es werden. Auf die Idee sind dummerweise viele, viele andere Menschen auch gekommen, weswegen es zurzeit massive Lieferprobleme gibt. Ich warte jetzt schon über vier Wochen und da zeitgleich meine alte Spiegelreflex den Dienst quittierte, mußte ich auch schon das letzte „12 von 12“ größtenteils mit der Handyknipse improvisieren. Was bei ordentlichem Sommerwetter wenig problematisch ist.

Hamburger Sommer
Hamburger Sommer

Nur ist damit heute wohl nicht zu rechnen.

Capitalism
Capitalism

Auf dem Weg zur Arbeit. An der großen Kreuzung hängt eine Gipfelhinterlassenschaft. Ich spare mir jeden Kommentar dazu.

Wahlkampf
Wahlkampf

Selbst wenn man alle einschlägigen Medienkanäle meidet, kommt man in Hamburg nicht darum herum, daß Wahlkampfzeit ist. In Barmbek bietet Johannes Kahrs (SPD) eine politische Kanalfahrt an, in der Neustadt lädt Farid Müller (Grüne) zum Kaffeetrinken. „Auch älter geworden“, denke ich beim Anblick seines Konterfeis. Je nun, es geht den Menschen wie den Leuten.

Tagesform
Tagesform

Das ist mein Büroschlüssel und außerdem ein treffliches Symbolfoto für meine aktuelle und leider bloguntaugliche Arbeitssituation. Ich habe früher nicht verstanden, warum manche Blogger nahezu wahnsinnig werden, wenn sie über Dinge nicht öffentlich schreiben können. Inzwischen kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Budni-Tasche
Budni-Tasche

Die Mittagspause nutze ich zum Einkaufen. Das ist die kleine Recycling-Tasche von Budni. Extrem praktisch und hübsch ist das aktuelle Design obendrein. Das Vorgänger-Modell mit der Aufschrift „beautybox“ war ja nicht so meins.

Alsterschwan

An der Kleinen Alster läuft das Geschäft für die Schwäne wetterbedingt eher schleppend.

Yet another Gerüstaufbau
Yet another Gerüstaufbau

In Hamburg ist nach dem (Groß-)Event immer auch vor dem (Groß-)Event. Kaum ist der Gipfelspuk vorbei, droht am kommenden Wochenende schon wieder ein Triathlon und der Schlagermove.

Feierabend

Feierabend. (Uff.)

Schnell die Laufschuhe an und ab in den Stadtpark, bevor die nächste Dusche von oben kommt. Wenn mich auf der Strecke ein Schauer erwischt, stört mich das wenig. Aber im Regen loszulaufen find ich blöd.

Blau!
Blau!

Unterwegs geschieht das Wunder: Der Himmel reißt auf, die Sonne kommt durch. Hurra!

Gib mir den Rest
Gib mir den Rest

Fundstück auf dem Rückweg. Da ist wohl etwas gründlich schiefgelaufen.

Harzfeuer
Harzfeuer

Im Balkongarten ist die Dschungelphase mittlerweile in vollem Gange.

Buddenbrooks
Buddenbrooks

Mein Lübeck-Ausflug am Wochenende hatte Spätfolgen. Der Einband dieser ausnehmend schöne Sonderausgabe (für nur 14,00 Euro!) ist dem der ersten einbändigen Ausgabe aus dem Jahr 1903 nachempfunden. Die „Buddenbrooks“ waren 1901 zunächst in zwei Bänden erschienen, des voluminösen Umfangs wegen. Aus der Entstehungsgeschichte ist ein Briefwechsel zwischen Autor Thomas Mann und Verleger S. Fischer erhalten, der in der Dauerausstellung des Buddenbrookhauses Erwähnung findet. Meine Lieblingspassage daraus:

Glauben Sie, dass es Ihnen möglich ist, Ihr Werk um etwa die Hälfte zu kürzen, so finden Sie mich im Prinzip sehr geneigt, Ihr Buch zu verlegen. Ein Roman von 65 eng geschriebenen Bogen ist für unser heutiges Leben fast eine Unmöglichkeit; ich glaube nicht, ob sich viele Menschen finden, die Zeit und Conzentrationslust haben, um ein Romanwerk in diesem Umfange in sich aufzunehmen.

S. Fischer an Thomas Mann, 26. 10. 1900

Man beachte das Datum. Ich bin sehr gespannt, ob ich die Conzentrationslust aufbringen kann, das Buch komplett zu lesen. Heute abend wird das allerdings nichts mehr. Was jetzt noch geht: Kochen, essen, bloggen, Bett. Fertig.

Fortsetzung folgt (im August).


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Ein Wochenendausflug nach Lübeck (und Travemünde)

Als ich irgendwann im letzten Jahr erfuhr, daß der G20-Gipfel in Hamburg stattfinden und es dort möglicherweise zum ersten Auftritt Donald Trumps in Deutschland kommen würde, war ich wild entschlossen, mich in die Demonstrantenschar einzureihen. Von der Mehrzahl der offenbar unvermeidlichen Aktionen latent militanter Globalisierungsgegner hielt und halte ich zwar wenig (vom sogenannten Schwarzen Block ganz zu schweigen). Aber die Teilnahme an friedlichem, buntem und dabei entschlossenem Protest, mindestens gegen den 45. Präsidenten der USA und seine Politik, erschien mir als unverzichtbarer Beitrag zur Staatsbürgerpflicht.

Je näher das Datum rückte, desto mehr schwand jedoch meine Energie. Das ist vor allem einer seit Monaten andauernden, sich stetig weiter verschärfenden beruflichen Hängepartie geschuldet. Als ich mir schließlich einen Konzerttermin aus dem Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals in der Musik- und Kongreßhalle zu Lübeck aussuchte und erst im Nachhinein bemerkte, daß es sich bei dem fraglichen Datum ausgerechnet um das Gipfelwochenende handelte, nahm ich das als Wink mit dem Zaunpfahl. Ich suchte mir eine Übernachtungsgelegenheit und flüchtete ab Freitag mittag vor Chaos, sinnbefreiter Zerstörungswut und Helikopterlärm gen Norden.

Hübsche Giebel
Hübsche Giebel

Lübeck, so stellte ich dabei zum wiederholten Male fest, ist eine Reise wert. Die Highlights der meinen:

Eis-Pavillon am Holstentor
Offiziell ist es zwar kein Softeis, aber es sieht wie welches aus und schmeckt auch so, nämlich sehr cremig. Die Knuspertüte mit allen drei Sorten – ganz klassisch: Schoko, Vanille, Erdbeer – plus Streusel kostet 1,50 Euro. Mjam.

Niederegger
Kaufen mußte ich da nichts, denn wer in Hamburg wohnt, muß fürs Niederegger-Marzipan nicht nach Lübeck fahren. Dennoch, es lohnt allein wegen der Atmosphäre. Wenn der Laden nicht gerade bis unters Dach voll ist mit Reisegruppen und Kreuzfahrttouristen.

St. Marien
Touristisch gut erschlossen und sehr beeindruckend, nicht zuletzt durch die als Mahnmal in der ehemaligen Schinkel-Kapelle ausgestellten Reste zweier Kirchenglocken. Sie waren bei einem am Palmsonntag 1942 durch Bombenangriffe ausgelösten Brand in den Südturm gestürzt und geborsten.
Unter anderem ist ein Kunstwerk von Günther Uecker zu sehen, Dietrich Buxtehude liegt dort begraben und dann ist da noch die Sache mit der Steinmaus. Eine freundliche Dame erklärte mir auf Nachfrage, daß die Maus unter Wandergesellen früher als eine Art Geocache galt. Wer wußte, wo sie zu finden ist, konnte so beweisen, in Lübeck gewesen zu sein.

Miera
Ein klein wenig teurer, dafür aber keine Touristenfalle bei leckerstem Essen.
Ich bin ansonsten hemmungslos als Einzelkämpferin unterwegs, vorzugsweise bei Konzerten, aber ich gehe nur ungern allein essen. Es ist mir einfach zu langweilig. Im Miera war das kein Problem: Da das Wetter es erlaubte, setzte ich mich an einen der Straßentische und wurde bestens unterhalten. Augenscheinlich handelt es sich bei der Örtlichkeit um einen Treffpunkt der Lübecker Bussi-Gesellschaft. Höhepunkt des Schaulaufens: Ein Autofahrer, Typ alternder Dandy, brummte im Schritttempo an dem Laden vorbei, hielt vor dem Eingang an, streckte für einen Moment suchend den Kopf aus dem Fenster und fuhr weiter. Aus der Anlage des Fahrzeugs erschallte dazu die sonore Stimme von Barry White.

Miera
Miera

Mein kurzes, aber schallendes Gelächter wurde von den Umsitzenden mit leichter Irritation quittiert.

Buddenbrookhaus
Ja, doch, das mußte. Und es lohnt sich. Bisher habe ich ständig die Namen der Geschwister, Kinder und Kindeskinder von Thomas Mann durcheinandergekriegt. Kein Wunder bei der Weitläufigkeit der Familie. Das passiert mir nach dem zweitstündigen Aufenthalt in Dauer- und Sonderausstellung künftig nicht mehr. Sehr schön sind auch die beiden als begehbarer Roman zurechtgemachten Buddenbrook-Zimmer im zweiten Stock.

Buddenbrookhaus
Buddenbrookhaus

Im Museumsshop gibt es Bücher, Hörbucher, DVDs und einige hübsche, leckere und praktische Dinge bei erfreulich wenig Kitsch zu kaufen. Neben einer großen Auswahl an Primär- und Sekundärliteratur von den und über die Manns lagen übrigens auch Titel wie „Mein schwarzer Hund“ von Matthew Johnstone in den Regalen. Das ist geschickt plaziert und keineswegs ohne Bezug wenn man bedenkt, wie viele Familienmitglieder durch Selbstmord aus dem Leben gegangen sind.

St. Jakobi
Ein Pflichttermin schon aus nautischen Gründen.
An der prachtvollen großen historischen Orgel sind mir die Gesichter auf einigen der Orgelpfeifen aufgefallen. Was es damit auf sich hat, konnte ich leider nicht ausfindig machen und auch die Webseite schweigt sich dazu aus. Man rennt überhaupt ein wenig orientierungslos durch das Gebäude; es fehlt an Hinweisen vor Ort. Diesbezüglich schneidet St. Marien deutlich besser ab.

Hüxstraßenfest
Bunt und fröhlich und voll. Fischbrötchen bei Krützfeld (No. 23) gegessen und erwartungsgemäß bei MaKULaTUR hängengeblieben.

Hüxstraßenfest
Hüxstraßenfest

Lübecker Schulgarten
Die botanische Oase am Wakenitzufer. Der perfekte Kontrast nach dem Trubel der Altstadt an einem Samstagnachmittag. Mit Café!

Im Schulgarten
Im Schulgarten

Gänge und Höfe
Da gibt es noch viele, viele mehr als die auf der Webseite der Stadt Lübeck gelisteten Beispiele. Man sollte beim Erforschen allerdings stets beachten, daß dort Leute wohnen und man im Zweifel Privatgelände betritt.

Glandorps Hof
Glandorps Hof

Travemünde
An einem sonnigen Sonntag nehme man den Zug gegen halb 11 eintreffend, wenn möglich früher, und trete spätestens um kurz nach halb 4 auf gleichem Wege den Rückzug an. Dann klappt’s auch mit der Erholung.

Ruhe vor dem Sturm
Ruhe vor dem Sturm
Seebrücke
Seebrücke
Steilküste (unten)
Steilküste (unten)
Steilküste (oben)
Steilküste (oben)
Hic sunt Dracones
Hic sunt Dracones

Nicht geschafft habe ich (das Wetter war zu gut):

In letzterem bin ich zwar schon einmal gewesen, aber das ist über 15 Jahre her und ich kann mich gerade noch erinnern, wie fasziniert ich davon war. Außerdem läuft momentan eine Sonderausstellung über das Figurentheater und Paul Maar („Sams & Co. im Rampenlicht“). Es werden sogar Führungen mit dem Sams und Herrn Taschenbier angeboten.


Durch sachdienliche Hinweise haben zum Gelingen des Projekts „Gipfelflucht“ beigetragen: ellipsefeine_bildstoerung, HansW_MetzgerKellerblume, LButcherMaximilian, whiff_of_hh und nicht zuletzt Anja, meine zauberhafte Airbnb-Gastgeberin. Vielen Dank euch allen!

12 von 12 im Juni

Diesen Monat habe ich es endlich wieder geschafft! Es sind zwölf Bilder für den Juni zusammengekommen.

Ein stinknormaler Montag: Weckerklingeln – wie meistens gefühlt viel zu früh -, Aufstehen, Dusche, Frühstück, Arbeitsweg.

Die S-Bahn-Haltestelle und die angrenzende Straße bilden momentan eine riesige Baustelle, die der Nachbarschaft bis weit ins nächste Jahr erhalten bleiben wird. Einige Mitmenschen nutzen die Situation zu Kommunikationszwecken, wie dieses zauberhafte Beispiel an der Hilfstreppe zu den Gleisen beweist.

Dialog
Dialog

An der Ausstiegsstation bewirbt das Archäologische Museum die neueste Sonderausstellung. Der Zusammenhang zwischen Archäologie und den „Mom-Enten der Weltgeschichte“ ist mir zwar nicht ganz klar, aber sei’s drum. Sieht nach Spaß aus.

Duckomenta
Duckomenta

Für den späteren Tagesverlauf ist fieses Wetter angesagt. Davon ist am Himmel noch nichts zu sehen.

Himmelsblau an Rotklinker
Himmelsblau an Rotklinker

Vorm Büro steht der Eierlieferant, der regelmäßig das gegenüberliegende Hotel anfährt. Ob da wohl alles heil geblieben ist?

Alle Größen
Alle Größen

Im Büro warten die Seekarten. Vor allem aber die Kunden. Bis zum Mittag bleibt keine Zeit für (weitere) Fotos.

D 48
D 48

In der Pause habe ich einen Termin bei der Bank. Da hat am Samstag eine kuriose Überraschung im Briefkasten gelegen, die der Klärung bedarf. Ich bin sehr gespannt, was dabei herauskommt.

Wenn's um Geld geht
„Wenn’s um Geld geht…“

Auf dem Rückweg laufe ich an der Schlange vor dem Ticketshop des Hamburger Abendblatts vorbei. Um 10 Uhr hatte der Vorverkauf für die Saison 2017/18 begonnen. Der ungebrochene Run auf die Elbphilharmonie-Tickets sorgt offenbar auch stationär für lahmende Systeme.

Elphi-Schlange
Elphi-Schlange

Ein paar Meter weiter hat die Litfaßsäule heute leider keine Veranstaltungstipps für mich. Montag halt.

Reset
Reset

Derweil wird am Steigenberger mal wieder gefilmt. Die Hamburger Neustadt ist als Location sehr beliebt, nicht nur bei der Crew des „Großstadtreviers“.

Filmreif
Filmreif

Der Rest des Arbeitstages vergeht wie im Flug. Auf dem Nachhauseweg versuche ich, den Krimifaden weiterzuspinnen. Es gelingt mir nur mäßig.

With No One As Witness
With No One As Witness

Da die S-Bahn nicht wollte, bin ich kurzfristig auf die U-Bahn umgestiegen. Das bedeutet ab dem Bahnhof Barmbek entweder zwei Stationen mit dem Bus oder einen rund zehnminütigen Fußweg. Ich entscheide mich für letzteres. Dabei fällt mir ein Protestplakat ins Auge.

Stoppt U5
Stoppt U5

Den Ausbau von straßenunabhängigem ÖPNV finde ich zwar grundsätzlich super. Blöd ist nur, daß man so große, langwierige, staubige und mit Lärmbelästigung verbundene Löcher dafür buddeln muß.

Zuhause angekommen mache ich einen kurzen Balkongartencheck. Die Tomaten sind kurz vor dem Stadium, das ich als Dschungelphase bezeichne. Noch kann ich durchs Küchenfenster gucken. Das wird sich bald ändern.

Welcome to the Jungle
Welcome to the Jungle

Der Tag war anstrengend. Der Abend wird entsprechend kurz ausfallen und undokumentiert bleiben.

Fortsetzung folgt (im Juli).


„12 von 12“ ist ein Fotoprojekt für Blogger, wobei es mittlerweile auch viele Mitstreiter ohne Blog auf Twitter und Instagram gibt. Die gemeldeten Blogeinträge des heutigen Tages werden hier gesammelt.

BookCrossing im Plöner Schloßgarten

Wo man ganz unbedingt mal hinfahren sollte: nach Plön. Insbesondere, wenn das alljährliche Picknick im Schloßgarten ansteht.

Noch mehr Bücher
Noch mehr Bücher
Crepes & Coffee (& more)
Crepes & Coffee (& more)
Alle meine Entchen...
Alle meine Entchen…
... fliegen hoch!
… fliegen hoch!
Kann denn Liegen Sünde sein?
Kann denn Liegen Sünde sein?
Melonenmord
Melonenmord

Barmbek bleibt bunt

Liebe Nachbarn, die ihr mit skeptischer Miene am Straßenrand oder in den Fensterrahmen standet und zugeschaut habt: Selbst wenn euch die Demonstrationen wegen „der ganzen Chaoten“ suspekter sind als es der Thor Steinar-Laden in der Fuhlsbütteler Straße 257 ist, lauft bitte trotzdem mit beim nächsten Mal. Denn: Je mehr Menschen mitmachen, desto schneller verschwindet der Laden. Und dann ist auch wieder Ruhe in eurer kleinen Welt. Vorher nicht.

Barmbek bleibt bunt
Barmbek bleibt bunt

Andererseits, die „Lautis“ von heute mögen doch bitte ihren Soundtrack und auch die Lautstärke überdenken. Es mag den einen oder die andere abgeschreckt haben und das ist schließlich so ganz und gar nicht Sinn und Zweck der Übung.