Happy Birthday

In den letzten drei Jahren verliebte ich mich zweimal.

Das erste Mal war von der Sorte „keine gute Idee“. Das wußte ich gleich, aber manchmal ist das eben so: Der Kopf weiß es besser, aber der Rest des Systems zieht nicht mit. Dennoch dauerte es erstaunlich lange, bis ich damit durch war. Aber eines Tages war es soweit und ehe ich mich versah, verliebte ich mich ein weiteres Mal.

Diesmal ohne wenn und aber. Kopf, Bauch und Herz waren sich in Rekordzeit einig. In einer Weise, die ich nicht für möglich gehalten hatte. Als wäre alles andere zuvor nur ein Probelauf gewesen. Ich war zu allem bereit und schickte mich zum Höhenflug an.

Jedoch: „It takes two to tango“. Das wußte schon Louis Armstrong.

Was folgte, ist schwer mit Worten zu beschreiben. Meine Gemütslage war derart radikal, daß ich mich dazu entschloß, mir im zarten Alter von 42 Jahren ein Tattoo zuzulegen. Mit dem Gedanken hatte ich schon lange gespielt und der Sommer hatte mir nun auch endlich ein Motiv geliefert. Eines, das Wasser, Himmel und Hamburg symbolisiert und in dieser Kombination zeitlos genug ist, um es sich unter die Haut ritzen zu lassen.

Alsterschwanenfreund
Alsterschwanenfreund

Der Alsterschwanenfreund hatte, ähnlich wie Schnurpsel, der König des Rondeelteichs, keinerlei Berührungsängste bei unserer Begegnung auf dem Wasser. Mangoschale und Studentenfutter trafen seinen Geschmack zwar nicht, aber die Brösel des ebenfalls mitgeführten Müsliriegels wurden begeistert verschlungen. Trotz aller Gier war seine Schnabelführung dabei außergewöhnlich zärtlich. Einmal zwickte er mir sogar ganz sachte in die Nase – wie ist das, schnäbeln Schwäne eigentlich? Dieser hat es jedenfalls versucht.

Schwanenfreund
Schwanenfreund

Der kleine Schwanenfreund auf meinem Rücken wird heute ein Jahr alt.

4 Gedanken zu „Happy Birthday“

  1. Ah. Getreu dem alten und bewährten Motto: „Whenever feeling blue – get a new tattoo!“ Ich kaufe dann immer Schuhe, falls Sie sich wundern, warum ich soviele Paare besitze. So oder so, immer gut, ein Zeichen zu setzen.

    1. Naja, „whenever“… dann wär ich jetzt schon ziemlich bemalt. Das war einfach eine besondere Situation, die besondere Maßnahmen erforderte. Falls je noch weiteres Tattoo hinzukommt, dann hoffentlich aus anderem Anstoß.

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