Rätselhafte Zauberflöte

Im Rahmen des Binnenalster Filmfests 2016 wurde gestern abend die Spielzeiteröffnung der Staatsoper Hamburg zeitversetzt an den Jungfernstieg übertragen: „Die Zauberflöte“, umsonst & draußen, Oper für alle, dazu Publikumsanimation mit dem Titel „Moin Mozart!“ unter Einbeziehung verschiedener Stadtbezirke – so weit, so großartig.

Ich war lange nicht mehr in der Oper, was unter anderem auch mit dem Ticketpreisen der Staatsoper zusammenhängt. Ich gebe also zu, ich bin nicht auf der Höhe der Zeit, was zeitgenössische Inszenierungen angeht. Dennoch wage ich die These: Die Story der „Zauberflöte“ ist doch an sich schon mysteriös genug, um nicht nur unter Opernneulingen einige Verwirrlichkeiten zu erzeugen. Da bedurfte es nicht zusätzlich einer in Teilen recht, hm, sagen wir: rätselhaften Inszenierung. Tamino als sterbender Greis, Baby, Steppke, Heranwachsender, junger Mann, alternder Mann? Sarastro als Raumfahrer, aber nur in einer Szene? Und warum, in drei Teufels Namen, darf die Zauberflöte keine Flöte sein? Oder wenigstens irgendein Gadget, das etwas kann; ein Smartphone von mir aus. Aber ein roter, beleuchteter Pfeil?

Mal ganz abgesehen davon, daß dringend nochmal jemand die Untertitel hätte Korrekturlesen müssen. Hat im zweiten Teil nicht mehr gestört, da wurden nämlich keine mehr geliefert. Was auch nicht sehr hilfreich war.

Ich habe mich vorzeitig aus dem Staub gemacht. Mein Hirn war mit den widersprüchlichen Sinneseindrücken schlicht überfordert, und ich war froh, nicht zwischen 71 und 119 Euro für die Preisgruppen 5 bis 1 ausgegeben zu haben.