Saša Stanišićs „Fallensteller“ bei cohen+dobernigg und eine Lecture Party im Nachtasyl

Ich hatte in der vergangenen Woche das Vergnügen, zwei höchst unterschiedlichen Lesungen beiwohnen zu können.

Nummer eins war die Buchpremiere von Saša Stanišićs „Fallensteller“ bei cohen+dobernigg. Das ist anders als „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ und „Vor dem Fest“ kein Roman, sondern ein Band mit Erzählungen. Ich bin kein ausgewiesener Fan von Kurzgeschichten und hatte daher nicht zwingend vor, das Buch zu kaufen. Aber nach dem Vortrag des Autors führte kein Weg mehr daran vorbei. Da liest nämlich eine im positiven Sinne hyperaktive und außerordentlich sympathische Rampensau, die große, sehr große Freude an der Interaktion hat. Das bringt Laune und macht Lust auf das Buch. (Die im „Literarischen Quartett“ mochten es übrigens auch. Alle.)

Nummer zwei war eine „Lecture Party“ zum Thema Popkultur mit Thomas Meinecke und Matthias Günther im Nachtasyl. Die (YouTube-)Reise führte über Holz und Stock, John Travolta, Blondie, den Sex Pistols, Hildegard Knef, David Bowie (Falco!), Billie Holiday, Johnny Cash und Udo Lindenberg bis hin zum wunderschönen Genre der Literal Videos, siehe unten. Nach gut 1 3/4 Stunden war leider Schluß, einer nachfolgenden Veranstaltung wegen. Schade – das hätte gut und gerne noch ein Stündchen länger dauern können!

In Print: „Ein Ozean der Liebe“ von Wilfrid Lupano und Grégory Panaccione

Als Kind liebte ich Lurchi und die Lustigen Taschenbücher, später mochte ich die Peanuts und Asterix und Obelix und als mare die Sonderbände über die Ducks und Popeye herausbrachte, stellte ich sie mir ins Regal. Darüberhinaus bin ich kein Comicfan geworden und mit dem, was seit einigen Jahren als „Graphic Novel“ bezeichnet und beworben wird, konnte ich wenig anfangen.

Bis ich gestern „Ein Ozean der Liebe“ von Wilfrid Lupano und Grégory Panaccione aus dem Splitter Verlag in die Hand bekam. Der Titel täuscht etwas, dafür trifft es das Rezensionszitat „Eine hinreißende Mixtur aus Slapstick und großen Gefühlen!“ (kulturradio) umso besser. Das Schönste: Die Geschichte um den tapferen bretonischen Fischer und seine nicht weniger mutige Frau kommt mit insgesamt nur drei Sprechblasen und ohne ein einziges gesprochenes Wort aus. Ich zählte ansonsten noch drei Satzzeichen auf 224 Seiten – selbst die hätte man problemlos auslassen können.

In einem Wort: meins!

(Möwen gibt’s auch.)

Record Store Day

Schallschale
Schallschale

Daß ich ausgerechnet am Record Store Day meine bei Lockengelöt beauftragte Schallschale abholte und mein „das würde ich mir nicht mehr anhören, selbst wenn ich es als CD hätte“-Altvinyl dort hinspendete, war vermutlich nicht ganz im Sinne des Erfinders.

About Songs & Books
About Songs & Books

Aber ich weilte anschließend noch ein Stündchen bei About Songs & Books und habe dort das Konzert von Megan Lane genossen. Daher sollte das Konto soweit ausgeglichen sein.

Hattrick

Und so ergab es sich also, daß per Stand heute Tickets an meiner Küchenpinnwand hängen für

  1. Nils Frahm mit Nonkeen in der Laeiszhalle (5. 5.),
  2. Ólafur Arnalds mit Kiasmos im Uebel & Gefährlich (13. 5.),
  3. Nils Frahm & Ólafur Arnalds im Musée du Louvre (29. 5.).
Une nuit sous la Pyramide
Une nuit sous la Pyramide

That escalated quickly.